Frage von DaoRueang, 60

Kann man einen Mietvertrag anfechten, wenn dieser nicht mit den mündlichen Vereinbarungen übereinstimmt?

Kann man nachträglich einen Mietvertrag anfechten, wenn man feststellt, dass dieser nicht mit den mündlichen Vereinbarungen übereinstimmt? Insbesondere geht es um die Dauer des Mietverhältnisses eines Gewerbeobjektes von 3 Jahren. Nach einem Jahr wurde mir gesagt, da wir den Laden, der bereits 2 Jahre bestand übernommen haben, könnten wir kündigen. Er wollte uns den Vertrag schicken, hat es aber nicht. Zwei Tage vor Ladeneröffnung kam er ab und sagte er hat die Nebenkosten erhöht. Im guten Glauben haben wir zu voreilig unterschrieben. Kann man nicht mal mit Zeugen etwas tuen? Die Vorbesitzerin hatte den ersten Vertrag gesehen, dass es nach einem Jahr kündbar war.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 28

Dieser Vertrag ist nicht anfechtbar, so wie du das hier darstellst. Aber ich ich suche den Grund, was dich zur Anfechtung berechtigen könnte. Aus deinen Reden ist keine Substanz zu gewinnen. Ist der Vertrag befristet, kann nicht gekündigt werden. Ist der Vertrag unbefristet, kannst du jederzeit gesetzeskonform kündigen. Wenn es 2 Verträge gibt, die unterschiedlichen Inhalt haben, dann gilt immer der zuletzt unterschriebene.

Antwort
von casala, 54

kaum möglich - vertrag ist vertrag und die bestimmungen stehen dort schwarz auf weiss. keine zeit beim vertragsabschluß ist eigenes verschulden. mündliche vereinbarungen sind höchstensfalls vorvertragliche richtlinien, die einhaltung nach vertragsabschluß ist einfach goodwill.  :(

Antwort
von DarthMario72, 60

Kann man nachträglich, nach 9 Monaten, einen Mietvertrag anfechten, wenn man feststellt, dass dieser nicht mit den mündlichen Vereinbarungen übereinstimmt? 

Das fällt euch nach neun Monaten auf?

Wir hatten auch keine Zeit gehabt den Vertrag gründlich durchzulesen.

Die Zeit hättet ihr euch nehmen müssen. Bevor man etwas unterschreibt, prüft man, ob die mündlichen Vereinbarungen auch in Schriftform umgesetzt worden sind.

Kommentar von DaoRueang ,

Ja, leider. Ich weiss wie naiv das war. Eine Woche vorher stimmte das ja. Aber er meinte er hat die Höhe der Nebenkosten geändert und darum einen neuen Vertrag aufgesetzt. Und zack saßen wir im guten Glauben in der Falle.;-(

Kommentar von EgonL ,

Die Nebenkosten hochgesetzt?

Warum?

Es handelt sich doch um ein gewerbliches Objekt.

Und die Kosten für Versicherung und Grundsteuer ändert sich doch nicht innerhalb einer Woche.

Hat dich das nicht stutzig gemacht?

Antwort
von ChristianLE, 16

Kann man nachträglich, nach 9 Monaten, einen Mietvertrag anfechten, wenn man feststellt, dass dieser nicht mit den mündlichen Vereinbarungen übereinstimmt?

Und wie wollt Ihr diese mündlichen Vereinbarungen im Zweifel vor Gericht nachweisen? Keine Chance!

Wir hatten auch keine Zeit gehabt den Vertrag gründlich durchzulesen.

Das hättet Ihr machen sollen. Wenn mündliche Nebenabreden nicht vertraglich fixiert worden sind, dürften diese wenig wert sein.

Antwort
von ErsterSchnee, 41

Nein. Ihr habt ihn ja so unterschrieben.

Antwort
von imager761, 13

Aus welchem Rechtsgrund kann man etwas anfechten, was man zwar unterschrieben, so aber garnicht gewollt haben will? Naivität ist nicht justitiabel :-)

G imager761

Antwort
von Grammatikus, 16

Die Kündigungsfrist steht im Mietvertrag. Sie gilt, wenn sie den gesetzlichen Vorschriften entspricht.

Kommentar von Grammatikus ,

Ergänzung: Falls die Kündigungsfrist im Vertrag nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen sollte, müssen Sie den Vertrag nicht anfechten. Diese Bestimmung gilt dann einfach nicht.

Antwort
von nepp68, 35

Wenn man einen Vertrag unterschreibt den man nicht durchgelesen hat und nach 9 Monaten feststellt, dass er anders ist als vor mündlich abgesprochen, dann frage ich mich wie Ihr Eur Geschäft betreibt.

Kommentar von EgonL ,

Das frage ich mich auch

Antwort
von peterobm, 24

WAS willst du anfechten? Du hast den Mietvertrag mit allen Rechten und Pflichten unterschrieben, Aus. Hast du BLIND unterschrieben? Sorry, da bist du selber Schuld. 

Antwort
von MissRatlos1988, 19

Unterschrieben = einverstanden mit dem Geschriebenen. 😞

Kommentar von EgonL ,

Wo die Unterschrift ist, ist der Kopf

Antwort
von EgonL, 27

ICH MEINE,

das sieht nicht gut aus (für dich)

nach  9 Monaten !!!!!!!!!!!!!!!

Und Mietvertrag nicht durchgelesen !!!!!!!!!!!!!!!

Da es offensichtlich ein gewerblich genutztes Objekt handelt, bist Du selbständig?

Und dann den Vertrag nicht durchgelesen?

Sieht nicht gut aus, MEINE MEINUNG

Antwort
von loewenherz2, 40

"Wir hatten auch keine Zeit gehabt den Vertrag gründlich durchzulesen."

was soll man zu so einer Aussage sagen ??

Kommentar von DaoRueang ,

Ich wollte damit ausdrücken, dass wir einwenig überrumpelt wurden und nicht mehr genau geprüft haben. Er hat den Vertrag geändert und es war 2 Tage vor Geschäftseröffnung. Da hatten wir den neuen Vertrag nur überflogen.

Kommentar von casala ,

holla - gerade eine vertragsänderung schaue ich mir doch genauer an. wer nimmt denn an, daß die änderung zu deinem nutzen sein wird???

Kommentar von EgonL ,

Ich kenne solche Fälle aus meiner beruflichen Praxis.

Die unterschreiben   A L L E S  , weil sie froh sind "den" Laden zu bekommen.

und hinterher kommen sie dann immer mit allen möglichen Entschuldigungen.

Und unterstellen dann den Vertragspartner Unredlichkeit.

So sieht die Wirklichkeit aus. Zu 99,9%

Kommentar von DaoRueang ,

Mag ja sein, dass in Ihrer Wirklichkeit so ist. Wir gehören nicht dazu.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten