Frage von jovetodimama, 96

Kann man ein überzeugter Christ sein, ohne dass es jemand merkt?

In Ländern, in denen es verboten ist, Christ zu sein (Iran, Saudi-Arabien u.v.a.), lebt man als Christ gefährlich, so lange man sein Christsein nicht geheimhält.

Bei uns in Europa bedeutet es in der Regel kein Problem, wenn Christen ihren Glauben offen zeigen.

Wenn Christen aber allzu enthusiastisch über Jesus Christus reden oder damit beginnen, andere zum Lesen in der Bibel oder zum Besuchen eines Gottesdienstes überreden zu wollen, wird das oft nicht gerne gesehen, und wenn Christen sich aufgrund ihres Glaubens anders verhalten, als es dem heutigen Zeitgeist entspricht - also z.B. bis zur Ehe Jungfrau bleiben wollen - dann werden sie zum wenigsten verlacht.

Man lebt also als Christ sich selbst und den anderen angenehmer, wenn einem keiner das Christsein anmerkt. Aber ist man dann überhaupt noch ein gläubiger Christ? Ich meine, kann man überhaupt ganz und gar an Jesus Christus glauben und ihn über alles lieben und den Nächsten wie sich selbst, ohne dass andere einem das anmerken? Würde man nicht ständig in neue Konflikte geraten, wenn man versuchen würde, seinen Glauben an und seine Liebe zu Jesus Christus zu verheimlichen? Schlägt sich ein tiefer christlicher Glaube nicht in allem, was man sagt und tut, immer wieder aufs neue nieder?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von omikron, 40

Einem überzeugten Christen merkt man es an, dass er es ist. Das geht gar nicht anders. Er lebt anders als die meisten, er verbreitet einen guten ("heiligen") Geist.

Oder mit Worten Jesu gesprochen: "Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Wer in der Nacht eine Kerze anzündet und sie versteckt, damit sie keiner, der hat einen an der Waffel."

Antwort
von stine2412, 24

jovetodimama, Jesus sagte einen Satz:
Matth. 10:16 = Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.
 Ich stelle mir vor, in so einem Land zu leben, in dem ich meinen Glauben verheimlichen muß. Reist man z.B. nach Saudi-Arabien, ist es strengstens verboten, eine Bibel mitzunehmen. In einigen islamischen Ländern scheint es besonders schwierig zu sein, Christ zu sein und auch so zu leben.

Als Christen sollten wir uns ja generell fragen, was würde der Herr Jesus jetzt zu der Situation sagen. Ich glaube nicht, dass er es für richtig hält, dass wir uns in Gefahr begeben. Er hat ja angekündigt, dass diese gute Botschaft von seinem Königreich auf der ganzen Erde gepredigt werden soll, allen Völkern und Zungen zu einem Zeugnis. Wie schon gesagt, in manchen islamischen Ländern kann das lebensgefährlich sein.

Aber wie sieht die Situation denn jetzt aus? Islamische Völker machen sich auf den Weg durch Flucht in westliche Kulturen, wo sie ohne irgendwelche Repressalien von dieser christlichen Hoffnung erfahren. Schade daran ist nur, dass wir Europäer inzwischen alles andere als Christen sind - man muß nur einige Beiträge hier in GF lesen. Aber nicht alle sind nur Namens-Christen oder  Atheisten (was sich gegenseitig nicht ausschließt). Vielleicht gehen die Flüchtlinge ja eines Tages wieder in ihre Heimatländer und erzählen dort, was sie hier über den christlichen Glauben gehört haben.

Was könnte es aber bedeuten, ohne Falsch wie die Tauben zu sein? Für mich würde es auch bedeuten, trotz aller Vorsicht meine Freundschaft mit Gott zu pflegen. Das schließt auch mein moralisches Verhalten ein.  Jesus sagte  in Matthäus 6:6 = Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.

Ich habe eine ehemalige Klassenkameradin, die Zeugin Jehovas war und ist. In der Klasse hat niemand etwas von ihrem Glauben gewußt. Ich hatte mich immer nur gewundert, warum sie in einigen Situationen anders entschied als der Rest der Klasse. Sie hat eine starke Naturkrause und so dachte ich immer: "Na ja, krause Haare, krauser Sinn!" Das war dann aber auch schon alles! Ansonsten war sie eine lustige Mitschülerin. Was ich damit sagen will -  trotz eines anderen Umfeldes  sich nicht verbiegen lassen!


Antwort
von jovetodimama, 8

Liebe alle, danke für Eure Antworten. Sie alle, so unterschiedlich
sie auch sind, haben mir weitergeholfen. - Ich würde gerne mehrere, wenn
nicht alle als sehr hilfreich auszeichnen. Da ich mich aber für eine
Antwort entscheiden müsste, bleibe ich Euch die Auszeichnung schuldig,
denn ich kann mich nicht entscheiden.

P.S.: Als Christ in einem
christlichen Land ist es nicht mein Ideal, dass nur ja keiner merkt,
dass ich Christ bin, denn das wäre beschämend für mich und auch
irgendwie ein Zeichen dafür, dass ich mich für mein Christsein schämen
würde. Aber raushängen lassen und allen auf die Nerven gehen damit will
ich natürlich auch nicht. Ich bin also wie ein Vegetarier, der sich
nicht dafür schämt, dass er im Gasthaus KEIN Schnitzel bestellt, der
aber die anderen, die mit ihm am Tisch sitzen, auch nicht dafür zur Rede
stellt, DASS sie ein Schnitzel bestellen.

Antwort
von KaeteK, 25

Christen müssen da ja nicht alleine durch...Schau dir mal die Geschichte an...Schon damals, zu den Anfängen der Christenverfolgung wurden Christen verfolgt und wie du siehst, bis heute gibt es  Christen, überall auf dieser Welt...Gottes Werk ist es. Und jeder echte Christ bringt Frucht...

Denn euch ist es in Bezug auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden Phil 1,29.

Galater 3 27 Denn so viele euer auf Christum getauft worden sind, ihr habt Christum angezogen. Dadurch werden wir ein lebendiges Zeugnis für Ihn..

Wir Christen haben eine herrliche Zukunft vor uns...denn wir sind jetzt schon Himmelsbürger.(Unser Bürgerrecht ist im Himmel Phil 3,20)

Es ist nicht so, dass wir nach unserem Ableben in eine leeres Loch fallen, sondern, dass  wir ewiges Leben bei unserem Herrn besitzen, diese Zusicherung haben wir durch unserer Bekehrung..

Johannes 3,16 Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben

 Leiden um Christi willen ist nicht neu...und wird auch bis zum endgültigen Kommen des Herrn nicht aufhören.
"Denn euch ist es in Bezug auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden" Phil 1,29.

Der Hass des Menschen gegenüber Gott ist so alt wie die Welt.

.Ich persönlich fühle mich in Seiner Hand geborgen, auch wenn ich mal leide, wobei ich das nicht mit dem Leiden der Geschwister gleichstellen möchte, die um ihr Leben und ihre Gesundheit bangen müssen, oder um ihre Lieben, die verschleppt und gefoltert werden..

Wir Deutschen können uns nicht beklagen, darum können wir das Leid diese Christen auch gar nicht wirklich nachvollziehen. Sie leben in Ländern, wo man sie verachtet, wo man gesellschaftlich am Boden ist, wenn man sich zum Herrn Jesus bekennt.

Dem Herrn sei Dank, dass es noch solche Zeugnisse gibt und Er die Seinen zuruft, durch Sein Wort: Hebr. 13 "Ich will dich nicht versäumen, noch dich verlassen"; 6 so daß wir kühn sagen mögen: "Der Herr ist mein Helfer, und ich will mich nicht fürchten; was wird mir ein Mensch tun?"

Für mich habe ich das so erfahren...

lg


 

Antwort
von JTKirk2000, 45

Man kann auch ein überzeugter Christ sein, ohne es jedem gleich auf die Nase binden zu wollen. Man muss ja nicht gleich Mönch/Nonne, Pfarrer/Pastor Missionar oder sonst etwas vergleichbar eindeutiges werden. Viel wichtiger auch am Christsein ist die Lebensweise aus dem entsprechenden Beweggrund. Dahingehend ist die Bibel selbst deutlich genug. (einmal im Jakobusbrief 2,14-28, dann im Korintherbrief 13 und dann noch im Matthäusevangelium 22,37-40 und 25,31-40). Man kann also durchaus ein guter Christ sein, indem man äußerlich einfach ein guter, also hilfsbereiter Mensch ist, der an das Gute in seinen Mitmenschen glaubt. 

Kommentar von KaeteK ,

der an das Gute in seinen Mitmenschen glaubt.

Gott sieht das anders:

Römer 3
10 "Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; 11 da ist keiner, der verständig sei; da ist keiner, der Gott suche. 12 Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tue, da ist auch nicht einer.

lg

Kommentar von JTKirk2000 ,

Wenn Du jetzt noch schreibst, dass die anderen Schriftstellen ebenfalls falsch sind, dann schreibe ich Dir, was mir wichtiger ist. Jemand, der sich direkt auf das bezieht, was Christus gelehrt hat, oder jemand, der ihn nicht einmal in der Zeit seines irdischen Wirkens gekannt hat. Der Brief an die Römer wurde von Paulus geschrieben, und bis in die Zeit nach seiner Himmelfahrt, war Paulus als Saulus einer der schlimmsten Verfolger der Jünger Christi. Wenn es darum geht, zwischen gegensätzlichen Aussagen zwischen paulinischen Briefen und dem zu entscheiden, was in den Evangelien steht oder in den Briefen, die von seinen Anhängern geschrieben wurden, dann haben die Äußerungen, die von denen stammen, welche Jünger Jesu waren, für mich immer den Vorrang.

Antwort
von nowka20, 7

wenn du dich nicht anderen mittelst, ja.

Mt 6,6
6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.

---das „kämmerlein“ ist die menschliche seele in deren herzenswärme.

Antwort
von danhof, 28

Ja, ich glaube schon, dass das relativ schnell auffällt.

Ich hatte beispielsweise mal den Fall, dass ich gemerkt hatte, zu wenig für etwas bezahlt zu haben. Daraufhin bin ich (ich war schon auf dem Parkplatz) zurück in den Laden gegangen und habe an der Kasse darauf aufmerksam gemacht.

Die Dame an der Kasse konnte beim besten Willen nicht verstehen, warum ich zurück kam, um das zu korrigieren.

Die Moral von der Geschicht: Sie gaben mir Rabatt und einen Kaffee-Gutschein.

Welcher "Idiot" würde schon so handeln, statt sich einfach darüber zu freuen, ein Schnäppchen gemacht zu haben.

Ich hätte nur nie ein ruhiges Gewissen haben können mit dem Betrug.

Als Christ bin ich nicht perfekt, ich mache genauso Fehler und begehe Sünden. Aber bei solchen Vorfällen lässt sich die christliche Einstellung eben nicht gut verstecken :-)

Kommentar von jovetodimama ,

Vielen Dank für dieses erhellende Beispiel!

Kommentar von strawcherry96 ,

👍👍😊

Antwort
von kepsmile, 33

Hallo
In der Bibel steht das wir Christen Gott /Jesus nicht verleugnen sollen .bete einfach und bitte Gott das er dir hilft anderen von ihm zu erzählen .wenn du wahrer Christ bist sollte es dir eigentlich nichts ausmachen wenn andere über dich lachen oder so.
Ich hoffe ich konnte dir helfen
Lg

Antwort
von CalicoSkies, 26

Servus,

Versuchs mal umgekehrt herum zu sehen:

Wenn Christen aber allzu enthusiastisch über Jesus Christus reden oder damit beginnen, andere zum Lesen in der Bibel oder zum Besuchen eines Gottesdienstes überreden zu wollen, wird das oft nicht gerne gesehen

Was würdest du zu einem Antitheisten sagen, der ständig enthusiastisch über seinen Antitheismus / Atheismus redet, dich dazu überreden will, deiner Religion abzuschwören und nicht mehr in der Bibel zu lesen?

Sowas würdest du vermutlich als lächerlich empfinden - und es ist bei einem Christen genauso lächerlich, das zu tun.

Ständige Dauermissionierung macht Personen unsympathisch - und dabei ist es ein Befehl irgendes übernatürlichen Wesens ist das zu tun oder nicht. Die Zeugen Jehovas haben hier bspw. auch Hausverbot ;)

und wenn Christen sich aufgrund ihres Glaubens anders verhalten, als es dem heutigen Zeitgeist entspricht - also z.B. bis zur Ehe Jungfrau bleiben wollen - dann werden sie zum wenigsten verlacht.

Auch hier gibt es das Gegenteil - findest du es okay, wenn fundamentalistische Christen Homosexualität "heilen" möchten, Homosexuelle Sünder nennen, zur Umkehr aufrufen, sich Bibeln in die Hand nehmen und bei Schwulenparaden aufmarschieren u.v.m.?

Wir leben heute in einer sexuell freien Gesellschaft - es ist genauso dein Recht, enthaltsam zu sein wie es mein Recht ist, nicht enthaltsam zu sein.

Komisch angeschaut wirst du i.d.R. nur, wenn du versuchst, dein Weltbild als das Bessere oder das "einzig wahre" darzustellen...

Man lebt also als Christ sich selbst und den anderen angenehmer, wenn einem keiner das Christsein anmerkt.

Zwischen "anmerken" und "missionieren" besteht ein gewaltiger Unterschied - wenn du ständig andere Leute mit deinem Glauben belästigst, dann werden sie grantig; dabei ist es völlig egal ob du Christ, Moslem oder A[nti]theist bist.

Ob man es dir anmerkt ist völlig egal - das merkt man bspw. schon bei einer Kreuzkette o.ä. ;)

Es ist doch ganz einfach: Leben und Leben lassen...

Lg

Antwort
von Whitekliffs, 11

Wenn ich die Frage auf mein Leben hier und heute beziehe, wo ich nicht unter Verfolgung zu leiden habe:

ich denke es ist eher beschämend, wenn mir niemand anmerkt, dass ich Christ bin.

Denn das bedeutet ja, dass Christus in mir nicht gesehen werden kann. 

Dann bin ich weder Licht noch Salz und auch kein Brief Christi. 

Und dann lebe ich an meiner Berufung vorbei. 

Ich gebe zu, dass das oft so ist in meinem Leben, aber es ist beschämend. 

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