Frage von KatharinaKieff, 135

Kann man gegen die FATCA-USA-UmsV Einspruch erheben?

Dieses Gesetz besteht seit 2013. Ich wurde damit vor einigen Tagen zum ersten Mal konfrontiert, hab vorher nichts darüber gewusst und frage mich, ob man sich gegen dieses Abkommen wehren kann. Meiner Meinung nach passt es nicht mit Datenschutz und/oder Bankgeheimnis zusammen. Ich verstehe nicht, wieso sich Banken und Sparkassen nicht schützend vor ihre Kunden stellen. Meine Sparkasse setzt mich im Moment unter Druck, fordert Informationen innerhalb 14 Tagen von mir, die ich nicht in der Zeit erbringen kann. Ich bin gebürtige Amerikanerin (Vater US, Mutter BRD), lebe mit meiner Familie seit meinem 7. Lebensjahr in Deutschland, wurde 1977 eingebürgert und habe mit den USA nichts mehr zu tun. Ich habe mich ans US Konsulat und die Social Security Administration gewandt. Auskünfte erhält man nur per Brief, das dauert alles länger als 14 Tage. Ich habe die Sparkasse um Aufschub gebeten, gegen diesen Vorgang protestiert, mich aber nicht geweigert Auskunft zu geben. Ich habe im Internet einige Informationen über diese Abkommen gefunden, aber nichts darüber ob man einen formellen Einspruch erheben kann. Ich empfinde es als ungerecht, dass man gezwungen wird, Selbstauskünfte an ausländische Behörden zu geben, mit denen man faktisch nichts (mehr) zu tun hat. Über einen Rat würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank. K.Kieff

Antwort
von Inge56v, 108

Hallo, die Meldung aller Kunden, die US-Personen sind, kann eine deutsche Bank nicht vermeiden. FATCA ist ein deutsches Gesetz und ist von den Banken, Sparkassen und Versicherungen zwingend umzusetzen.

Sie sind vermutlich immer noch US-Bürgerin oder haben Sie auf die US-Staatsbürgerschaft verzichtet? Wenn Sie nicht darauf verzichtet haben, dann müssen Sie bei der US-Steuerbehörde jedes Jahr Ihre Steuererklärung und die Liste Ihrer Konten inkl. Guthaben etc. vorlegen. Es gilt eben für US-Personen das Welteinkommensprinzip. Mit FATCA sollen nun alle US-Personen gefunden werden, die die Erklärungen bisher vermieden haben. Die Bank oder Sparkasse kann nichts dazu. Beschweren dürfen Sie sich gerne bei dem US-Gesetzgeber, der diese Gesetzgebung weltweit durchgesetzt hat.

Übrigens zu den nächsten Schritten: Beantragen Sie asap eine US-TIN bzw. eine ITIN. Detais finden Sie auf der Webseite des IRS. Geben Sie dann der Sparkasse an, dass Sie die US-TIN/ITIN beantragt haben und alles ist für die deutsche Bank / Sparkasse in Ordnung. Ihre US-Steuerangelegenheiten sollten Sie aber zügig in Ordnung bringen. Vermutlich am besten mit Hilfe eines auf US-Steuerrecht spezialisierten Steuerberaters.

Fazit: Es hat eben nicht nur Vorteile US-Bürger zu sein.

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