Frage von Wissensdurst84, 87

Kann man ein Eigenheim ohne Eigentum in Form eines Darlehen finanzieren oder ist dies erforderlich?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Interhyp, Business Partner, 10

Hallo Wissensdurst84,

vielen Dank für Deine Frage.

Wenn ich Dich richtig verstehe, möchtest Du gerne wissen, ob Du ohne Eigenkapital eine Immobilie finanzieren kannst.

Einige Banken bieten heutzutage auch Vollfinanzierungen, das heißt Finanzierungen des vollen Kaufpreises bzw. der Anschaffungs- und Herstellungskosten, an. Die anfallenden Erwerbsnebenkosten sollten aus Eigenkapital bezahlt werden können. Hierzu zählen die Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 % vom Kaufpreis), die Notar- und Grundbuchkosten (pauschal 2 % vom Kaufpreis) sowie gegebenenfalls Gebühren für einen Makler (von Makler zu Makler verschieden).

Nur sehr wenige Banken finanzieren auch diese Kaufnebenkosten mit.

Bei Finanzierungen ohne Eigenkapital ist allerdings mit höheren Zinskosten zu rechnen, da die Bank grundsätzlich eine verminderte Sicherheit hat. Die meisten Banken gehen davon aus, dass der Marktwert maximal dem Kaufpreis der Immobilie entspricht und finanzieren ungerne darüber hinaus.

Wichtig ist hierbei, dass Du entsprechend hoch tilgen kannst, um nicht im Rentenalter noch immer eine hohe Belastung zu haben. Viele Banken setzen das sogar voraus.

Unter nachfolgemden Link findest Du weitere Tipps zum Eigenkapital in der Immobilienfinanzierung: http://www.interhyp.de/bauen-kaufen/tipps-zur-finanzierung/eigenkapital.html

Ich empfehle Dir für eine konkrete Beratung und individuelle Angebote ein Gespräch mit Deiner Hausbank oder eine Beratung durch einen unabhängigen Immobilienfinanzierungsvermittler. Eine Immobilienfinanzierung ist eine Belastung, die selten in 10 Jahren abbezahlt ist und deshalb gut durchdacht und kalkuliert sein sollte.

Ich hoffe, ich habe Dir hiermit weiterhelfen können,

Viele Grüße
Lukas Klimowitsch
Interhyp AG

Antwort
von marcussummer, 53

Was meinst du mit "Eigenheim ohne Eigentum"? Die übliche Verwendung des Begriffes "Eigenheim" meint nämlich gerade den Erwerb von Eigentum in Form eines Grundstücks (z.B. mit Haus) oder eines Grundstücksanteils (z.B. in Form einer WEG-Wohnung).

Grundsätzlich gibt es auch Darlehensanbieter, welche den Erwerb von Wohneigentum auch komplett finanzieren. Voraussetzung werden aber regelmäßig eine überdurchschnittliche Bonität oder anderweitige Sicherungsmittel sein, da die Rückzahlung sonst nicht ausreichend abgesichert ist. Ob eine Komplettfinanzierung wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom konkreten Einzelfall ab, die Laufzeit des Darlehens und damit die anfallenden Zinsen erhöhen sich aber entsprechend.

Antwort
von habakuk63, 36

Ja, man kann ein Eigenheim ohne Eigenkapital / Eigentum mittels eines Darlehens finanzieren.

Nein, Eigentum / Eigenkapital ist nicht erforderlich, aber immer hilfreich.

Du solltest vorher selbstkritisch prüfen, was ist an Geld in einem ganz normalen Monat verfügbar. Mit diesem Betrag kannst du verschiedene Banken anschreiben und um ein unverbindliches Angebot bitten.

Die "BeraterInnen" bei der Bank ermöglichen dir JEDE Kreditsumme, die stehen nach 5 Jahren auch nicht auf der Straße.

Du kannst auch online Kreditrechner probieren, damit du eine Größenordnung von Kreditsumme und monatlichen Kreditkosten bekommst.

Du musst an zusätzlichen Kosten für Gebühren und ungeplante Vorkommnisse etwa 10% der Bau- oder Kaufsumme einplanen. Ich habe jetzt das zweite Haus gebaut und die 10% haben in beiden Fällen sehr geholfen. Es gibt IMMER irgendetwas das ungeplant Geld kostet.

Antwort
von NSchuder, 41

Inzwischen gibt es tatsächlich Banken die eine Vollfinanzierung ohne vorhandenes Eigenkapital mitmachen. 

Empfehlenswert ist dies aus meiner Sicht aber selbst bei den heute extremst niedrigen Zinsen nicht (ich bin gelernter Banker).

Grundsätzlich ist zusätzlich zu beachten, dass neben den Kosten für Grundstück und Bebauung noch viele weitere Kosten dazu kommen. Das geht mit Notarkosten und Eintragungskosten los, Vermessung, Kanal ausheben, Baukostenzuschuss Wasser und Telekom, usw. usw. usw., am Ende steht dann noch der Wunsch nach einer Zusatzausstattung oder einen neuen Küche, die Gartengestaltung und Dekoration.

Also wenn, dann plane besser sehr sehr großzügig als zu knapp. Nachfinanzierung sind in der regel deutlich teurer als das Hauptdarlehen.

Antwort
von lohne, 40

Das ist möglich, wenn dein Verdienst ausreichend ist und wenn du eine "Muskelhypothek" einbringen kannst. Die Bank möchte aus Sicherheitsgründen gerne ca. 30% Eigengeld nachgewiesen haben. Das ist Verständlich denn wenn es zu einer ZV kommt möchten die kein Geld verlieren.

Antwort
von pewebe, 26

Viele potentiellen Hauserwerber rechnen sich glücklich, d.h. sie rechnen z.B. die regelmäßigen Überstunden mit in ihr Einkommen, dass die mal wegfallen können, vergessen sie dabei. So machen sie es mit allen Sachen und glauben dann, dass sie es schaffen können. Pustekuchen! Das sind die ersten, die hinten runter fallen, ihr Haus verlieren und danach noch einen Haufen Schulden am Hals haben. Man sollte schon einen ordentlichen Batzen Eigenkapital mitbringen und damit meine ich mindestens 25 bis 30%.

Antwort
von FragaAntworta, 48

Du kannst auch komplett mit allem Drum und Dran finanzieren, das ist möglich aber nicht zu empfehlen.

Antwort
von kenibora, 38

Je nach Einkommen und Vermögen ist vieles machbar....lass Dich zunächst von Deiner Hausbank beraten, die kennt Deine finanziellen Verhältnisse am Besten. Weitere Angebote kannst Du Dir anschliessend einholen

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