Frage von Rumskugel10, 83

Kann man einen befristeten Vertrag der bis 2018 ist vorzeitig kündigen?

Meine Frage betrifft Arbeitsrecht,kann ein Arbeitgeber einen befirsteten Arbeitsvertrag der sachbefristet ist bis 2018 angeblich wegen zuvielen Krankheitstagen vorzeitig kündigen ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit, Arbeitsrecht, Kündigung, 52

Befristete Arbeitsverträge können nur dann ordentlich gekündigt werden, wenn dies im Arbeitsvertrag vereinbart ist oder ein entsprechender Tarifvertrag Anwendung findet (§ 15 Abs. 3 Teilzeit- und Befristungsgesetz).

Ein kalendermäßig befristeter Vertrag endet mit Ablauf der vereinbarten Zeit (§ 15 Abs. 1 TzBfG).

Ohne Kündigungsvereinbarung endet ein zweckbefristeter Arbeitsvertrag mit Erreichen des Zwecks, frühestens jedoch zwei Wochen nach Zugang der schriftlichen Unterrichtung des AN durch den AG über den Zeitpunkt der Zweckerreichung (§ 15 Abs. 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz)

Gibt es eine Kündigungsvereinbarung, kann der AG unter Einhaltung der Kündigungsfrist kündigen. Wenn Du noch keine sechs Monate dort arbeitest oder es sich um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften handelt, greift das Kündigungsschutzgesetz nur in Ausnahmefällen. Ist der Betrieb größer und Du länger als sechs Monate dort, kannst Du Kündigungsschutzklage einreichen.

Um wie viele Krankheitstage in welchem Zeitraum geht es denn?

Kommentar von Rumskugel10 ,

Was versteht man bei häufigen Fehlen durch Krankschreibungen ? Ich bin
in dem Betrieb seit 2013 beschäftigt ,hatte eine OP wo ich 6 Wochen
krank war,OpTermin wahr mit Arbeitgeber abgesprochen und habe insgesamt
mit der Op 124 Fehltage seit 2013 ..........aber sicherlich nicht
deswegen weil ich nicht Arbeiten wollte ...........

Mein Vertrag ist sachbefristet nun als Schwangerschaftsvertretung bis 2018 und ich arbeite in Teilzeit 30 Stunden in der Woche

Kommentar von Hexle2 ,

Um krankheitsbedingt kündigen zu können braucht es verschiedene Voraussetzungen.

Die Langzeiterkrankung fällt bei Dir weg, es wird sich um eine (beabsichtigte) Kündigung wegen häufiger Kurzerkrankungen handeln.

Wegen Deiner OP und den sechs Krankheitswochen wird es keine Kündigung geben. Maßgebend ist hier wie oft Du in drei aufeinanderfolgenden Jahren warst.

Wenn Deine Krankheitszeiten zusammengerechnet jedes Jahr mehr als sechs Wochen waren, ist eine personenbedingte (krankheitsbedingte) Kündigung möglich. Da müssen aber noch andere Voraussetzungen stimmen:

Es wird hier eine Drei-Stufen-Prüfung vorgenommen. Die erste Stufe: Es muss eine negative Gesundheitsprognose vorliegen. Bei der zweiten Stufe muss eine erhebliche Beeinträchtigung der betrieblichen Interessen nachzuweisen sein und in der dritten Stufe gibt es eine Interessenabwägung. Hier wird festgestellt ob es dem AG noch weiter zuzumuten ist, das Arbeitsverhältnis aufrecht zu halten.

Wenn Du eine Kündigung bekommst, solltest Du innerhalb von drei Wochen Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben. Bist Du rechtsschutzversichert oder Gewerkschaftsmitglied, macht das ein Anwalt für Dich. Du kannst aber auch selbst zur Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts gehen. Bei der Klageformulierung wird Dir geholfen und das ist kostenlos. Du brauchst in der ersten Instanz nicht zwingend einen Anwalt.

Kommentar von Hexle2 ,

Danke fürs Sternchen

Antwort
von SiViHa72, 47

http://www.ra-croset.de/presse/befristeter-arbeitsvertrag-kuendigung.php

Da erfährst Du mehr.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 33

Schau mal nach, ob es einen Paragraphen im Arbeitsvertrag gibt, der die Möglichkeit einer Kündigung vorsieht.

Denn nach § 15 Abs.:3 TzBfG unterliegt ein befristetes Arbeitsverhältnis nur dann der ordentlichen Kündigung, wenn dies einzelvertraglich oder im anwendbaren Tarifvertrag entsprechend vereinbart wurde.

Kommentar von Rumskugel10 ,

Da steht Sonderkündigungsrecht nach §21 Abs.4 BEEG Danach kann der Arbeitgeber den befristeten Arbeitsvertrag unter Einhaltung einer frist von 3 Wochen ,jedoch frühstens zum Ender der Elternzeit kündigen,wenn die Elternzeit ohne Zustimmung des Arbeitgebers vorzeitig endet.............

Das Beschäftigungsverhältnis endet ohne das es einer Kündigung bedarf,mit Ablauf der unter §1 genannten frist,spätestens jedoch mit Ablauf des Monats.

Wenn ich das nun richtig verstehe kann man mich vorher nicht kündigen auch anhand der Krankheitstage verstehe ich das richtig nun ?

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