Frage von Hadrow, 27

Kann man gezahlte Zollgebühren (Einfuhrumsatzsteuer) zurückverlangen?

Heute hat der Postbote eine Sendung aus China für mich dabei gehabt. Ich sollte 9 Euro Zollgebühren bezahlten, weil der Händler einen falschen, fast doppelt so hohen Warenwert angegeben hat. Normalerweise wäre die Ware noch unter dem Zoll-Freibetrag. Kann man sich in so einem Fall mit dem Zoll in Verbindung setzen und mit dem Nachweis des Kaufpreises die gezahlten Zollgebühren zurückverlangen? Oder ist die Sache aussichtslos?

Antwort
von stefan1531,

Du kannst - unter Vorlage der Rechnung und eines Zahlungsnachweises sowie der Einfuhrdokumente - eine Rückerstattung beim Hauptzollamt beantragen.

Das ist aber langwierig und recht aufwendig. Fraglich, ob sich der Stress lohnt.

Antwort
von Lestigter, 12

Ab 22 Euro ist Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten.(19%), ab 150 Euro noch zusätzlich Zoll

Und bei den 22 Euro zählt alles, also Preis der Ware und die Versandkosten.

Was war denn der Gesamtpreis und wie setzte er sich zusammen?


Kommentar von Hadrow ,

Eigentlich ja angeblich erst ab 26,32 Euro, weil nur Beträge größer 5 Euro erhoben werden. Habe aber selbst bisher noch keinen Artikel über dieser Freigrenze bestellt. 

Der Artikel hat 21 Euro gekostet. Eigentlich hätte der Versand per DHL nach Deutschland 22 Euro zusätzlich gekostet. Auf Nachfrage wollte der Händler dann mit der Chinesischen Post versenden. Bezahlt wurden somit nur 21 Euro, der Händler hat aber wohl fälschlicherweise in der Deklaration die kosten inklusive der teureren Versandmethode angegeben.

Kommentar von Lestigter ,

Bei einer Abgabesumme von unter 5 Euro "kann" auf die Erhebung verzichtet werden, so heist es in einer internen Anweisung.

"kann" nicht "muss"

Und die Angaben wurden korrekt anhand der gemachten Verkäuferangaben erhoben. Der unterschreibt auf der CN-22 dafür, dass die Angaben wahrheitsgemäß sind...

Wenn sie nun eine Rechnung über 21 Euro vorlegen, wird es so aussehen, (und der Zoll weis es ja nicht besser) also ob sie genau so gut noch eine zweite über 22 Euro haben könnten, die sie nur nicht vorlegen wollen. (wie wollen sie beweisen, dass sie nicht auf zweimal gezahlt haben?)

Ich sehe da schwarz - Wenn, dann ist höchstens was vom Verkäufer zu holen.

Oder das einfachst wäre gewesen, die Annahme zu verweigern, dann wäre das zum Verkäufer zurückgegangen und er hätte einen neuen Versuch mit ordentlicher CN-22 machen können..

Aber man kann ja mal noch versuchen ,den Schriftverkehr mit dem Verkäufer beizulegen, vielleicht hilfts...

Ansonsten: Lehrgeld, beim nächsten mal weis mans besser und nimmt das nicht an.

Kommentar von Hadrow ,

#Bei einer Abgabesumme von unter 5 Euro "kann" auf die Erhebung #verzichtet werden, so heist es in einer internen Anweisung.

#"kann" nicht "muss"

Achso, okay vielen Dank. Hatte wie gesagt bei meinen bisherigen Bestellungen noch nie was mit dem Zoll zu tun. Aber trotzdem sicherheitshalber immer versucht unter 22 zu bleiben.

#

Oder das einfachst wäre gewesen, die Annahme zu verweigern, #dann wäre das zum Verkäufer zurückgegangen und er hätte einen #neuen Versuch mit ordentlicher CN-22 machen können..

Genau das habe ich auch gemacht. Da ich keine Sendung mit Zollgebühren erwartet hatte. Erst im nachhinein konnte ich die Sendung zuordnen. Der Händler hat wahrscheinlich noch die Versandkosten per DHL dazugerechnet, obwohl die Ware kostenlos mit China Post raus ging.

Kommentar von Lestigter ,

Dann ist ja außer dem ärgerlichen Umstand, dass es noch etwas länger dauert, bis das wieder geschickt wird noch alles gut gegangen.

Da merkt man ihre Kompetenz und eine gute, schnelle  Entscheidungsfindung, Respekt!

Ich hatte bisher auch immer Glück und bin bei 25-26 Euro Sachen, die ich abholen musste immer abgabenfrei davongekommen. (Problem war da meist eine falsche Angabe auf dem CN-22 "weil man es doch nur gut meinte, hat man da 10$ draufgeschrieben")

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