Frage von nieraab, 128

Kann man evangelisch sein und die Lebenseinstellung der Buddhisten Leben?

Ich habe gelesen das Buddhisten nichts dagegen haben wenn Evangelisten in den Buddhismus einsteigen. Aber wie ist es mit den Evangelium?

Antwort
von Dackodil, 75

Buddhismus ist keine Religion sondern eher eine Philosophie und eine Lebenseinstellung.

Insofern sehe ich keinen Hinderungsgrund, warum man nicht weiter evangelisch sein kann und buddhistische Einstellungen leben kann.

Antwort
von Hardy3, 54

Niemand hindert dich daran. Was das  Evangelium zum Lebensstil sagt, widerspricht herzlich wenig entsprechenden Vorschriften des Buddhismus oder anderer Religionen - Achtung und Respekt vor anderen Lebewesen etc. haben alle Religionen gemein.

Wenn du das Evangelium natürlich wörtlich nimmst und entsprechend interpretierst, wird's schwierig, denn dann betonst du die Unterschiede. Aber auch das haben alle Religionen in ihrer fundamentalistischen Auslegung gemein.Dann musst du ja schon unterscheiden, ob du evangelisch lutherisch oder reformiert bist - evangelisch ist ja sehr facettenreich

Antwort
von Wurzelstock, 52

So weit ich es richtig verstanden habe, besteht der wesentliche Unterschied zwischen Christentum und Buddhismus in der persönlichen Heilserwartung.

Ziel im Buddhismus ist das Eingehen und Aufgehen in der Leere, die als einziges existent ist. Alles andere ist Illusion. Diese Leere wird einheitlich als 'Friede' definiert. Die Individualität geht darin verloren.

Ziel im Christentum ist das Eingehen und Aufgehen in Gott, wobei die Individualität erhalten bleibt.

Beide erreichen das Heil ihres Verständnisses durch die Ethik, die sich nicht wesentlich unterscheidet. Da der Buddhist keinen Gott kennt, erlöst er sich selbst. Das ist in allen Philosophien so.

Der Christ wird allein durch Gott erlöst. Seine Ethik beruht auf der Lehre und dem Vorbild des Religionsstifters, des Jesus von Nazareth, der selbst fest im jüdischen Glauben verankert war.

Wer sich die Frage nach der Vereinbarkeit der beiden Weltanschauungen stellt, sollte bei seiner Taufe ansetzen - sofern er getauft ist. Es ist unwichtig, ob er als Kind oder Erwachsener getauft wurde. Vielmehr ist entscheidend, ob er zu diesem Bekenntnis stehen kann oder nicht, und wie dieses persönliche Bekenntnis bei ihm aussieht.


Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus & Religion, 29

Ich bin Buddhist und habe absolut nichts dagegen, wenn Christen beispielsweise buddhistische Formen der Meditation üben.

Tatsächlich sind vielen Christen die meditativen bzw. kontemplative Praxis ihrer eigenen religiösen Tradition unbekannt, oder wirken unpassend, so dass buddhistische Meditationspraxis durchaus als Bereicherung empfunden werden kann

Theologisch bzw philosophisch gibt es jedoch Differenzen, die man nicht übersehen sollte.

Gott vs. Vergänglichkeit

Der Buddhismus lehrt, dass nichts ewiges existieren kann, also auch kein Schöpfergott. Das steht im Widerspruch zur Ewigkeit und Allmacht Gottes.

Gebote vs. Handlungsanleitung

Im Buddhismus gibt es keine von Gott gesandten Gebote, deren Befolgung verlangt wird, sondern lediglich Vorgaben zum richtigen Handeln.

Sünde vs. Verfehlungen

Im Buddhismus gibt es das Konzept von Sünde und deren Bestrafung nicht. Dort existiert lediglich das Konzept von menschlichen Verfehlungen.

Seele vs. Nicht-Selbst

Im Buddhismus gibt es die Vorstellung eines göttlichen Wesenskerns, oder einer ewigen Seele des Menschen nicht.

Selbsterlösung vs. Heil durch Christus

Im Buddhismus ist der Buddhist selbst für das Erwachen verantwortlich. Im Christentum führt das Heil jedoch über das Bekenntnis zu Christus

Gottes Plan vs. Selbstbestimmung

Einige Christen haben die Vorstellung, Gott habe einen Plan für ihr Leben. Im Buddhismus gibt es dagegen die Vorstellung, dass jeder Mensch vollständig selbst verantwortlich ist.

Vergebung vs. Karma

Ein Christ kein bei aufrichtiger Reue auf die Vergebung seiner Sünden hoffen. Im Buddhismus kann man sich der Wirkung seiner Tat nicht entziehen.

Wiedergeburt vs. Auferstehung.

Der Gedanke der Wiedergeburt steht der Vorstellung der Auferstehung am jüngsten Tag gegenüber.

Theologie vs. Schweigen

Während die Bibel viel über die Schöpfung und die Herkunft der Menschen aussagt, schwieg Buddha zu diesen Themen, da er solche Fragen als "nicht beantwortbar" ansah und ein Nachgrübeln nichts bringe.

Du siehst also, dass es in einigen Punkten deutliche Diskrepanzen in der Lehre beider Religionen gibt. Wie man mit diesen Widersprüchen umgeht, muss jeder selbst wissen.

Kommentar von matzemaen ,

Top Antwort ! Schön, wie du auch die Unterschiede rausstellst. Da hat jemand Ahnung- auch vom Christentum (bei Christen eher selten der Fall...)

Kommentar von Enzylexikon ,

Vielen Dank für die Blumen - obwohl mir da tatsächlich ein peinlicher Schnitzer bei der Rechtschreibung nterlaufen ist

Ein Christ kein bei aufrichtiger Reue auf die Vergebung seiner Sünden hoffen.

Es muss natürlich "kann" und nicht "kein" heißen.

Antwort
von hummel3, 51

Zuerst einmal die Frage - Was meinst du überhaupt mit "evangelisch sein"? - Wenn du damit lediglich ausdrücken willst, Mitglied der evangelischen Kirche zu sein, getauft zwar, aber ohne wirkliche Glaubensüberzeugung, dann ist dies sicher möglich.

Wenn du mit "evangelisch sein" allerdings gläubige Christen ansprichst, dann wird man sich mit der Philosophie des Buddhismus und buddhistischer Lebensweise nur begrenzt und nur soweit abgeben, wie er/sie nicht dem christlichen Glauben widerspricht. Und dabei dürfte dann aus meiner Erkenntnis nicht allzu viel übrig bleiben.

Kommentar von Dackodil ,

Worin widerspricht denn der Buddhismus dem christlichen Glauben?

Kommentar von hummel3 ,

@Dackodil

Im philosophischen Sinne, mag man sich ja mit vielen buddhistischen Gedanken und Inhalten durchaus anfreunden. - Doch der wesentliche Unterschied liegt im Grundsätzlichen:

Christentum und Buddhismus haben ein elementar unterschiedliches Gottesbild und einen grundverschiedenen Lebensplan des Menschen.

Deshalb ist christlicher Glaube und Buddhismus nach meinem Verständnis leider doch nicht vereinbar!

Kommentar von ArbeitsFreude ,

stimmt, liebe Hummel und Dackodil:

- das sehe ich als Buddhist genauso - deshalb sind in unserer Nichiren-Buddhistischen gemeinschaft zwar Christen natürlich herzlich willkommen - die, die dabeibleiben, sind aber doch alle irgendwie EX-Christen....

Kommentar von nieraab ,

Ich bin Mitglied der evangelischen Kirche, aber der Buddhismus spricht mich mehr an. Den Buddhismus würde ich mehr vertreten als die evangelische Kirche, aber noch weiß ich nicht viel. für andere ist das wahrscheinlich gar nicht nachvollziehbar.

Kommentar von hummel3 ,

@nieraab

Darf ich aus deinem Kommentar den Schluss ziehen, dass du zwar "Mitglied" in der evangelischen Kirche bist, wie so viele andere auch, dass dir dabei aber noch der eigentliche Glaube (gemäß NT der  Bibel) noch fehlt?

Anders kann ich mir deine Einstellung nicht erklären.

LG hummel3

Kommentar von matzemaen ,

Dackodil, beim Gottesbild und der Reinkarnationslehre zB

Kommentar von nieraab ,

Ja. Evangelisch zu sein, wurde mir in die Wiege gelegt.

Kommentar von hummel3 ,

@nieraab

Ja. Evangelisch zu sein, wurde mir in die Wiege gelegt.

Ich verstehe, deine Eltern haben dich einfach als Kind taufen lassen und du bist seitdem nicht eigentlich gläubig geworden, sondern leider nur Mitglied der evangelischen Landeskirche.  Das geht vielen so.

Unter diesem Gesichtspunkt verstehe ich auch deine Sympathie zum Buddhismus.

Kommentar von Wurzelstock ,

Das ist doch Quatsch, Hummel!

Nieraabs Eltern haben ihr das evangelische Christentum als Basis mitgegeben, von der aus sie sich kritisch umsehen kann - und genau das tut sie!

Es gibt keinen Grund, das negativ zu kommentieren mit Ausdrücken wie "einfach", "eigentlich", und "leider".

Wenn eine Weltanschauung - egal welche - nicht aus sich selbst heraus überzeugen kann, sondern auf unterschwellige Abwertung anderer Auffassungen angewiesen ist, dann ist sie keinen Schuss Pulver wert. Auch deine nicht.

Kommentar von hummel3 ,

@Wurzelstock

Nieraabs Eltern haben ihr das evangelische Christentum als Basis mitgegeben, von der aus sie sich kritisch umsehen kann - und genau das tut sie!

Ein Satz, welcher sich phantastisch liest, jedoch von denen, "welche von ihren Eltern das evangelische Christentum ebenfalls als Basis mitbekommen haben, um sich kritisch umzusehen" nur schwerlich ausgefüllt wird.

Du tust mir leid, falls du selbst auch noch glauben würdest, was du hier von dir gegeben hast.

Kommentar von Wurzelstock ,

Ich glaube es nicht nur, sondern ich praktiziere es. Genauso wie Nieeraabs Eltern, und Nieraab selbst als Tochter, sind sowohl ich als auch meine Kinder ihren eigenen Weg gegangen.

Mein Glaube ist schon lange nicht mehr christlich. Aber meine Erziehung, die ihn mir ermöglicht hat, war es. Ich habe keinen Grund, mich abfällig darüber zu äußern.

Kommentar von hummel3 ,

Ich glaube es nicht nur, sondern ich praktiziere es.

Das erklärt natürlich alles! - Da hab' ich keine weiteren Worte mehr.   

Kommentar von ArbeitsFreude ,

Halt sorry., Hummel, nieraab und matzemaen!

Ihr habt die Rechnung
ohne Allah gemacht! - in der Hölle werdet Ihr brennen: Wenn die Eltern
nieraab haben laufen lassen, dann wäre sie automatisch Muslima, denn wie
man ja "WEISS", werden alle Menschen erstmal als Muslime geboren - wenn man sie nur lässt.... ;) - bzw. wenn Allah sie rechtleitet bzw. wenn ach was weiß ich - jedenfalls: Ein Muslim wird draus, da gibt`s kein Vertun!:)



Antwort
von derMannohnePlan, 3

Na der Buddhismus ist da relativ offen. Er passt sich an. Wie sich das Wasser einem Gefäß anpasst.

Das Problem ist Ihr "Evangelium". Ihr fest verankerter Glaube. Vielleicht sollten Sie mit Ihrem Priester sprechen ob das konform geht?

Wir denken, dass der Mensch, dessen Geist sich mit Gott beschäftigt, heiliger ist als der Mensch, der an Geld denkt. Doch sie sind praktisch beide das gleiche; beide wünschen Ergebnisse.

Ich möchte nicht gegen die Kirche und gegen organisierte Religion sprechen, das liegt bei Ihnen.

Ich gehöre keiner organisierten Religion oder Kirche an, weil es für mich keine Bedeutung hat.
Ich will nur aufzeigen, dass ein Mensch, der ernsthaft nach dem Wirklichen sucht, all das beiseite setzen muss.

Wir versuchen, das Daseinsproblem in seiner Gesamtheit zu verstehen, und dazu gehören auch Kirche und organisierte Religion.

Ich glaube nicht daran, dass eine organisierte Religion dem Menschen hilft, Gott oder die Wahrheit zu finden.

Religionen bedingen den Menschen, an Gott zu glauben; genauso wie ein Kommunist bedingt wird, nicht zu glauben; – es ist im Grunde dasselbe, ich sehe keinen großen Unterschied.

Der Mensch, der sagt: »ich glaube an Gott«, weil er von Kindheit an dazu erzogen worden ist, und der Mensch, der sagt: »ich glaube nicht an Gott«, weil er bedingt worden ist, solchen Unsinn zu wiederholen, – stehen beide auf derselben Ebene.

Wer aber selber etwas herausfinden möchte, fängt an zu untersuchen. Er wird keine Autorität, kein Buch, keinen Erlöser blindlings annehmen.

Wenn es ihm wirklich ernst damit ist, wenn er es täglich durchdenkt und untersucht, es in seinem Leben verfolgt und zu verstehen trachtet, – dann hat er auf irgendwelche Weise allen Glauben abgelegt.

Er ist ein wahrhaft Suchender ohne jeden Beweggrund; er ist ganz allein auf einer Entdeckungsreise. Und wenn er findet, bekommt das Leben eine ganz andere Bedeutung für ihn. Vielleicht kann er dann den Menschen helfen, frei zu werden?

Die Frage lautet weiter: »Haben die Religionen nicht viel Gutes getan?« Glauben Sie? Ich glaube, es gibt nur eine einzige organisierte Religion, die den Menschen nicht durch Krieg ins Elend gebracht hat, – und das ist bestimmt nicht das Christentum oder der Islam!

Die Christen haben möglicherweise mehr Kriege geführt als irgendeine andere Religionsgemeinschaft,— und stets im Namen des Friedens, der Liebe, Güte und Freiheit.

Sie haben hier wahrscheinlich mehr als die meisten anderen Völker unter den Schrecken des Krieges und der Erniedrigung gelitten; – während beide Seiten stets Gott für sich anforderten.

Sie wissen all das selber, auch ohne dass ich es wiederhole.
Ich fürchte, wir haben die Welt zu dem gemacht, was sie ist, – wir, Sie und ich, – sie ist nicht von Weisheit, Wahrheit oder Gott erschaffen worden.

Ehe wir uns nicht von Grund auf ändern, wird keine organisierte Religion der Menschheit Gutes bringen.
Religionen können oberflächliche Verbesserungen herbeiführen oder auf sozialem Gebiet Gutes tun; aber es hat Jahrhunderte gedauert, ehe die Religionen zivilisiert wurden, und es wird ebenso lange dauern, bis der Kommunismus zivilisiert ist.

Ein wahrhaft ernster Mensch muss von diesen Dingen frei sein; er muss über alle Erlöser und Götter hinausgehen, um das Wahre zu finden.

Antwort
von quanTim, 45

Was meinst du mit wie ist es mit dem evangelium? Das evangelium und die evangelisten haben nichts mit der evangelischen konfesion zu tun.

Antwort
von Kheber, 20

Hallo nieraab,

ich kenne mich zwsr mit dem Buddismus nicht aus, aber ich möchte die Frage kurz und bündig mit einem klaren NEIN beantworten. Es gibt nur den EINEN Gott, den Schöpfergott aus der Bibel und dieser duldet keine anderen Götter in unserem Leben. ER sagt selber von sich, dass ER ein eiversüchtiger Gott ist und soetwas nicht ungestraft lässt. Das kann man z. Bsp am Volk der Kanaaniter sehen. Sie hatten viele Götter und der Ewige vernichtete sie und vertilgte sie aus ihrem Land. Selbst der Weise König Salomo hängte sich in seinem späteren Leben durch die Königin von Saba an deren Götter und er wurde von Gott schwer bestraft. Davon gibt es in der Bibel unzählige Beispiele

Hoffentlich konnte ich etwas behilflich sein

Kommentar von nieraab ,

Hey kheber, sofern ich jetzt vom Buddhismus und ihren Buddha weiß, ist Buddha kein Gott und war ein Mensch der genauso lebte wie Jesu (nicht die Lebenseinstellung usw. gemeint). Buddhismus ist eine Lebenseinstellung oder Philosophie. Doch vieles widerspricht sich mit den evangelischen Glauben und den Buddhismus. Zum Beispiel die ganze Karma Geschichte und das Seelen Ding. (in einer anderen Antwort wurden Punkte aufgezählt, die sich widersprechen) (Ein anderer Fakt: Buddha ließ die Frage, wer der Schöpfer sei, unbeantwortet. Ich glaube, zu dieser Zeit wusste die Welt noch nichts von Jesu und Gott)

Kommentar von Wurzelstock ,

Die Welt weiß auch heute noch nichts von Gott. Es gab immer nur Menschen, die behaupteten, sie hätten mit ihm geredet, oder solche, die jemand kannten, der behauptete, er hätte mit ihm geredet.

Die christlichen Theologen haben das längst erkannt, und sind in dieser Frage ratlos. Einen Neuansatz würde die Masse der Gläubigen nicht mitmachen. Das kannst Du bereits am Stil der Antwort von Kheber erkennen.

Antwort
von josef050153, 19

In der evangelischen Kirche darfst du alles machen, so lange du deine Kirchensteuer bezahlst.

Antwort
von 1988Ritter, 37

Die Lebenseinstellungen der Buddhisten harmonieren hervorragend mit den Lehren von Jesus Christus.

Von daher gesehen ist eigentlich ein jeder Christ, der die Lehren von Jesus Christus befolgt, auch irgendwie schon eine Art von Buddhist.

Was der größte Unterschied neben dem Gottglaube ist, Buddhisten sind in ihren Lehren und Lebensführungen meditativer als Christen. Da Meditation aber nichts schlechtes ist, und der christlichen Lehre gleichsam nicht widerspricht, kann man sich dieser Lehre ohne Bedenken nähern.

Kommentar von matzemaen ,

Ähmm... Ich würde mal sagen, dass Reinkarnationslehren unvereinbar mit dem Christentum sind...

Kommentar von 1988Ritter ,

Nicht unbedingt. Beide Religionsgruppen gehen davon aus, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist.

Kommentar von Wurzelstock ,

Nicht nur das. Seit Platon steht die Reinkarnation als offene Frage im Repertoire der antiken Geisteswelt. Sie schlägt sich auch im Johannesevangelium, in der Nikodemusrede, so nieder.

Doch das sind alles nur Zwischenstationen. Die entscheidende Frage ist: Geht die Individualität zuletzt verloren oder nicht. Der Buddhismus sagt ja. Das Christentum sagt nein.

Antwort
von lifeispain7, 40

Nein natürlich nicht

Antwort
von eleteroj2, 35

ja, das kannst du. Die buddhistischen Gemeinschaften sind keine exklusiven Vereine, und die Buddha-Lehre ist auch weder patentiert noch urheberrechtlich geschützt. Es werden Regeln und Ratschläge angeboten, wie man der endlosen Hamstertretmühle aus Nicht-Wissen, Nichtwissenwollen und der Allgegenwart des leidenden Geistes entkommen kann. Im Buddhismus musst du nichts glauben, und auch kein Glaubensbekenntnis ablegen.

Du sagst: Ich nehme Zuflucht zum Erwachten, ich nehme Zuflucht zum Lehrprinzip des Erwachens, ich nehme Zuflucht zur Gemeinschaft der Erwachenden. Und dann lebst du künftig dementsprechend.

Die Grosskirchen dagegen betrachten den Buddhismus bis heute skeptisch und distanziert. Die Liebe und der inbrünstige Willkommensjubel, den evangelische und katholische Hierarchen in DE dem aggressiv vordringenden Sunnitentum entgegenbringen, wurde zu keiner Zeit irgendwelchen buddhistischen Orden und Gemeinschaften aufgebracht.

Katholische Mönchsorden, vor allem Benediktiner und Jesuiten, sympathisieren zwar traditionell stark mit buddhistischen Schriften und Lehren, werden aber dann immer wieder vom Vatikan gemaßregelt. Ausnahme: Papst Benedikt hatte als Kardinal Ratzinger die deutsche Übersetzung des "Lotos-Sutra" von Margarethe von Borsig vorfinanziert.

Kommentar von Dackodil ,

Es gibt einen Willkommensjubel der Katholiken und Evangelischen dem Sunnitentum gegenüber???

Hä???

Kommentar von Nunuhueper ,

Die Opposition in Syrien ist vorwiegend sunnitisch.

Kommentar von eleteroj2 ,

die Haltung der Kirchenoberen in West- und Osteuropa ist da tatsächlich zwiespältig. In DE zb führt im Einflußbereich der Kirche offene Islam-Kritik zu disziplinarischen und arbeitsrechtlichen Sanktionen, auch die Umwidmung geweihter Kirchen zu Moscheen oder etwa sunnitisches Show-Beten in Kirchenräumen darf nicht kritisiert oder mißbilligt werden.

Gerechtfertigt wird das, indem man eine quasi religiöse Blutsbrüderschaft mit dem Islam herbeiphantasiert, behauptet, Moslems und Christen würden denselbern Gott anbeten, nämlich den Gott Abrahams. Was allein schon theologisch wie auch religionsgeschichtlich völler Unfug ist.

1. ist Abraham kein Religionsstifter, er ist noch nicht mal eine historisch faßbare Gestalt. Er ist ein Mythos wie Theseus, Sigfrid oder Gonggong.

2. Das Gottesbild des Koran ist nahezu 1:1 identisch mit dem der Torah. Wäre das Gottesbild des Evangelium damit identisch, hätte Jesus gar nicht predigend durchs Land ziehen müssen, er wäre auch von niemandem der Häresie bezichtig worden, nicht wahr?

Zum Glück teilen die Kirchenführer Ungarns, Österreichs, Tschechiens, der Slowakei und Polens diese Einschätzung des gegenwärtigen Sunnitensturms auf Europa ihrer westeuropäischen Glaubensbrüder nicht. Offenbar ist in diesen Ländern das kollektive Gedächtnis an die Osmanischen Aggressoren vor Wien erheblich stärker verankert als in Westeuropa. Kein Wunder, denn auch damals waren es Osteuropäer, die den Kampf gegen die Osmanen angeführt und gewonnen hatten.

Kommentar von Wurzelstock ,

Deine emotionale Darstellung hält den Fakten nicht stand. Eine Zusammenarbeit zwischen Islam und Christentum gibt es auf regionaler Ebene schon seit fast zwei Generation. Da gab es hier noch so gut wie keine Muslime.

Die Kirchenführer, die dein Glück sind, sind Häretiker. Das Christentum hat nichts, was es dem Islam entgegensetzen könnte. Es gibt nur die Kooperation.

Kommentar von eleteroj2 ,

"Das Christentum hat nichts, was es dem Islam entgegensetzen könnte" das sind offenbar deine sunnitischen oder islamophilen Wachträume. Ich bin kein Christ, bin aber sehr vertraut mit dem, was Christen glauben. Und da, denke ich, gibt es einiges, was man dem pharisäischen Sunnitentum als Christ entgegnen könnte. Zb  Luthers Schrift 'Von der Freiheit eiens Christenmenschen', die ziemlich deutlich herausarbeitet, dass das Befolgen von tausenden Einzelvorschriften keinen ethisch wertvollen, oder gar vor Gott gerechtfertigten Menschen ausmacht - sondern nur die innere Einstellung.

Kommentar von hummel3 ,

Bravo, eleteroj2! - Eine sehr klare Darstellung der Wirklichkeit.

Kommentar von Wurzelstock ,

Was Christen glauben, ist nicht gleichbedeutend mit dem, was das Christentum lehrt. Es ist auch kein Zeichen von Fachkenntnis, einen einzigen Kirchenlehrer - zu denen zähle ich hier Luther - als Beleg anführen zu wollen. Die Lehren dieser Vordenker waren nie  unumstritten, und schon garnicht komplett anerkannt, nur weil es von diesem oder jenem stammte. Und auch dies gilt für Luther.

Wer Dinge predigt, die gegen das Standardethos des Christentums verstoßen, kann beim besten Willen nicht anders als Häretiker bezeichnet werden. Das Standartethos lautet: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst - auch dann, wenn er dein Feind ist.

Die Verstöße in der Geschichte des Christentums sind zahlreich, und werden ihm stets genüßlich vorgeworfen. Das wird sich kaum ändern. Es gab aber auch immer orthodoxe Kritik. Das soll sich nicht ändern.

Im übrigen möchte ich dich bitten, meine kontroverse Auffasssung nicht als "Wachträume" zu bezeichnen.

Kommentar von Nunuhueper ,

Was das Christentum lehrt, und was Christen glauben, wissen wohl nur Atheisten.

Wer hier über Fachkenntnis anderer urteilt, ist überheblich.

Das "Standartethos des Christentums" wird gerade hier in Deutschland praktiziert, so lange, bis es völlig verschwunden ist.

Sogar mit Hilfe solcher Einstellung oder auch "kontroversen Auffassung" wie hier beschrieben.

Kommentar von Nunuhueper ,

Wurzelstock,

Deine These, es gibt nur die Kooperation zwischen Christentum und dem Islam, weil das Christentum nichts hat, was es dem Islam entgegensetzen könnte, entspricht besonders der Merkelschen Doktrin der "verordneten Feindesliebe".

Kommentar von Wurzelstock ,

Nein. Dieser Satz stammt aus dem Jahr 1964 von einem katholischen Priester. Ich habe seitdem absolut nichts gefunden, was es als falsch belegen könnte.

Ob sich das Christentum in der augenblicklichen Herausforderung zum Konzept des leidenden Menschen bekennen wird, darf bezweifelt werden. Die Masse hat es in der Geschichte nie getan. Sie hatte auch immer eine bequeme Rechtfertigung - selbst für das Dritten Reich.

Ich gebe zu, dass es mir nicht passt, aber solche Rechtfertigungen zwingen mich als Atheisten an die Seite des bekennenden Christentums. Auch, wenn ich mir vor Zukunftsangst genauso in die Hosen mache, wie die "Fachleute".

Kommentar von Nunuhueper ,

Das Konzept des leidenden Christen in der augenblicklichen Herausforderung ist kein Bekenntnis des Christentums. 

Das haben wir hier nicht nötig, eher ist Abwehr und Gegenwehr angesagt.

Nur selten haben die Christen bei uns die Gelegenheit zu erleben, dass ihnen der Kopf abgetrennt wird, wie geschehen bei dem französischen Priester, der jetzt schon selig gesprochen wurde. 

Die Feindesliebe eines christlichen Märtyrers ist wohl allen unheimlich und daher abzulehnen.  

Die Merkelsche Liebe zu den geflüchteten Muslimen ist zwar abgeschwächt, aber ebenso unverständlich.


Kommentar von Wurzelstock ,

Lehne ab, was Du willst. Einem Geköpften ist es egal, ob er von einem fanatischen Moslem oder einem scheinheiligen Christen geköpft wurde. Du brauchst das nicht zu verstehen. Ich brauche mir aber auch nichts von dir diktieren zu lassen.

Kommentar von Wurzelstock ,

...ich hoffe, dass auch anderen Lesern deine subtile Verdrehung auffällt: Aus dem "Konzept des leidenden Menschen" hast Du das "Konzept des leidenden Christen" gemacht.

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