Frage von Fred4u2, 256

Kann man ein Verein auch als Erbe einsetzen?

Kann man ein gemeinnützigen Verein (e.V.) (oder eine Kirche mit Status Körperschaft des öffentlichen Recht) testamentarisch als Erbe einsetzen? Ich meine wirklich Erbschaft nicht Vermächtnis, denn bei der Annahme einer Erbschaft durch Kirche K.d.ö.R. oder Verein e.V. würde dieser/diesem doch auch das Risiko der negativen Erbschaft und somit der Verpflichtung der Schuldenübernahme bestehen. (Wenn jemand irgendwann sehr wohlhabend ist und dann ein Testament aufsetzt können Jahrzehnte vergehen bis zum Erbfall, die Erbmasse inzwischen verbraucht sein, und sogar erhebliche Schulden entstanden sein.) Sehe ich das richtig?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von stubenkuecken, 122

Kirchen und Vereine sind von der Erbschaftssteuer befreit. Wenn sie das Erbe nicht annehmen wollen, lehnen sie es ab. Jeder kann ein Erbe ablehnen.

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 93

Kann man ein gemeinnützigen Verein (e.V.) (oder eine Kirche mit Status
Körperschaft des öffentlichen Recht) testamentarisch als Erbe einsetzen?
Ich meine wirklich Erbschaf

Selbstverständlich kann man diese sog. juristischen Personen des Privat- oder öffentlichen Rechts wirksam als Erben einsetzen :-)

Richtigerweise kann dieser Erbe aber wie jede natürliche Person formwirksam und fristwahrend Erbschaft entweder durch Nachlassverwaltung auf das Reinvermögen beschränken, um der Schuldenhaftung zu entkommen oder sogar ausschlagen, wenn es Beschwerungen wie Bestattungs-, Grabnutzungs- oder Grabpflegekosten scheut, Pflichtteilsansprüche nicht erfüllen möchte oder gar Nachlassauseinandersetzungen vermeiden will.

Letzteres mit der Rechtsfolge, dass damit doch wieder die gesetzliche Erbfolge einträte.

G imager761

Antwort
von Apolon, 119

Ja - du kannst dein Vermögen an jeden Verein, jede Körperschaft, wie auch Stiftungen vererben. 

Sinnvoll ist es allerdings, dies als Erbvertrag über ein Notariat zu veranlassen.

Antwort
von Eselspur, 82

Ja,ist möglich.

Soweit ich weiß muss allerdings niemand ein Erbe annehmen. 

Antwort
von RobertLiebling, 111

Der Erbe muss nur rechtsfähig sein. Das trifft auf natürliche und juristische Personen zu.

Und ein Erbe ist wie eine Schachtel Pralinen (wie Forrest Gump sagen würde): Man weiß nie, was man bekommt...

Kommentar von dandy100 ,

natürlich weiß man das vorher - ob die Erbmasse verschuldet ist oder nicht, kann ein Notar vor Erbantritt feststellen; deshalb hat man ja auch 8 Wochen Zeit, um sich zu entscheiden, ob man Erbe annimmt oder nicht.

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 62

Man kann jeden als Erben einsetzen, der grundsätzlich rechtsfähig ist. Das ist bei eine eingetragenen Verein und einer K.d.ö.R. der Fall. Etwas schwieriger dürfte es bei einer GBR oder einen nichtrechtsfähigen Verein sein. 

Bei einen Vermächtnis sieht es nicht viel anders aus. Der Vemächtnisnehmer muß ja klagen können. Ganz Anders sieht es mit einer Auflage aus, die kann auch ein Tier oder eine Pflanze begünstigen.

Wenn jemand irgendwann sehr wohlhabend ist und dann ein Testament
aufsetzt können Jahrzehnte vergehen bis zum Erbfall, die Erbmasse
inzwischen verbraucht sein, und sogar erhebliche Schulden entstanden
sein.

Man kann auch wenn man Schulden hat, einen Erben testamentarisch einsetzen.

Antwort
von DrDralle, 60

Grundsätzlich können juristische oder natürliche Personen als Erben eingesetzt werden.

Tiere allerdings nicht.

Antwort
von Deepdiver, 143

Jeder kann als Erbe eingesetzt werden, hat aber auch das Recht dann das Erbe ein zu sehen und dann auch aus zu schlagen.

Somit muss er dann nicht für die evtl Schulden aufkommen.

Antwort
von Ronox, 83

Ja, das geschieht sogar recht häufig.

Antwort
von Hoegaard, 127

Natürlich. Man kann auch juristische Personen als Erbe einsetzen.

Antwort
von DerSchopenhauer, 79

Das ist rechtlich kein Erbe sondern ein Vermächtnis - das kann auch an einen Verein gehen - man kann nur Vermögen vermachen - Schulden kann man nicht vermachen, daher geht ein Vermächtnisempfänger kein Schuldenrisiko ein; der Vermächtnisempfänger wird nicht Rechtsnachfolger des Verstorbenen.

Erben können nur die gesetzlichen Erben; diese erben auch Schulden und werden Rechtsnachfolger des Verstorbenen.

Umgangssprachlich wird das aber oft gleichgesetzt (Erbe + Vermächtnis).

Kommentar von DerSchopenhauer ,

vereinfachtes Beispiel:

Erblasser hat 1 Kind (= gesetzlicher Erbe) - Haus vorhanden + 100.000 € Schulden

Im Testament steht: " Das gesamte Vermögen soll der Verein X erhalten."

Dann erhält der Verein das Haus als Vermächtnis - das Kind die 100.000 € Schulden als Erbe.

Der Verein muß lediglich den Pflichtanteil an dem Haus an das Kind auszahlen, da man keinen Pflichteilberechtigten völlig enterben kann.

Dadurch reduziert sich dann die Schuldenlast des Kindes.

Das Kind kann das Erbe dann ausschlagen.

Kommentar von DerSchopenhauer ,

das Beispiel hinkt etwas, da ein Haus i. d. R. mehr als 100.000 € wert ist und daher dem Kind wahrscheinlich durch den Pflichtteil noch etwas positives Vermögen zum Erben übrigbleibt...

Kommentar von DerSchopenhauer ,

.....

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Aufpassen muß man nur, wenn der Verein tatsächlich ausdrücklich als "Erbe" im Testament bedacht ist - dann erbt man alles und wird nicht nur mit einem Vermächtnis bedacht - ggf. erbt man auch Schulden; ggf. muß man einen Pflichtteilergänzungsanspruch an die pflichtteilberechtigten gesetzlichen Erben leisten.

Antwort
von tiergartennbg, 94

Das kann man. Nur Heimbewohner können nicht das Heim als Erbe einsetzen in die sie sich befinden

Antwort
von 22082000, 75

Ja, da ein Verein eine juristische Person darstellt.

Antwort
von dandy100, 99

Ob man Schulden oder Vermögen erbt, bekommt man ja vorher mitgeteilt und kann sich entscheiden, ob man das Erbe annimmt oder nicht - insofern verstehe ich die Frage nicht ganz.

Als Erben kann man einsetzen, wen man will.

Kommentar von RobertLiebling ,

Ob man Schulden oder Vermögen erbt, bekommt man ja vorher mitgeteilt

Nicht automatisch - man muss sich schon selber über die Vermögensverhältnisse des Erblassers informieren.

Kommentar von dandy100 ,

stimmt - da habe ich mich mißverständlich ausgedrückt; ich meinte, dass man ja vom Nachlassgericht mitgeteilt bekommt, was alles zur Erbmasse gehört. Inwieweit das Erbe belastet oder überschuldet ist, muss man natürlich dann selbstständig z.B. durch einen Notar feststellen lassen.

Die Frage des Fragestellers klang allerdings so, als würde er annehmen, dass man bei Erbantritt grundsätzlich die Katze im Sack kaufen muss und das ist natürlich nicht so.

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