Frage von lindabeyer3, 55

Kann man einen medizinischen Gutachter um den Streitbetrag verklagen, den er durch Falschaussagen vereitelt hat?

Wenn ein medizinischer Gutachter ein Falschgutachten erstellt, dass offensichtlich zu 100% falsch ist und ein Gericht (OLG) daraufhin eine Klage/Berufung ablehnt, ohne das Falschgutachten geprüft zu haben: Kann man dann den Gutachter verklagen, dass er die Schmerzensgeldzahlung zahlen muss, die er vereitelt hat?

Antwort
von LouPing, 32

Hey lindabeyer3

Hey quart
(OLG) daraufhin eine Klage/Berufung ablehnt


Mich irretiert die Aussage. Das Gericht kennt das Gutachten und hat es anerkannt.
Wenn hier trotzdem eine Berufung abgelehnt wurde steckt mehr dahinter. Ich kann mir vorstellen das es bereits mehrere, inhaltlich praktisch identische Gutachten gibt. 

Warum reagiert dein Anwalt nicht? Hat er dir geraten das Urteil endlich zu akzeptieren? Nur weil das Ergebnis nicht passt muss das Gutachten nicht fehlerhaft sein. 

Irgendwann muss das Gericht einen Schlusspunkt setzen! 

Den Gutachter kannst du natürlich auf deine! Kosten zivilrechtlich verklagen. Deine evtl. Rechtsschutzversicherung wird das allerdings ganz sicher nicht unterstützen. 

Kommentar von lindabeyer3 ,

Mein Anwalt hat bereits einige Falschaussagen in der Berufung aufgeführt und das OLG tut einfach so, als ob das Gutachten richtig sei. Mit folgender Begründung: Der Gutachter hat Erfahrung und Kompetenz.

Kommentar von LouPing ,

Ein Gericht beruft sich nie auf nur 1 Gutachten, hier werden alle Unterlagen berücksichtigt. 

Schließt sich so dann der Kreis wird ein Urteil gefällt. Nicht immer zum Wohle des Angeklagten, aber dein Anwalt kann und darf dir keinen Sieg garantieren. 

Was jetzt noch von dir kommt muss auch von dir gezahlt werden. Gutachten kosten richtig Geld und die Wahrscheinlichkeit das dir das nächste GA nicht gefällt steht 50:50. 

Selbst wenn du gewinnen solltest, eine Klage gegen den GA ist Zivilrecht und ein anderes Verfahren. 

Antwort
von Schnoofy, 18

Das Gutachten ist bis zum Beweis des Gegenteils richtig.

Den objektiven Beweis der Unrichtigkeit musst Du führen und zwar so, dass an Deiner Darstellung kein Zweifel bestehen.

Du als medizinischer Laie kannst das nicht sondern müsstest entsprechende medizinische Gegengutachten vorlegen.

Dieser Versuch wird Dich bei höchst zweifelhaften Erfolgsaussichten in den finanziellen Ruin treiben

Antwort
von martinunfall, 7

die sache ist dermassen kompliziert das man es nicht hier klären kann.

ich habe gutachter einige male verklagt.

du musst im vollbeweis nach § 286 zpo nachweisen, dass

- das gutachten falsch war

- ursächlich für den verlust 1. instanz war

- ursächlich für den vermust 2. instanz war

- dein anwalt an aber auch gar nichts mit schuld war

und insbes. an letzterem kommen mir bei solchen fälen immer gewisse leise zweifel hoch ...

jedenfalls: wenn du eine rechtsschutzversicherung hast, frag die einmal. es wird in jedem (!) falle eine tonne voll arbeit für den kollegen, der das prüfen muss.

wenn du keine rechtsschutzversicherung hast, rate ich ab, da man für so eine - sorry - s**arbeit als anwalt einen stundensatz von ca. 400 eur + mwst berechnen muss - und das wird teuer.

sory, aber ich bin immer relativ ehrlich. hoffe, das ist für dich ok.

greetz

der alte sack

Antwort
von qugart, 25

Nur wenn da wirklich eine betrügerische Absicht im Spiel ist.

In der Regel ist es jedoch so, dass der Gutachter richtig liegt, die "Geschädigten" aber subjektives Empfinden vor objektiven Tatsachen stellen.

Ohne mindestens ein Gegengutachten wird das sowieso nix.

Kommentar von lindabeyer3 ,

Der Gutachter liegt falsch. Er denkt sich diagnostizierte Symptome und Sachverhalte schlicht aus, um den angeklagten Arzt zu decken. Das OLG macht einfach mit.

Kommentar von qugart ,

Ja dann....einfach ein Gegengutachten beauftragen und einen Anwalt nehmen. Ihr könnt ja nicht verlieren, wenn alles so ist, wie du schreibst.

Antwort
von kevin1905, 18

So eine Frage erörtert man mit seinem Anwalt und niemandem sonst.

Antwort
von Skibomor, 29

Was meinst du mit "offensichtlich"? Gibt es ein Gegengutachten? Dann könnte vielleicht ein Anwalt helfen.

Kommentar von lindabeyer3 ,

Er schreibt u.a., dass zu einer bestimmten Operation eingewilligt worden sei, dabei ist davon nichts ersichtlich. Er manipuliert das gesamte Verfahren mit Falschaussagen, die für jeden auch ohne Gegengutachten sofort erkennbar sind.

Antwort
von martin0815100, 35

Das Gericht hat demn Gutachter geglaubt. Nur weil es ein Gegengutachten gibt welches nicht vom Gericht bestellt wurde (dann wäre es glaubwürdiger) kannst Du erstmal gar nichts.

Du musst zweifelsfrei beweisen, dass es absichtlich falsch war. Dazu reicht nicht ein widersprechendes Gutachten. Dazu ist viel mehr notwendig.

Kommentar von lindabeyer3 ,

Er täuscht Sachverhalte vor, die für jedermann sofort als falsch erkennbar sind. Seine Falschaussagen sind zweifelsfrei für jeden Laien sofort erkennbar.

Kommentar von LouPing ,

Hey lindabeyer3

Du hast also alles nur "Nichtswisser" im Gerichtssaal? 

Ich verstehe das du sauer bist, aber sei vorsichtig mit derartigen Unterstellungen. 

Kommentar von lindabeyer3 ,

Doch! Das LG und das OLG täuschen vor, dass der Gutachter recht habe und begründen dies damit, dass der Gutachter "kompetent und erfahren" sei. Das LG denkt sich sogar Aussagen von mir aus und das OLG wiederholt dies einfach, obwohl wir diese Manipulation in der Berufung einwandfrei aufgedeckt haben.

Antwort
von Saisonarbeiter2, 24

ann man dann den Gutachter verklagen, dass er die Schmerzensgeldzahlung zahlen muss, die er vereitelt hat?

nein. für verstösse, die nur nach deinem subjektiven empfinden stattgefunden haben, bekommst du kein schmerzensgeld

Kommentar von lindabeyer3 ,

Er schreibt u.a., dass zu einer bestimmten Operation eingewilligt worden
sei, dabei ist davon nichts ersichtlich. Er manipuliert das gesamte
Verfahren mit Falschaussagen, die für jeden auch ohne Gegengutachten
sofort erkennbar sind.

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