Kann man eine Verbindung herstellen zwischen "Ernsthaftigkeit/geistigem Erwachsensein" und "Depression/Schwermut/Unfreit im Glück"?

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2 Antworten

Also Depression scheidet schon mal aus. Das ist eine Krankheit und keine Steigerung von Schwermut. Dazu solltest Du mal "Depression" googeln. Ansonsten ist Erziehung ein Wunschkonstrukt, das es Erziehung in der Einbahnstraße Eltern Richtung Kinder nicht gibt. Kinder wachsen in einem Elternhaus auf, und die Frage, ob sie die dort gelebten Verhaltensweisen als nachahmenswert übernehmen; hängt sehr von der Einstellung der Kinder selbst ab und ihrem Umfeld, in dem sie sich bewegen. Das haben manche Eltern schon leidvoll erfahren müssen. In einer offenen Gesellschaft wie jetzt in Deutschland ist der Einfluss der Eltern auf die Kinder sehr reduziert. Das ist ein sehr komplexer wechselseitiger Prozess zwischen Kindern, Elternhaus, Freundeskreis, Kindergarten, Schule und Medien. Da fühlen sich viele Eltern überfordert, eine komplizierte Welt zu erklären, die sie selbst nicht verstehen. Ich habe Eltern erlebt, die Mitglied des Kirchenvorstands waren und zu Hause mit ihren Kindern keinen Ton über ihre religiöse Überzeugung gewechselt haben. Sie haben gehofft, dass ihr Vorbild, der sonntägliche Gottesdienstbesuch und soweit noch möglich, das Verlangen, dass auch die Kinder das einhalten, als religiöse Erklärung ausreicht. Den Rest sollten Pfarrer und Schule erledigen. Wenn sich das dann als Irrtum erweist, stehen sie ratlos da und die Liebe zu den Kindern ist stärker als ihre Enttäuschung. Der Mensch ist vor allem ein lernendes Wesen und Erziehung ist dabei eine Kernaufgabe. Es ist eine Illusion, dass sich Kinder ohne jedes Wissen im Dschungel der Welterscheinungen selbst zufällig den für sie richtigen Weg suchen. Das ist ein Glücksspiel auf Kosten der Kinder und der Gesellschaft. Da beklagt man sich über Hooligans und fanatische Fangruppen und vergisst, das sie das beste Beispiel einer missratenen Erziehung sind.

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Erziehen Eltern ihre Kinder entsprechend dem Wunschverhalten von der Gesellschaft? Ich denke (oder sagen wir, ich hoffe) doch, die meisten Eltern wollen das Beste für ihr Kind und legen gewisse Grundsteine, die zumindest den restlichen Einfluss (Sozialisation) etwas "steuern" - ich meine damit, dass die Kinder unter anderem Selbstbewusstsein erlangen, das ihnen hilft, sich von manchen Forderungen von außen abzugrenzen und eben nicht in eine Depressionsspirale zu verfallen.

Der Grat, wie du schreibst, ist allerdings sicherlich bei jedem Menschen unterschiedlich - wahrscheinlich abhängig von Resilienz und Vulnerabilität. Bewerten mit gut oder schlecht würde ich das allerdings nicht.

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