Saranto am 13.11.2008 um 15:13 Uhr
Wenn man beobachtet, dass es immer ernster wird- ich würde das gerne humorvoll aufweisen. Ich denke nämlich, dass es noch nicht zu spät ist.

Hypochonder wollen behandelt werden, aber am liebsten mit Röntgenstrahlen und Skalpell und nicht mit Gesprächen. Oberstes Gebot für Therapeuten ist deshalb: Sage nie zu einem Kranken Hypochonder. Denn das Problem ist, nahezu kein Patient betrachtet sich selbst als „eingebildeten Kranken“. Hier sind ein paar Tipps http://www.focus.de/gesundheit/news/psyche-krank-aus-angst-vor-krankheitaid152033.html
Das ist schwer-wenn ich Deine Frage richtig verstehe, willst Du wissen, wie man einen Hypochonder "richtig" behandelt und möglicherweise gar von seiner Hypochondrie weg bekommt. Meiner Erfahrung nach geht das garnicht. Wenn sie anfangen, sich panikartig in ein Leiden rein zu steigern, dann bringen sie sich selbst da nicht mehr raus, aber auch engste Angehörige schaffen das mit viel lieben Worten meist nicht. Ich glaube, Hypochondrie kann eine Vorstufe der Depression sein und sollte entsprechend von Experten behandelt werden.

Dito, ich bekomme schon entsprechende Bücher geschenkt, werde aber auch bevorzugt angerufen, um Ferndiagnosen zu stellen, weil ich mich ja so gut auskenne ;-) Weiß nicht, ob man was machen kann??!!!
Saranto am 13. November 2008 15:21 Es geht um meinen Herzallerliebsten. Er ist von der klassischen Medizin so enttäuscht(Bandscheibenprobleme seit 7 Jahren), dass er sein Heil jetzt in sämtlichen Alternativen Methoden sucht. Aber er wird immer gutgläubiger, kommt mit immer verrückteren Ideen: Darmdolmetscher, Klangschalentherapie etc. Letztens sagt er mir, dass er eine Laktoseintoleranz hat und wir jetzt diese spezielle laktosefreie Milch kaufen müssen. Im weiteren Verlauf des Einkaufs ballert er aber, lecker Landliebe Griesspudding, Buttermilch etc. in den Wagen. Als ich ihn lachend auf seine Laktoseintoleranz hinweise, wird er zickig und laut. Generell: von mir lässt er sich gesundheitstechnisch garnichts sagen. Mir fehlt der weiße Kittel, bin einfach keine Authoritätsperson. Aber langsam wird mir das zu bunt. Was soll ich machen?
female71 am 13. November 2008 15:29 Schwierig, ich weiß ja bei mir selbst wo die Grenze ist ;-) und bekomme auch gern mal ein paar dumme Sprüche!!! Aber, die Lage, die du schilderst, ist tatsächlich ernster...ich überlege mal...
Nach allem, was du erzählst, könnte es sich auch um eine ganz andere Störung handeln. Ich würde einen Internisten mal einen Gesamtcheck machen lassen. War dein Partner immer schon leichtgläubig und leicht reizbar? Wie reagiert er, wenn du ruhig + gelassen mit ihm darüber redest, wie du dich bei seinem Verhalten fühlst? Oder ihm Artikel aus dem Internet vorlegst, in denen bewiesen ist, dass gewisse Therapien nicht funktionieren?

Hilft vielleicht dem Ganzen keine Beachtung zu schenken??
Er ist ja nicht auf der Suche nach einer Krankheit, im eigentlichen Sinne der Hypochondrie. Er nimmt nur alles für bare Münze was ihm eine Alternative zur klassischen Medizin bietet. Er hat definitiv Schmerzen, aber diese bestimmen immer und immer mehr unseren Alltag. Er kann nichts mehr im Haushalt machen, nicht mehr abends mit dem Hund raus- sorry: das ist zu einem großen Teil Faulheit und Gemütlichkeit. Lieber versuchen wir noch mal, eine neue sauteure Therapie...
Wenn man erfolgreich an den Ursachen der Störung arbeitet, ist Hypochondrie durchaus heilbar. In entsprechenden Therapien lernt man, mit Stress und anderen psychischen Belastungen umzugehen. Dann werden auch die Signale und Schmerzreize des Köpers nicht mehr fehlinterpretiert und einer bedrohlichen Krankheit zugeordnet. Viele Patienten sind nach einer Behandlung sogar in der Lage, die Reaktionen und Signale ihres Körpers zu nutzen, um sonst für sie unterbewusst verdrängte Emotionen zu deuten." http://www.golf.de/publish/helios.cfm?objectid=60079065