Frage von Haeschenherz, 64

Kann man die Verantwortung über ein Handeln an Gott abgeben? (Religions Unterricht)?

Hallo also es geht eigentlich schwerpunktmäßig um die Fragestellung ob sich die Prinzipien der Verantwortungsethik gegen das , nach Bonhoeffer indiskutable, Gebot Gottes über "Frieden auf Erden" stellen. Bonnhoeffer argumentiert diesbezüglich ja rein gesinnungsethisch oder? Er bezeichnet die Hinterfragung dieses Gebotes als scheinheilig und als eine Verleugbung Gottes. Wie bezieht man jetzt mit Blick auf das Motiv "Verantwortung" oder die Theorie des "Gerechten Krieges" Stellung dazu? (Meine Quelle ist ein Auszug aus einer Rede aus dem Jahr 1934, Unterrichtsmaterial)

Antwort
von vonGizycki, 9

Grüß Dich Haeschenherz!

Ich kann das klar beantworten. Aus christlicher Sicht wird eine Gehorsamsethik verlangt, weil der Mensch sich nicht vor sich selbst oder vor anderen in letzter Konsequenz verantworten muss, sondern vor Gott.

Aus rein humanistischer Sicht ist immer eine Verantwortungsethik gefragt, die vor sich selbst und anderen sich bewähren muss. Und das kann ich absolut unterschreiben.

Gesinnungsethik? Was ist das? Beschreibt sie eine bestimmte Gesinnung, die man haben muss? Und welche soll das sein? Gibt es eine falsche Gesinnung und unter welchen Voraussetzungen ist sie falsch oder richtig?

So gesehen ist das gefährliches geistiges Terrain.

Aus Wikipedia:

"Als gegenüber seinen Lehrern eigenständiger Theologe betonte Bonhoeffer die Gegenwart Jesu Christi in der weltweiten Gemeinschaft der Christen, die Bedeutung der Bergpredigt und Nachfolge Jesu und die Übereinstimmung von Glauben und Handeln, die er persönlich vorlebte, insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus."

Das bedeutet, dass er im Sinne einer Nächstenliebe, so wie es das Christentum verlangt sich für die Opfer des Nationalsozialismus eingesetzt hat und dabei auch nicht die Kirchenkritik scheute, weil die Kirche  wegguckte oder sogar kollaborierte mit den Nazis. Dennoch aber war er als Christ darauf verpflichetet, sich letzlich mit seinen Taten und Handlungen vor Gott zu verantworten.

Aber man sollte wohl auch dazu sagen, das er ein ziemlich aufgeweichtes Christentum vertrat, denn das göttliche Gebot "Du sollst nicht töten" verwarf er im Kampf gegen den Nationalsozialismus. Daraus kann man den Schluss ziehen, das er möglicherweise gar kein Christ mehr war, denn er hätte sich mit seiner Verweigerung eines Verstoßes gegen Gott schuldig gemacht.

Als Theologe  hat sein humanistisches Gewissen geschlagen und konnte deshalb nur für einen Kampf gegen den Nationalsozialismus auch im Sinne eines Tyrannenmordes sein. Als Christ hat er aber versucht, diese Diskrepanz eines Gottesgebot von "Du sollst nicht töten" und dem humanistischen Gewissen irgendwie zu erklären, was aber seine Zerrissenheit zeigte:


„Ich glaube, daß Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen
lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum
Besten dienen lassen. Ich glaube, daß Gott uns in jeder Notlage soviel
Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im
voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn
verlassen. In solchem Glauben müßte alle Angst vor der Zukunft
überwunden sein. Ich glaube, daß auch unsere Fehler und Irrtümer nicht
vergeblich sind, und daß es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu
werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, daß Gott
kein zeitloses Fatum ist, sondern daß er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.“

Nur Gott kann Gutes entstehen lassen? Der Mensch nicht?

Ein typisch christlicher Glaubenskonflikt! Die Frage der Theodizee bleibt dabei im Raum stehen: Warum gibt es überhaupt das Böse im Menschen? Hätte Gott den Menschen nicht gleich so erschaffen können, das es das Böse und das Leid auf Erden nicht gibt? Denn dann bräuchte Gott kein Gebot zu senden das lautet: Du darfst nicht töten!

Dieser Gewissenskonflikt ist für rechte Christen unauflösbar.

Humanisten im Sinne von Nichtchristen haben diesen Konflikt nicht, denn sie wissen, das man unter Umständen und in allerletzter Konsequenz töten muss (wenn es denn möglich ist), wenn man die Freiheit bewahren bzw. und den Menschen retten will. Das Böse im Menschen und daraus resultierende Leid ist ein durch die Natur mitgegebener Wesenszug des Menschen, das durch die Erziehung und Bildung gemildert, aber nicht elemininiert werden kann. Jeder Mensch kann böse werden bzw. sein und schwer schuldig werden.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von vonGizycki ,

Zusatz:

... ein Handeln an Gott abgeben


das geht nicht!

Der Mensch kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Gott hin oder her. Als Christ könnte man natürlich Gott für das Böse in der Welt verantwortlich machen, er hat sie ja dem Glauben nach auch erschaffen. Das aber wäre Gotteslästerung im Sinne der christlichen Lehre.
Ein schweres Dilemma!

Antwort
von 1988Ritter, 19

Der von Dir zitierte Auszug hat im Religionsunterricht nichts zu suchen, da er im Rahmen einer nicht christlichen Umerziehung erfolgte, und sich rein auf völkisches Denken bezogen hat.

Es bedarf zudem keiner philosophischen Ergüsse eines Herrn Bonhöffer. Die Bibel selbst erklärt dazu eindeutig:

Gott sprach

.......und machet Euch die Erde untertan.

Damit gab Gott den Menschen ein Schaffensgebot, was dann gleichzeitig auch ein Gebot zur Verantwortung ist. Somit erübrigen sich philosophische Aspekte zu einer Verantwortung Gottes für Leid und Freud der Menschen auf Erden.

Antwort
von DerBuddha, 20

Jahwe, Gott oder JHWH/Allah: ist in Wahrheit ein "Heiden"-Gott, denn er war der Vulkangott der Schasu-Nomaden, der zusammen mit der Göttin Aschera von den Schasu angebetet wurde und in die Ägyptische Tausende-Götter-Welt der ägyptischen Mythologie hinausgetragen und verbreitet wurde.
800 v. Chr. wurde dieser Gott dann zum alleinigen monotheistischen Gott, denn zu dieser Zeit führte Israel viele große Kriege und in dieser Zeit war kein Platz mehr für eine Fruchtbarkeistgöttin, die allmählich aus diesem Glauben verschwand, im Schöpfungsmärchen jedoch noch indirekt erwähnt wird, mit der Aussage: "Gott schuf den Menschen zum eigenen Bilde, als Mann und Frau". Im übrigen entspringt der Name Jahwe der gleichnamigen Region, aus dem die Schasu ursprünglich kamen und dieser Ortsname wurde schon 1400 v. Chr. erwähnt, denn es gibt in Soleb im Sudan einen Tempel vom Pharao Amenophis dem 3., auf dem er alle Völker in Hieroglyphen verewigt hat, die er in Feldzügen jemals besiegt hat. Selbst in der Bibel wird seine echte Abstammung beschrieben, z.b. beim brennenden Dornbusch, oder bei der Beschreibung des wandernden Volkes Israels, denn was steht dort in der Bibel? Genau, am Tage weist eine Rauchfahne den Weg, in der Nacht eine Feuersäule. So sieht man auch einen Vulkanausbruch, aber keinen echten Gott, der jemanden einen Weg weist....*g*. Selbst bei der Beschreibung, als Moses die Gebote empfangen hat, wird ein möglicher Ausbruch eines Vulkanes beschrieben, denn die ganze Gegend war vor über 2000 Jahren tektonisch sehr aktiv.............:)


eigentlich fange ich nie mit geschichtlichen fakten an, aber in diesem fall habe ich es mal getan, um damit meine antwort kürzer zu halten, als sie sonst ausfallen würde..................:

Kann man die Verantwortung über ein Handeln an Gott abgeben?

NEIN, siehe oben ............. die geschichte der religionen beweist eindeutig, dass es keine märchenfiguren gibt und somit ist JEDER für sein handeln selbst verantwortlich........!!!!!

Kommentar von gromio ,

Der menschlichen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wie man an Deinem Kommentar erneut deutlich sehen kann.

....auch wenn es MÄRCHENFIGUREN gäbe, wäre jeder - auch diese Figuren - selbst verantwortlich.

Das zu verstehen, dazu braucht man keine Philosophie. 

cheerio

Kommentar von DerBuddha ,

wie süüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüs....................*g*

WAS bitte schön verstehst DU nicht?:

Kann man die Verantwortung über ein Handeln an Gott abgeben?

NEIN, denn es gibt KEINE märchenfiguren...........

somit alles beantwortet und die frage, ob märchenfiguren für sich selbst verantwortlich wären, stellt sich somit nicht mehr............. denn was es nicht gibt, kann auch für NICHTS verantwortlich gemacht werden und darüber zu diskutieren, OB es märchenfiuguren gibt, wäre eine anderes sache, die sich MIR NICHT mehr stellt.............

Antwort
von gromio, 24

Nein,

kannst Du nur, wenn Du "im Auftrag Gottes handelst", dann wäre er verantwortlich.

MfG

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