Frage von tsakalakos23, 101

Kann man ein P-Konto trotzdem pfänden?

Was passiert wenn jemand kein p-konto hat und c.a. 1000€ verdient? Wie viel wird demjenigen gepfändet? Entscheidet über die Höhe der Pfändung das Gericht?

Antwort
von Kreidler51, 67

Ein P-Konto hat einen Besonderen Schutz vor einer Pfändung: Guthaben sind bis zu einem Betrag von 1.073,88 Euro je Kalendermonat
geschützt, weitere Beträge (Kindergeld usw.) können auf Nachweis
freigegeben werden.

Antwort
von Ronox, 38

In diesem Fall ist das gesamte Guthaben der Pfändung unterworfen. Pfändungsschutz gibt es nur durch das P-Konto. Das Gericht entscheidet nur bei besonderen Anträgen über die Höhe. Ansonsten greift der gesetzliche Pfändungsschutz beim P-Konto.

Antwort
von Rockuser, 63

Ja, den Pfändungs- Freibetrag legt das Gericht fest. Bei Einzelpersonen ist der Pfändungs- Freibetrag bei etwa 1050 €

Kommentar von tsakalakos23 ,

also d.h. wenn jemand ein P-Konto hat und 1300 netto verdient, dann wird ihm also 250 abgezogen?

Kommentar von Rockuser ,

Ja, das Geld geht dann an den Insolvenzverwalter. der nimmt zuerst seine Gebühren. Wenn dann noch was übrig bleibt, bekommen das die Gläubiger.

Kommentar von tsakalakos23 ,

was passiert mit denjenigen die kein p-konto haben und nur 1000 verdienen?

Kommentar von Rockuser ,

Du musst zuerst mal einen Titel vom Gericht haben. Denn wird dein Gläubiger vom Gericht schon Informiert, das er Schulden hat. Ab dem Zeitpunkt, wird er entweder eine Rückzahlung vereinbaren oder das Konto Pfändungssicher stellen.

Kommentar von tsakalakos23 ,

ja aber nehmen wir mal an wir haben die Voraussetzungen (Zustellung, Klausel Titel) und der gläubiger entscheidet sich für den pfüb, aber der Schuldner kassiert nur 1000 und hat kein p-konto. was würde dann passieren?

Kommentar von Rockuser ,

Dann kann das Gericht das Geld einziehen. Allerdings wird es das nicht so einfach machen, wenn es um Private schulden geht. Da muss erst mal abgeklärt werden, das der Gläubiger nicht unter das Existenzminimum rutscht.

Wenn jemand Schulden beim Staat hat, geht das schnell mit der Pfändung, nicht bei privaten schulden.

Kommentar von DiamantAnwalt ,

Rockuser:  Der Pfändungsfreibetrag wird normal vom Gesetzgeber festgelegt.

Nur bei besonderen Umständen bestimmt ihn noch das Gericht.

Wer schreibt hier, dass es um eine Insolvenzsache geht?

Kommentar von tsakalakos23 ,

d.h. also das Gericht guckt auch gleichzeitig das der Schuldner noch eine Kleinigkeit an Geld hat um davon z.b. Essen kaufen zu können?

Kommentar von Rockuser ,

Das Gericht wird dir sagen , das nichts zu holen ist. Du erwirkst einen Titel, der Schuldner muss zum Gerichtsvollzieher und erklärt sich dazu bereit zu Zahlen oder auch nicht.

Kommentar von tsakalakos23 ,

Also in so einem Fall dann, gläubiger Pech gehabt, da Schuldner zu wenig verdient.

Kommentar von Rockuser ,

Genau. Privat kannst Du nicht einfach  Pfänden. Wenn es um geringe Summen geht, wird der Gläubiger das Geld in Raten zahlen, da der Titel 30 Jahre gültig ist.

Bei hohen Summen, wird er Gläubiger sagen, das er nicht Zahlungsfähig ist und man schaut in die Röhre.

Kommentar von tsakalakos23 ,

vielen Dank für die Hilfe. Abschlussprüfung kommenden Juni. xD

Antwort
von DiamantAnwalt, 65

Auch ein P-Konto schützt nicht vor Pfändungen. Es schützt nur einen Freibetrag von monatlich 1.073,88 € .

Wenn man nur 1.000 € monatlich verdient, kann man auch nur über 1.000 € verfügen.

Hat man Kinder und/oder ist verheiratet, kann man den Freibetrag auf Antrag erhöhen lassen.

Lässt man sein Bankkonto nach Eingang der Pfändung nicht innerhalb von 4 Wochen bei seiner Bank in ein P-Konto umwandeln, kann das gesamte Guthaben gepfändet werden.

Darüber entscheidet allein die Bank. Sie ist dazu gesetzlich verpflichtet. ( § 850k ZPO ) 

Beträgt die Pfändung 600 €, dann werden von den 1.000 € natürlich nur 600 € gepfändet.  

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community