Frage von user30, 192

kann man einen fetisch unterbinden oder auslöschen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ASRvw, 112

Moin.

Bei sich selbst:
Auslöschen: Nein
Unterdrücken: Ja. Ist eine Frage der Selbstdisziplin. Mit der entsprechenden Disziplin kann man sich einen Fetisch genauso abgewöhnen, wie das Rauchen. Aber man muss da dauerhaft entsprechend konsequent sein, weil er immer mal wieder aufflammt, genauso, wie das Verlangen zu Rauchen. Ex-Raucher können Dir da ein Lied von singen. Auch 10 Jahre nach der Letzten träumen sie ab und an noch von ner Kippe.

Bei jemand anderem: Nein.

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ASRvw de André

Kommentar von user30 ,

wieso geht auslöschen nicht?

Kommentar von ASRvw ,

Moin.

Weil sich bestimmte Fetische, die ihren Ursprung in bestimmten Archetypen, zum Beispiel einem instinktiven Trieb haben, einfach nicht auslöschen lassen. Der Instinkt kann nicht ausgelöscht werden. Die Instinkte sind als Überlebensmechanismus viel zu tief im Geist verankert.

Wenn Du wissen willst, wie es um Deinen persönlichen Fetisch steht, musst Du mal Butter bei die Fische tun und uns hier mal detailliert mitteilen, um welchen Fetisch es bei Dir geht, wie sich dieser entwickelt hat, sich dieser bei Dir manifestiert und in wie weit Du ihn bislang ausgelebt hast.

Anderenfalls sind hier einfach keine klaren Aussagen möglich.

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ASRvw de André

Kommentar von user30 ,

ich belass das hier mal und bedanke mich für deine antwort ;)

Antwort
von Ottavio, 89

Ich weiß nicht genau, was Du unter einem Fetisch verstehst. Ich denke, ein guter Psychoanalytiker kann den einen oder anderen Fetisch neutralisieren, aber wohl kaum jeden. Archetypen lassen sich nicht auslöschen.

Hier ein Kommentar, mit dem ich meine Antwort auf eine andere Frage ergänzt habe, in der es darum ging, ob es Dämonen gibt und ich vermutet habe, dass man de Vaterkomplex unabhängig vom real existierenden Vater auf einen Archtypus zurückführen kann:

Es ist ganz bestimmt ein Archetypus, der erste sogar, den Carl Gustav Jung beschrieben hat in seinem Frühwerk von 1908, Die Bedeutung des Vaters für das Schicksal des Einzelnen. Ich zitiere aus der Ausgabe von 1949 (Zürich), S.38:

"Die Möglichkeiten des Archetypus, im Guten wie im Bösen, übersteigen die menschliche Reichweite um ein Vielfaches, und ein Mensch kann solche Spannweite nur dadurch erreichen, daß er sich von diesem ergreifen läßt, wobei aber der Mensch verloren geht. Die schicksalsdeterminierende Kraft des Vaterkomplexes entstammt dem Archetypus, und dies ist der wirkliche Grund, warum der consensus gentium anstelle des Vaters eine göttliche oder dämonische Kraft setzt, denn der individuelle Vater verkörpert unvermeidlicherweise den Archetypus, der dessen Bild die faszinierende Kraft verleiht. Der Archetypus wirkt wie ein Resonator, der die vom Vater ausgehenden Wirkungen, insofern sie mit dem vererbten Typus übereinstimmen, ins Übermäßige steigert."

Ja, diesen Dämon gibt es, und Jung hat ihn trefflich beschrieben.

Antwort
von FinDev, 83

Mit entsprechender Hilfe (oft in Form einer Therapie) lernst du das zu kanalisieren- also damit umzugehen. So bestimmt nicht mehr der Fetisch dein Handeln sondern wieder du selbst.

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