Kann man eigentlich ohne Geld leben?

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10 Antworten

Der Mensch ist ein Herdentier, grundsätzlich ist es schwierig, ohne fremde Hilfe auszukommen. Wir haben beispielsweise kein Fell mehr und sind deshalb auf Kleidung und Hütten angewiesen. Diese selbst zu bauen, gleichzeitig zu jagen und zu sammeln ist schwierig.

Deshalb lebt der Mensch schon seit Urzeiten in Verbänden zusammen. In der Sippe hilft man sich Gegenseitig, die soziale Kontrolle ist stark. Mit dem Wachsen der Stämme allerdings ist die soziale Kontrolle irgendwann schwieriger geworden und es haben sich Tauschgeschäfte entwickelt, und die erste Arbeitsteilung: Ich fang Dir ein paar Fische, Du hilfst mir dafür dabei, eine Hütte zu bauen.

Dieser Tauschhandel wurde im Laufe der Zeit immer weiter abstrahiert, von wertvollen Gegenständen über Muscheln o.Ä. über Kupfermünzen bis hin zum heutigen Geld.

Wenn Du also nur wissen willst, ob jemand "ohne Geld" leben kann: Klar. Das hat der Mensch Jahrtausende lang gemacht und in manchen Gegenden - abgelegene Stämme auf unerreichbaren Inseln - leben die Menschen noch heute ohne "Geld"

Aber "Geld" ist nur ein Tauschwert für Waren und Arbeitsleistung. Und ohne die Hilfe anderer Menschen ist der einzelne schon ziemlich aufgeschmissen. (Auch wenn es natürlich auch Beispiele von Einsiedlern gibt - allerdings haben die in aller Regel auch nur ihre "besten Jahre" allein verbracht, also weder Kindheit noch Alter, geschweige denn, dass sie eigene Kinder großgezogen haben)

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Auf den ersten Blick in Selbstversorgerorganisation ja. Auf den Zweiten Blick nein, wenn man nicht an einem falschen Begriff von Geld klebt. In einer Selbstversorgerorganisation mit einer etwas größeren Produktvielfalt bilden sich nicht nur relative Preise (die bilden sich als Wertschätzung immer) auch im direkten Warentausch. Bei mehreren Produkten wird sich ein Produkt als Vergleichsmaßstab herausbilden und "Geldfunktion" übernehmen. Sowie alle Mitglieder ein Produkt als Vergleichsprodukt akzeptieren hat man "Geld". Würden manche, die "Geld" ablehnen, sich die Sache mal tiefer durchdenken, würden sie merken, dass sie nicht "Geld" ablehnen sondern ihre "negative Seite" der Wertschätzung. Geld ist ja nur ein materieller, rechenbarer Ausdruck für immaterielle Wertschätzung. Und die kann man nicht abschaffen. Die ist in uns drin.

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Es gibt einige Leute, die versuchen das. Siehe z.B. "Das Sterntaler-Experiment". Aber letzten Endes läuft es immer darauf hinaus, dass diese Idealisten doch Tauschhandel mit den Menschen betreiben, die eben nicht ohne Geld leben. 

Selbst wer nahezu autark lebt bzw. gelebt hat, z.B. die Siedler in den USA, musste doch einiges kaufen. Ich erinnere mich da an die Bücher von Laura Ingalls Wilder. Alles wurde selbst gebacken, gekocht, genäht, angebaut, etc. Die waren echt fleißig. Aber für einige Dinge brauchten sie Geld: Salz, Tee, Kerosin (für die Lampe), Nägel, Stoff, Schuhe, und solche Dinge. 

Also kurz gesagt: Nein. Nicht, wenn noch eine gewisse Lebensqualität bleiben soll.

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Man könnte noch das klosterleben als beispiel anführen. Doch selbst in tibet erbetteln die mönche u.a. geld!

Der gegenentwurf wäre 1) der tauschhandel oder 2) die völlig autonome selbstversorgung.

Was aber hättest du zu einem angemessenen gegenwert zu tauschen was du nicht selbst erzeugst oder herstellst? ... Und woher kommen dann die materialien hierfür? ... Und du müsstest dir eine menge fähigkeiten, fertigkeiten und know how aneignen ... Und wenn du etwas nicht kannst brauchst du jemand der es dir erledigt... ganz zu schweigen davon dass du natürlich kein bankkonto hättest ...

Also einfach klingt das ganze wahrlich nicht in einer monetär ausgerichteten wellt, was aber nicht unbedingt heisst dass es grundsätzlich unmöglich ist. Ich halte es aber ehrlichgesagt in gesellschaften wie unserer längerfristig für nahezu ausgeschlossen...

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Angenommen du machst einen auf Selbstversorger. Besorgst dir ein Grundstück das du Landwirtschaftlich beackerst. Wasser holst du aus einem Brunnen, Strom von einer Solaranlage.

Selbst dann komst du in Deutschland nicht ohne Geld aus. Grundstückssteuer,Krankenkasse und Rundfunkgebüren sind z.b. Pflicht. Im frühjahr brauchst du Saatgut und Jungtiere. 

Man kann seinen Geldbedarf einschränken aber ganz ohne geht in Deutschland nicht.

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Kommentar von hoth560
20.07.2016, 03:14

Du könntest recht haben, aber wenn man kein Geld verdient, dann muss man die Steuern und Rundfunkgebühren nicht bezahlen. 

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Ich denke in Deutschland  ist es schwer ohne Geld zu leben. In Afrika haben die einen ganz anderen Lebensstandard und dort in den Dörfern kennen die es nicht anders, dass die zum Beispiel ihr essen erstmal jagen müssen. Setzen mal einen Deutschen in so einem Dorf aus. Er wüsste nicht wie er überleben sollte.

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Ja, dann müsstest du halt autonomer Selbstversorger werden.

mlg neumann

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Ja, wir können auch ohne Geld leben.

Ohne die Beachtung gesellschaftlich vorgegebener Moral praktisch sogar noch leichter, als mit Beachtung.

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Du hast dir die Frage im Prinzip selbst schon beantwortet. Es gibt Gegenden auf dieser Welt, in denen Menschen in autarken Gemeinschaften leben und im wesentlichen ohne Geld auskommen und dabei trotzdem einen beachtlichen Lebensstandard haben.

In Europas Städten kannst du ohne Geld lediglich als Penner leben. Da gibt es solche Gemeinschaften nicht.

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Biologisch auf jeden fall

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