Frage von jwjuele, 25

Kann man einen Vertrag im Namen eines Kunden mit dessen Zusicherung abschließen?

Hallo Community!

Als Mediengestalter gehört die Neuproduktion von Websites zu meinen Aufgaben. Nun möchte ich für meine künftigen Kunden eine Domain und einen Webspace im Internet einrichten. Bisher habe ich nach Ende der Produktion eine Vertragsübergabe abgeschlossen. Wobei ich dabei allerdings Gefahr laufe, dass der Kunde aufgrund irgendwelcher Gründe nicht bereit ist mir den Vertrag abzunehmen. So würde ich auf den laufenden Kosten des Vertrags bei Hostanbieten Wie Strato etc sitzen bleiben. Wenn mir das im Laufe von 24 Monaten 4 oder 5 mal passieren sollte, habe ich bereits monatliche Kosten von 200€ allein für die Verträge. Nun möchte ich also dem Kunden vor Produktionsbeginn eine Erlaubniserklärung unterschriebn lassen, in Ihrem Namen einen Host und eine Domain zu beantragen, und die Kosten direkt über den Kunden laufen lassen. Gäbe es effizientere oder auch für meine Kunden weniger bedrückende Methoden diesen Prozess abzuwickeln? Oder: Kann mir jemand sagen wie ich eine solche Erlaubniserklärung Formliere? Gibt es juristische Dinge die ich mit einbauen sollte um mich über alle Ecken abzusichern?

Vielen Dank für alle Antworten!

Gruß Julius Wittekind

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von threadi, 25

Ich denke du solltest eher mal schauen wie das andere machen. Hierfür gibt es viele Wege. Der aus meiner Sicht beste Weg (sowohl für dich als auch für den Kunden) wäre, wenn Du gleich zu Beginn der Arbeiten für den Kunden ihn selbst einen Hostingvertrag abschließen lässt. So das es nicht über dich läuft. Damit bindest Du den Kunden auch gleich an den besprochenen Plan, dass Du ihm eine Webseite bereitstellen sollst und er dir entsprechende Zuarbeiten liefern müsste - wäre ja nur in seinem Sinne. Sobald die Seite fertig ist, müsstest Du den Kunden nur noch bitten eine Domain dazu zu buchen.

Wichtig ist dabei, dass die Vertragsabschlüsse über deinen Kunden laufen - nicht über dich. Du könntest es in seinem Beisein auch vornehmen, und er unterschreibt dann jeweils bei dem Hoster, den Du ihm ausgesucht hast.

Noch ein anderer Weg wäre, wenn Du dir selbst einen Server mietest - vlt. einen Managed-Server - auf dem Du deinen Kunden selbst Webspace bereitstellen kannst. So hast Du dich nicht jedes Mal um Vertragsabschlüsse des Kunden mit externen Hostern kümmern sondern dein Kunde müsste nur noch Verträge mit dir eingehen. Wäre vom vertraglichen Aufwand her vermutlich besser, lohnt sich für dich aber nur wenn Du genügend Kunden hast mit denen Du einen Server finanzieren könntest.

Kommentar von jwjuele ,

Die Idee mit dem Managed Server ist ziemlich gut! Auf lange Sicht sollte das mein Ziel sein. Bis es so weit ist möchte ich meinen Kunden wenn möglich jedoch alle arbeit abnehmen. Auch um auf dem Server arbeiten zu können brauche ich von meinen Kunden eine Vollmacht um auf den Host account zugreifen und ihn bearbeiten zu dürfen. eine Solche Vollmacht stelle ich gerade zusammen.

Daher wäre es einfach die Berechtigung zur Erstellung des Accounts als Klausel mit hinein zu schreiben. So könnte ich die Zeit überbrücken, bis ich später genug Kunden und einen Managed server eingerichtet habe.

Kommentar von Droitteur ,

Letztlich brauchst du dir nur für jede Handlung, die du im Namen des Kunden ausführen möchtest, eine Vertretungsmacht, und musst bei Ausführung der Handlung bzw der jeweiligen Willenserklärung gegenüber dem Dritten deutlich machen, dass der Vertrag nicht für dich, sondern für den Kunden gelten soll.

Welche Handlungen alles darunter fallen und inwiefern man seine Vertretungsmacht begrenzen sollte, um unnötige Risiken zu vermeiden, sind taktische Fragen, von denen ich absolut keine Ahnung habe. Spätestens das ist dann wohl der Punkt, wo ein entsprechend erfahrener Berater aber auch sein Geld wirklich verdient, falls du dich lieber an ihn wenden willst, statt selbst etwas zu riskieren.

Vielleicht ist unnötig zu erwähnen, dass Vollmachten auch mündlich erteilt werden können - unnötig, weil du sie gefälligst trotzdem in Schriftform einholen wirst^^ Schon aus Beweisgründen. Und inhaltlich muss darin wie gesagt letztlich einfach für jede Handlung in etwa folgendes stehen: "..ist befugt, mich in dieser und jener Angelegenheit zu vertreten."; "..darf dies und das in meinem Namen tun"; "bla" - es muss also einfach daraus hervorgehen, dass du ihn vertreten darfst.

Und wie gesagt ggü dem Dritten auch deutlich machen, dass du das Geschäft nicht für dich selbst, sondern für einen Kunden abschließt. Wenn du in Paragraphen wuseln möchtest, wirst du grob in den §§ 164 ff. BGB fündig. Bin immer offen für Nachfragen :)

Wenn ich mich jetzt nicht irre, werden übrigens Domains immer nach diesem Prinzip "gekauft". Es gibt nur einige wenige, die direkt mit der DENIC zusammenarbeiten dürfen (strato, Telekom usw) und an diese wendet sich der Kunde mit Auftrag und Erteilung einer Vertretungsmacht, dass der DENIC-Partner bitte eine Domain für den Kunden registriere.

Antwort
von medmonk, 11

In unseren AGB wurde lediglich ein ein entsprechender Passus eingefügt, der genau dies regelt. Kommt es zu einem Vertragsschluss, der Kunde diese akzeptiert. Unsere Kunden bekommen die AGB als PDF und in Druckform zugeschickt. Letztere muss samt vertraglicher Vereinbarungen unterschrieben werden. So haben wir im Streitfall etwas in der Hand. 

LG medmonk 

Antwort
von fliesstext, 13

Hallo Julius,

ich bin ebenfalls Webdesigner und schließe solche Verträge meist direkt mit dem Kunden zusammen.

Ist das Verhältnis zwischen Kunde und mir äußerst gut, schreibe ich auch schonmal ne kurze WhatsApp oder rufe an und schreibe eben eine Nachricht "Du, ich muss ja den Hosting-Vertrag abschließen, das kostet... bla bla bla". Wichtig ist halt nur, dass allen Parteien klar sein muss, was gemeint ist.

Gruß, Max

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