Kann man eigentlich auch Klaviere selber stimmen? Gibt es elektronische Stimmgeräte, wie bei eine Gitarre?
Beim Stimmen kommt es vor allem darauf an, ob du die Spannung in der Saite richtig verteilt hast!! Die Klaviersaite ist an mehreren Stellen leicht "geknickt" wodurch eine feste und stabile Einspannung der Saite gewährleiste wird. Der 1.Knick ist beim Druckstab, der 2. bei der Silie, 3. und 4. auf dem Steg, der 5. beim Anhang. Dreht man nun den Stimmwirbel passiert folgendes: Man spannt zuerst den Teil von Wirbel bis Druckstab, dann erst von Druckstab bis Silie, und so weiter. Also bekommt man automatische unterschiedliche Spannungen in der Saite, welche sich nach und nach unkontrolliert selbst ausgleichen durch Nachlassen der Saitenspannung oder auch bei festerem Anschlag verschieben können. Hinzu kommt auch noch die Torsions im Wirbel selbst, welche durch das Drehen entsteht. Auch diese muss beim "Saiten setzten" egalisiert werden. Man bekommt nur durch langjährige Erfahrung und viel Gefühl heraus, ob die Saite durchgängig die gleiche Spannung hat und somit auch stabil stehenbleibt. Und dabei kann einem kein Gerät der Welt helfen!! Zudem sind Geräte die eine wirkliche Hilfe sind (nur für die richtige Tonhöhe bei Klavieren) sehr teuer, da der Klavierklang sehr komplex ist (anders als bei anderen Instrumenten wie z.B. Geige,Gitarre, div. Blasinstrumente) und demnach auch sehr genau vom Gerät registriert und interpretiert werden muss. Man kann für so ein Gerät schon mal um die 400-1.000€ für ausgeben.
Ein Klavier hat für jede Taste 3 Saiten. Du brauchst dann schon ein gutes Gehör, wenn Du das Klavier selbst stimmen willst! Von elektronischen Stimmgeräten, die man dafür nützen könnte, habe ich noch nichts gehört...
Nein! Das kann nur ein professioneller Klavierstimmer machen!
Naja die Leute die das stimmen haben auch nichts anderes als ein gerät mit mit dem sie das dann einstellen können. Aber ich glaube es ist viel viel billiger jemanden kommen zu lassen als das gerät zu kaufen
Also, mein Klavierstimmer benutzt als Gerät eine Stimmgabel für Kammerton a und als Zusatzgerät seine Ohren...
Ich kenne auch keinen meiner Kollegen, die es anders machen würden. Das Gerät wird nur für die Frequenzhöhe des Kammertons genommen, evtl. noch um die Spreizung der Oktaven zu überprüfen, ansonsten braucht ein Klavierbauer kein Gerät um ein Klavier zu stimmen, schließlich hat er ja Ohren. Und die sind besser als ein Gerät.
Auf keinen Fall - wer nicht das absolute Gehör dafür hat, verstimmt das Klavier nur. Das muss ein Klavierstimmer machen,und zwar mindestens einmal im Jahr; kostet so zwischen 80 und 200 Euro.
Ich würde es nicht selbst machen, sondern einen Klavierstimmer beauftragen, der hat das bessere Gehör dafür.

Das Linux-Programm "fmit" (free music instrument tuner) macht aus einem PC mit Soundkarte ein universelles Instrumentenstimmgerät. Es zeigt mit hoher Genauigkeit die Abweichung eines Tones zum nächsten Notenwert an. Für eigene Experimente (bevor man dann doch entnervt den Klavierstimmer ruft) ist es bestimmt ein interessantes Werkzeug.
http://home.gna.org/fmit/
Fmit läuft mittels der Cygwin-Umgebung auch unter Windows.
siehe meine Antwort weiter unten
Ein Klavierstimmer muss ein absolutes Gehör haben und läuft eine Ausbildung von 3-4 Jahren durch, während der er auch den Klavierbau erlernt.
Die Aufgabe eines Klavierstimmers selbst zu übernehmen ist also schwierig. Wikipedia schreibt hierzu noch:
Schließlich sei noch erwähnt, dass eine von den Laien nicht bedachte Schwierigkeit beim Klavierstimmen das Drehen der Stimmwirbel ist, was großer Feinfühligkeit und entsprechender Übung bedarf, damit der Stimmwirbel und damit die Saite auch dort stehenbleibt, wo er bzw. sie soll.
Das stimmt so nicht ganz. Ein klavierbauer braucht durchaus kein absolutes Gehör. Manchmal kann es (wenn vorhanden) auch eher störend als hilfreich sein.
Hallo! Super Erklärung. Da schlackern einem ja die Ohren.