Kann man es so sagen, dass die Korrosion das Bestreben eines Materials ist, von einem hohen in einen niedrigeren Energiezustand zu wechseln?

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4 Antworten

Das Material selber geht nicht zwingenderweise in einen niedrigeren Energiezustand, es geht hier lediglich um die Minimierung der gesamten Energie.

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Es gibt verschiedene mathematisch äquivalente Formulierungen einer Korrision, generell einer chemischen Reaktion. Eine sehr einfache und anschauliche (leider aber selten genutzte) Größe ist das chemische Potential. Es gibt das Bestreben eines Stoffes an, sich in einen anderen Stoff umzuwandeln (zum Beispiel). Nun ist es so, dass die Summe der chemischen Potentiale der Ausgangsstoffe grundsätzlich höher ist als die Summe der chemischen Potentiale der Endstoffe. Man kann also sagen, dass das chemische Potential (in der Summe) bei einer Reaktion abnimmt. Für die Energie gilt dies aber nicht so direkt, jedenfalls ist das nicht so einfach. Es kommt darauf an, was man alles zur Energie zählt (die Gesamtenergie bleibt ja konstant), daher ist entscheidend, welche Energieanteile man mitzählt, und dies ist nicht so eindeutig klar. Meint man die innere Enerige U? Ob diese zu oder abnimmt und wie stark, hängt davon ab, wie viel Entropie erzeugt wird, bei welcher Temperatur, wie sich Druck und Volumen ändern usw.

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In der Natur gibt es zwei Prinzipien, nämlich das Prinzip des niedigstmöglichen Energieniveaus und das Prinzip der größtmöglichen Unordnung. Alle Stoffe, Elemente und auch Gegenstände sind bestebt, sich selbst auf ein möglicht niedriges Energieniveau zu begeben. Ein Ball oder Stein fällt immer nach unten; ein Flugzeug braucht die Energie der Motoren um oben zu bleiben. Die dabei frei werdende Energie wandelt sich dabei in eine andere Energieform um (Energieerhaltungssatz). Beim Abbremsen eines Autos wird Geschwindigkeit mittels Reibung in Wärme umgewandelt, die dann in die Umwelt abgestrahlt wird.
Auch chem. Elemente versuchen ihr Energiepotential abzusenken. Korrosion ist ja meistens (nicht grundsätzlich) eine Oxidation, und dabei wird in ganz geringem Maße Energie frei, sei es als Wärme (fast nicht meßbar) oder indem Elektronen ein niedrigeres Energiepotential einnehmen (für uns erst recht nicht meßbar).
Ich beantworte deine Frage also mit JA.

Was es mit der größtmöglichen Unordnung auf sich hat, lasse ich unbeantwortet, danach ist nicht gefragt.


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Die Korrosion selbst ist ja die Reaktion eines Werkstoffs mit seiner Umgebung. Wenn es die Umgebung nicht gäbe, dann würde der Werkstoff sich nicht verändern, also ist er auch nicht bestrebt irgend etwas zu ändern. 

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