Frage von Maserati9173, 194

Kann man hier schon von Zuhälterei sprechen?

Eine Frau verliebt sich in einen Mann. Er nutz das aus und sagt, dass er sich nur mit ihr trifft, wenn sie mit anderen Männern schläft und dafür Geld bekommt. 70% von dem Geld muss sie dann an dem Mann abgeben. Ihr wird aber nicht mit Gewalt oder so gedroht. Wenn sie das nicht tut, sieht sie den Mann halt nur nicht mehr wieder. Ist das schon Zuhälterei?

Bevor das ganze falsch verstanden wird: Es geht nicht um mich, ich tue das nicht und ich habe es auch nicht vor.

Expertenantwort
von RFahren, Community-Experte für Sex, 63

Das ist eindeutig Zuhälterei! Strafbar ist die Ausbeutung von Prostituierten - und ihr 70% der Einnahmen abzunehmen erfüllt den Tatbestand wohl durchaus.

Das "klassische" Bild vom Zuhälter, der mit brutaler Gewalt und Nötigung Frauen zum anschaffen zwingt und mit Schlägen gefügig macht, ist eine aussterbende Art. Sowas gibt es zwar noch - aber weit seltener, als man nach den Berichten in den Medien glaubt.

In Deutschland braucht eine Prostituierte keinen "Beschützer", der sie vor der Polizei und brutalen Freiern beschützt, der sie versteckt und ihr Kunden zuführt - um dann für diese "Unterstützung" den Grossteil des Verdienstes einzubehalten. Prostitution ist legal, Sexworkerinnen können offen für ihre Dienstleistung werben und in z.B. FKK- und Saunaclubs finden sie ein sauberes, sicheres Umfeld vor, wo sie ihren Kunden auf Augenhöhe begegnen können.

Was heute allerdings immer noch funktioniert ist die "Loverboy-Masche", was auch auf Deine Beschreibung passt - d.h. ein junger, ansehenlicher Mann sucht sich junge, unbedarfte Girls (oft schon in der gemeinsamen Heimat - z.B. Rumänien, Bulgarien) und beeindruckt diese durch viel Geld, aufgemotzte Autos, wilde Partys, schillernde Freunde, Drogen, Erfahrung im Bett usw. Wenn sich das Mädel dann richtig in ihren "tollen Hecht" verliebt hat und man gemeinsam Zukunftspläne schmiedet, stellt sich leider heraus, dass der "tolle Typ" aus einem "schief gegangenen Geschäft" noch einen Haufen Schulden hat, den nur seine Liebste helfen kann abzuzahlen - indem sie "für kurze Zeit" als "Tänzerin" - und später dann natürlich als Prostituierte - Geld für ihn (bzw. die gemeinsame Zukunft) verdient... . Entweder er zeigt irgendwann sein wahres Gesicht und verlangt immer höhere Einnahmen und verteilt bei zu geringen Einnahmen auch mal Schläge - oder er lässt sie fallen und hat längst das nächste Opfer an der Angel. Dass die Frau dann von dem "gemeinsamen Geld" nie etwas sieht , steht auf einem anderen Blatt.

Der Haken an dieser Vorgehensweise ist, dass die Girls ja der Überzeugung sind sie würden freiwillig anschaffen. Dies ist auch von außen schwer zu beurteilen, denn nicht jeder, der einen anderen finanziell unterstützt ist automatisch Opfer und nicht jeder Unterstützte ein Täter. Ähnlich wie bei der Erbschleicherei oder der Versorgungsehe ist den Beteiligten die eigentliche Absicht dahinter nicht anzusehen. Lies mal "Wir sehen uns im Puff!" (Amazon) - da ist auch diese Thematik behandelt... .

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Kommentar von Omniscentor ,

Ich finde deine ausführliche Antwort im Grundgedanken richtig, und gut. Wenn man sich aber genau die Frage durchliest, ist die Antwort meines Erachtens nicht richtig. Muss in einem Fall von Zuhälterrei nichtg auch der Tatbestand der Zuhälterei vorliegen? Ich meine muss hier nicht Geld von ihr zu ihm gezahlt worden sein? Er hat,  wenn ich die Frage lese, ihr ein unmoralisches Angebot gemacht. Dafür alleine ist er noch kein Zuhälter. So rein rechtlich betrachtet. Sagen kann man viel.

Kommentar von RFahren ,

Die Frage war ob diese Konstellation Zuhälterei ist - und das ist sie zweifellos. Wer einer Prostituierten den Großteil ihrer Einnahmen abnimmt ist erstmal ein Zuhälter. 

Natürlich ist die "Tat" erst dann abgeschlossen, wenn sie sich darauf einlässt und das Geld auch geflossen ist - aber dann ist es auch schon fast zu spät: Die Frau bekommt sicher keine Quittung von ihrem "Loverboy" und die Abmachung mit den 70/30 wird wohl kaum schriftlich fixiert. Wenn er dann behauptet sie hätte ihm lediglich freiweillig "hin und wieder etwas Geld geschenkt (oder geliehen)", dann steht erstmal Aussage gegen Aussage... .

Wenn sie dann auch noch wirklich glaubt, dass er sie genauso liebt wie sie ihn, dann wird es auch kaum zu einer Anzeige kommen - und sie selbst dann zu ihm stehen, wenn z.B. die eigenen Eltern zur Polizei gehen... . Das ist ja das perfide an der Loverboy-Methode!

In der Praxis wird der "interessante Mann" (aka "Loverboy") allerdings die Karten nicht von Anfang an in der geschilderten Form auf den Tisch legen, sondern das Mädel erst mal ein paar Wochen beeindrucken und von ihm emotional abhängig machen und erst DANN Schritt für Schritt mit seinem eigentlichen Geschäftsmodell 'rausrücken... .

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Kommentar von Omniscentor ,

...und genau diese Konstellation ( er hat zu ihr gesagt... ) ist eben nicht genug um ihn als Zuhälter anzuzeigen. So zumindest meine Einschätzung der hiesigen Rechtssprechung.

Natürlich ist sein Verhalten und sein Angebot im höchsten Maße unmoralisch, falsch, und nicht hinzunehmen, aber um ihn dafür als Zuhälter zu verurteilen reicht das meines Erachtens nicht.

Kommentar von RFahren ,

Dann sind wir uns ja in Bezug auf den Sachverhalt einig - es zu SAGEN ist vielleicht nur ein (äußerst dummer!) Scherz um sie abzuwimmeln - aber wenn es wirklich so umgesetzt wird auf jeden Fall Zuhälterei!

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Kommentar von Omniscentor ,

Wenn sie es tut, ist es rechtlich ein klarer Fall von Prostitution und Zuhälterei. Das sie es getan hat, geht aus der Frage nicht hervor. In dem Fall ist ihr nicht geholfen zur Polizei zu gehen und eine Anzeige zu erstatten, weil noch keine Tat stattgefunden hat.

und auf jedem Fall sind wir auf die Sache bezogen gleicher Meinung ;)

Antwort
von Schlauerfuchs, 52

Ja das ist Zuhältrei. 

Er macht sie hörig und schickt sie dann anschaffen.

Genau so arbeiten sog. " Loverboys "

Antwort
von Wuestenamazone, 33

Zuhälterei ist in dem Fall nicht das richtige Wort denn er droht ihr nicht. Was er macht ist Erpressung. Machst du das nicht siehst du mich nicht mehr. Bei einem Zuhälter gäbe es gleich Schläge

Antwort
von ThomasAral, 89

ja isses -- kaum eine prostituierte würde sagen, dass ihr gewalt vom zuhälter angedroht wird

Antwort
von cuteaf, 36

das ist denke ich die Definition davon

Antwort
von turnmami, 60

Ja, das ist Zuhälterei

Antwort
von Minuri, 55

Kann Mann so sagen... Allerdings ohne Gewalt hm.... Warum sollte das eine Frau machen wenn sie nicht gerade diesen Beruf Ausüben möchte.... Und das kann man als emotional Erpressung betrachten.

Aber wie gesag warum sollte die Frau das machen????

Nur weil der Mann das sagt??

Antwort
von Sahaki, 40

"Schon von Zuhälterei" - das IST Zuhälterei

Kommentar von Omniscentor ,

x sagt zu y wenn du mit mir zusammensein möchtest, musst du anschaffen gehen.

Kann x aufgrund einer einzigen Aussage als Zuhälter verurteilt werden?

Ich glaube nicht

Antwort
von Tortuga240, 47

ja würde ich auch so machen, wenn ich dich nicht f**** will...

nein mal ohne spass, das ist Zuhälterei, und du solltest dich nur drauf einlassen wenn du eh nix zu verlieren hast

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