Frage von MissPepperpot, 149

Kann man einen Nachnamen nachträglich angleichen (eindeutschen)?

Folgender Sachverhalt: Mein Freund ist in Polen geboren und hat entsprechend auch einen polnischen Nachnamen. Er besitzt seit über 15 Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft und lebt seitdem hier in Deutschland.

Seine Eltern haben sich damals entschieden, den polnischen Nachnamen weiterzuführen und nicht anzugleichen. Jedoch möchte mein Freund den Namen gerne eindeutschen lassen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob das überhaupt noch möglich ist, oder ob es für sowas einen gewissen Zeitrahmen gibt und die Frist inzwischen abgelaufen ist.

Wie wird eigentlich bestimmt, welche deutsche Form es für den Nachnamen gibt? Hat man da ein Mitspracherecht oder wird das dann vom Standesamt festgelegt? Dass man nicht wahllos irgendeinen namen nehmen kann, ist klar, aber es gibt ja verschiedene Auslegungen.

Und muss man z.B. auch Gründe mit Angeben oder reicht der Wunsch der Namensänderung? Weiter ist die Überlegung, dass wir nächstes Jahr heiraten möchten. Muss die Namensänderung vorher geschehen oder ist es bei der standesamtlichen Trauung möglich, dass gleich beide den neuen deutschen Namen annehmen?

Antwort
von aetnastuermer, 102

Eine "Angleichung" von Namen (nach § 94 BVFG) gibt es nur, wenn der Name ursprünglich in kyrillischer Sprache existiert. Das trifft für Polen nicht zu. Seine Eltern hatten also nie die Möglichkeit einer "Angleichung". Es bleibt also nur der Weg über eine öffentlich-rechtliche Namensänderung, wozu ein wichtiger Grund die erste Voraussetzung ist. Dann gibt es keine Vorgabe des Standesamts oder der sonstige Namensänderungsbehörde, sondern allein der Wunsch des Antragstellers ist maßgebend. Mit einer Eheschließung hat das überhaupt nichts zu tun. Wenn dies vor der Hochzeit ist, kann der neue Name zum Ehenamen bestimmt werden, nach der Hochzeit wird der Ehename für beide Partner geändert.

Noch einige Bemerkungen zu den wichtigen Gründen: Die müssen schwerer wiegen als das öffentliche Interesse an der Beibehaltung des bisherigen Namens. Der Wunsch auf Namensänderung allein reicht absolut nicht aus. Ist der Name für deutsche Begriffe schwierig zu schreiben, weil ungewohnte Buchstabenfolge, oder kommt man beim Lesen zu einer entstellenden Aussprache (Zungenbrecher)? Kann der Name zu frivolen Wortspielereien verleiten? Das wären triftige Gründe, die eine Namensänderung rechtfertigen können.

Antwort
von AmazonNeinDanke, 94

Das ist schon möglich, aber es sind einige Hürden zu überwinden. Ein möglicgher Grund für eine Eindeutschung wäre die schwierige Aussprache eines original polnischen Namens, z.B. bei 4 Konsonanten hintereinander.

Aber sehr viele Namen in Deutschland haben einen polnischen Ursprung, z.B. Koslowski, Wittkowski - alle Namen, die auf -sky oder -ski enden.

Antwort
von Amtsschimmel25, 84

Schau mal in Artikel 47 EGBGB in Verbindung mit § 1617c BGB.

 

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