Frage von TobiasPre, 110

Kann man eine Fristlose Kündigung nichtig erklären und dann doch wieder gültig?

Guten Tag,

ich habe folgendes Problem:

aufgrund einer Krankheit sitze ich seit dem 25.02. Daheim und habe am 29.02. eine fristlose Kündigung aufgrund des versäumens meiner Anzeigepflicht gegenüber dem Arbeitgeber erhalten. Darauf habe ich mit meinem Arbeitgeber geklärt, das ich noch weiter beschäftigt werde, wenn ich wieder arbeiten komme. Ich bin dann 3 Tage trotz Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Arbeit und musste danach wieder zum Arzt. Ich wollte nach dem Arzt mit meinem Arbeitgeber den weiteren Verlauf meiner Behandlung klären und bin darauf persönlich zur Firma. Die "Sekretärin" fragte den Chef ob er für mich Zeit habe aber er hatte an diesem Tag bereits Besuch und ich hätte entweder ein paar Stunden warten können oder mir wurde auch angeboten noch einmal am nächsten Tag zu kommen. Darauf habe ich gesagt das ich am nächsten Tag wieder da sein werde. Dies wurde allerdings so verstanden, dass ich am nächsten Tag wieder zum arbeiten kommen werde. Am nächsten Tag rief ich in der Firma an, da ich es nicht einsah für ein 10-Minütiges Gespräch 80 km zu fahren. Bei dem sehr kurzen Telefonat sagte der Chef mir lediglich: "Wir warten den 20.03., also den Ablauf deiner Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab, und dann sehen wir weiter." Da mein Hausarzt letzte Woche im Urlaub war, musste ich zu einem Vertretungsarzt. Ich habe leider erst Mittwoch die Möglichkeit bekommen zu diesen Vertretungsarzt zu gehen und dieser konnte mich erst wieder ab Dienstag, also dem 22.03. krank schreiben. Ich habe also bei meiner Krankenkasse angerufen und diese teilte mir mit, dass mein Arbeitgeber eine Abmeldung ab dem 01.03. vorlegte. Die Krankenkasse sagte mir auch das es wegen dem einen Tag, dem 21.03. wo ich keine Krankschreibung habe kein Krankengeld mehr geben wird. Der Arbeitgeber hat also die fristlose Kündigung wieder für gültig erklärt? Ich habe mich ja trotz Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Arbeit gequält und vorallem auch schon nach der Kündigung weil ich ja das Geld brauche. Ich muss bald operiert werden aber ohne Geld und vor allem auch ohne Krankenversicherung ist das alles nicht möglich.

Ich freue mich auf jede hilfreiche Antwort!

Mit freundliche Grüßen

Antwort
von BarbaraAndree, 66

Nachdem was du schreibst, bezieht sich die fristlose Kündigung auf deine Unterlassung, dem AG die Krankmeldung zuzustellen. Nachdem was ich lesen konnte, müsste dazu eine Abmahnung gereicht haben. Hier ein Link azu:

http://goo.gl/aDgl0a

Ich kann dir nur empfehlen, einen RA für Arbeitsrecht zu bitten, sich deiner Sache anzunehmen. Wenn alle Stricke reißen, könnte man zumindest einen Vergleich schließen und die fristlose Kündigung in eine normale Kündigung umwandeln, mit einem guten Zeugnis versteht sich.

Kommentar von TobiasPre ,

Danke für deine Antwort! Das Problem war nicht das zustellen. Die Bescheinigung war am nächsten Tag auf dem Schreibtisch vom Chef. Ich habe lediglich vergessen mich rechtzeitig in der Firma zu melden. Zum Thema RA: Ich habe momentan bereits genug finanzielle Sorgen und einen Anwalt kann ich mir nicht Leisten. Eine Rechtsschutz habe ich nicht. 

Kommentar von BarbaraAndree ,

Wenn man Mitglied in einer Gewerkschaft ist, wird es billiger. Was sagt denn der Betriebsrat dazu - werden solche Maßnahmen einfach "durchgewunken" ? Oder gibt es keinen Betriebsrat, weil der Chef keinen duldet?

Kommentar von TobiasPre ,

Danke gut zu Wissen mit der Gewerkschaft. Einen Betriebsrat gibt es nicht - nicht weil er nicht geduldet wird. 

Antwort
von oppenriederhaus, 38

hier gibt es eine Möglichkeit, wenn Du Dir keinen Anwalt leisten kannst

http://www.gruene-hilfe.de/haeufige-fragen-an-die-gruene-hilfe/beratungshilfe-un...

Antwort
von Maximilian112, 55

Geh zu einem Anwalt! Ansonsten werden Deine finanziellen Sorgen ganz groß!!

Mit dem Anwalt kann zuerst auch über die Möglichkeit eines Beratungsscheines gesprochen werden.

Es ist einiges bei Deinem Problem zu beachten. Das kannst Du nicht im Net lösen.

Antwort
von xAlexander98, 79

Geh zum einen Anwalt
Das kann man nicht mit dir machen oder gehe nochmal zu deinem Chef und kläre das mit ihm so kann das nicht weiter gehen

Kommentar von TobiasPre ,

Da mein Chef mir letzten Monat auch noch mein Zeitkonto, welches mit ein paar Minusstunden belastet war, ausgeglichen hat ohne Bescheid zu sagen muss ich auch so schon schauen wie ich über die Runden komme. Einen Anwalt kann ich mir nicht leisten und eine Rechtsschutz habe ich leider auch keine.

Kommentar von Nightstick ,

Nach Betrachtung des gesamten Werdegangs dieser Geschichte muss ich sagen, dass Du selbst auch erhebliche Fehler begangen hast, @TobiasPre, z.B. die Erzeugung der Fehltage ohne AU-Bescheinigung.

Aber trotzdem: Wenn Dein Betrieb regelmäßig mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt (also nicht mehr als Kleinbetrieb einzustufen ist), und Du dort bereits länger als 6 Monate beschäftigt bist, solltest Du innerhalb von 21 Tagen nach Empfang gegen die erste Kündigung beim zuständigen Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage erheben.

In der ersten Instanz ist kein Anwaltszwang vorhanden (das spart erhebliche Kosten), und bei der Klageformulierung hilft Dir der Gerichtsdiener.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Gruß @Nightstick

P.S.: Siehe auch:

http://www.kanzlei-hasselbach.de/2015/kuendigungsschutzklage-fristen-kosten-abfi...

Kommentar von Maximilian112 ,

Die Kündigung war vor 4 Wochen!

Aber inzwischen hat er ja wieder gearbeitet. Deshalb auch mein Rat zum RA.

Kommentar von Nightstick ,

Oh je - ein weiterer fataler Fehler, die 3-Wochen-Frist nach Erhalt einer Kündigung (die jeder Arbeitnehmer kennen sollte) nicht zu beachten!

Dann muss er die Kröte schlucken und Dir etwas Neues suchen.


Kommentar von Nightstick ,

... und sich etwas Neues suchen.

Kommentar von Maximilian112 ,

Das würde ich über einen RA abklären. Nach der Kü hat er wieder gearbeitet. Damit ist diese Fristlose mE hinfällig.

Kommentar von Nightstick ,

Hier wurden von beiden Vertragsparteien Fehler gemacht.

Sicher ist das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nachhaltig gestört, weshalb wahrscheinlich nun das zuständige Arbeitsgericht klären muss, zu wann das Arbeitsverhältnis geendet hat bzw. enden wird. 

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