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Kann man die Sensibilität eines 3-jährigen Kindes durch Erziehung stärken?

gefragt von benjaminbluemchen am 21.06.2007 um 20:54 Uhr

Unser fast 3-jähriger ist ziemlich sensibel. Wenn er etwas will und nicht bekommt. Wenn ich dann irgendwann lauter werde und ihn ermahne steigert er sich so in sein Weinen rein, dass er nicht mehr aufhört und wie ein Verrückter schreit und um sich schlägt. Nur schwer schafft man ihn nach langer Zeit zu beruhigen. Auch in sonstigen Situation z.B. wenn er sich über sich selber ärgert,weil er aus Versehen ein Glas umgeschmissen hat fängt er sofort an zu weinen. Kann ich durch meine Strenge ihn unsensibler machen. Ich meine, wenn ich nicht mit Mitleid auf sein Weinen reagiere, sondern ihm sage er solle aufhören.


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Reply


casualuser
beantwortet von casualuser am 21. Juni 2007 21:03
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Das Kind reagiert sehr stark auf dich: Wenn du sagst, dass du lauter wirst und ihn ermahnst, ist da schon der erste Haken: Warum musst du dazu lauter werden? Sage es ihm ruhig und sachlich, wenn dir etwas nicht gefällt. Je mehr Emotionen du in deine Reaktion legst, desto stärker wird er darauf reagieren. Dazu kommt, dass er Ablehnung von Verhalten und Ablehnung seiner Person dann leicht verwechseln kann. Vergiss nicht, ihm zu zeigen, wenn "alles wieder gut ist". Sei konsequent (falls es das ist, was du als streng bezeichnest), aber bleibe selbst dabei ruhig. Die Phase musst du durchstehen. Sie kommt bei Kleinkindern immer mal wieder vor, mal früher, mal später.


engelhaar
beantwortet von engelhaar am 21. Juni 2007 21:17
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Also das sind zwei ganz verschiedene Situationen, wenn er schreit weil er etwas nicht bekommen hat, möglichst ruhig bleiben und auf alle Fälle beim Nein bleiben, gehe notfalls in ein anderes Zimmer wenn es möglich ist und versuche es zu Ignorieren. Wenn er aber unglücklich ist, weil ihm ein Mißgeschick passiert ist nimm ihn tröstend in den Arm und versichere ihm das es nicht schlimm ist und er Dir helfen kann es wieder in Ordnung zu bringen. Das ist ein schönes aber anstrengendes Alter und ich wünsche Dir viel Kraft und viel Freude mit Deinem Kleinen. Mit Strenge erreichst Du überhaupt nichts!

Gruß engelhaar!

Kommentar von Simple_avatar6smallcasualuser am 21. Juni 2007 21:35

Stimmt: Den Frust- Aspekt habe ich ausgelassen.


anonym
beantwortet von Capuccino am 21. Juni 2007 21:14
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Wenn er ein Bedürfnis hat und Du im deutlich zu verstehen gibst das Du sein Bedürfnis nicht wahrnimmst dann macht ihm das nur mehr zu schaffen. Wenn jemand zu mir sagt, hör auf zu Weinen, Du hast keinen Grund dazu, oder das muß jetzt nicht sein o.s. dann würde mich das Wütend machen, wenn ich mich nicht anders wehren oder begreiflich machen könnte würde ich auch schreien oder stampfen.


anonym
beantwortet von 00HaPe am 21. Juni 2007 21:06
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Schau doch mal unter dem Stichwort HUMAN DESIGN SYSTEM im Internet nach und beschäftige dich damit und du kannst sehen wer dein Kind ist und wer du bist und ihr könnt die Lösung finden indem ihr zu euch selbst findet. Es ist ein wunderbares System um im Leben klarzukommen und das Glück zu erhalten.


2kiba
beantwortet von 2kiba am 21. Juni 2007 22:03
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Ich würde sagen, das ist ne typische Trotzphase, die alle Kinder früher oder später durchmachen. Ein Grenzenaustesten, ein "wie-kann-ich-Mama-aus-der-Fassung-bringen-Spiel", wobei er sich selbst als Sieger sieht, weil du immer wieder drauf anspringst. Das zermürbt dich und du findest kein ruhiges Wort mehr für ihn. So klein wie er noch ist, er kann schon sehr genau abschätzen, wie er dich zur Weißglut bringen kann. Ignorier seinen Trotz, aber behalt ihn im Auge, damit er sich nicht verletzt. Versuch ihn ganz ruhig in ein Spiel zu verwickeln, schneide Fratzen, spiel den Clown, um ihn zum Lachen zu bringen oder...setz dich einfach nur zu ihm hin und schau ihn an. Sag aber nichts. Er wird sich wundern, dass du nicht reagierst. Versuch wieder Harmonie reinzubringen, statt dich stressen zu lassen. Es ist für alle Beteiligten angenehmer, als wenn ewig der Haussegen schief hängt. Denn je unruhiger, nervöser und lauter du wirst, desto mehr trotzt er .

LG 2kiba





anonym
beantwortet von Bikerbarde am 21. Juni 2007 22:13
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Du sprichst mir aus der Seele! Unser Sohn ist zwar erst 2 jahre, aber die Reaktionen sind fast identisch. Je nach Situation regiere ich tröstend, also wie engelhaar schreibt, oder ich gehe mit ihm auf Augenhöhe halte Augenkontakt (soweit er das zulässt) und erkläre ihm ruhig (ich bemühe mich zumindest, keine Nerven zu zeigen, auch wenns manchmal sehr schwer fällt), was an seinem Verhalten nicht richtig ist und dass er dadurch keine Veränderung bzw. Verbesserung erreicht. Meistens kommt nach der zweiten bis dritten Wiederholung dieser Prozedur (nach dem ersten Mal leider meist nicht) auf die Frage, ob er das verstanden hat ein schluchzendes "Ja". Dann kann ich ihn auf den Arm nehmen und er beruhigt sich an meiner Schulter. Ich glaube, da muss jeder seinen Weg finden. Grundsätzlich finde ich (als erstmaliger Vater), dass Kindererziehung das bisher Schwierigste in meinem Leben ist und ich hoffe, dass ich es einigermassen gut hinkriege!! Viel Glück und Geduld wünsche ich Euch!

Kommentar von Bruno am 22. Juni 2007 01:57

Ja, es ist schwierig. Und man wird nicht drauf vorbereitet. Dafuer lernst in der Schule Algebra, Chemie, Physik, Mathematik und, und - auf Stufen, die kaummehr noetig im spaeteren Leben und irgendwann vergessen.
Aber Du machst es gut. Weiter so. Meine Devise war, Ja ist ja, Nein ist nein. Es hat gut geklappt. Viel Erfolg und Spass. Gruss Bruno


Seelenfrieden
beantwortet von Seelenfrieden am 3. Juli 2007 15:32
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Hast Du schon einmal versucht, Dein Kind in diesen Situation weniger Aufmerksamkeit zu schenken - es einfach nicht zu beachten, nicht auf sein Verhalten einzugehen ?


Tomorru
beantwortet von Tomorru am 5. Oktober 2007 12:57
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Aldous Huxley hat zu diesem Thema in seinem Buch Brave New World einiges zu sagen...




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