Frage von LeniYenny, 69

Kann man die Neuropsychologie als Therapie anerkennen?

Mir fallen dazu keine Argumente ein, ich würde mich über eine Antwort sehr freuen :)

Antwort
von Schokolinda, 14

es gibt neuropsychologische therapie und diese wird auch von den kassen bezahlt, sofern die voraussetzungen gegeben sind. d.h. es muss eine neurologische erkrankung des gehirns vorliegen.

dann erfolgt entweder im rahmen einer neurologischen reha oder auf verschreibung eines neurologen beim ambulanten neuropsychologen neuropsychologische diagnostik als grundlage einer spezifischen therapie.

auch im bereich der kognitiven leistungen muss therapie spezifisch sein - im körperlichen bereich würde man sich wundern, wenn man einfach so ins blaue trainieren sollte. dort werden gezielt übungen gemacht. und im kognitiven bereich ist das selbstverständlich auch sinnvoll.

auch in der neuropsychologie gibt es studien zur wirksamkeit von therapie. d.h. die therapie ist genauso evidenzbasiert wie in anderen bereichen.

wenn man sich den schlaganfallstandard der DRV ansieht, ist neuropsychologische therapie selbstverständlicher bestandteil der reha, ohne den der schlaganfallstandard nicht erreicht werden kann.

Antwort
von Grautvornix16, 26

Hi,-

A) die Neuropsychologie ist eine wissenschaftliche Teil-Disziplin innerhalb der Psychologie, die an der Grundlagenforschung ausgerichtet ist und im Rahmen ihres Teilgebietes auf der Basis entsprechend ausgerichteter Hypothesen und Theorien versucht, psychologische Sachverhalte eher als physiologisch bedingte Funktionsweisen des Gehirns, also auf der Grundlage eines naturwissenschaftlichen Paradigmas zu erklären und darzustellen.

B) Eine Therapie ist im Idealfall eine Vorgehensweise, die versucht, Erkenntnisse dieser Grundlagenforschung in einen systematischen Zusammenhang zu bringen, um einen anwendungsorientierten methodisch reflektierbaren Handlungs-, in diesem Fall Be-handlungsverlauf als  Prozeß zu beschreiben und zu organisieren.

Aus A folgt nicht zwingend B da beide Bereiche nur in einem mittelbaren Verhältnis stehen.

Davon abgesehen ist die Neuropsychologie in der Wissenschaft nicht unumstritten, da sie versucht, das Verständnis des (menschlichen) Gehirns als (komplexe) deterministische Maschine wiederzubeleben (der Mensch als "Automat"), was jedoch

a) schon jetzt erkennbar voll daneben liegt (ein "automatenhafter" Zustand würde nur einen psychisch kranken Menschen beschreiben) und

b) deshalb nur durch Interessen beflügelt wird, die in dieser Phantasie die Hoffnung auf Erkenntnisse über Funktionsparameter hegen, die eine benötigte Beeinflussungs- und Prognosesicherheit zum Zweck der Verhaltenssteuerung wünschen.

Die Behandlung von Schlaganfall, Alzheimer, Epilepsie, Hirnverletzungen, etc. etc. haben mit der Neuro-Psychologie herzlich wenig zu tun. - Hierzu gibt es bereits den Bereich der Neurologie innerhalb der bestehenden medizinischen Forschung.

Gruß

Antwort
von goodnews53, 44

Was meinst du mit "anerkennen lassen". Wer soll das anerkennen?

Vielleicht die Krankenkasse?

Das ist nach meiner Erfahrung so gut wie unmöglich. In speziellen Fällen kann die Krankenkasse bezuschussen.

Neuropsychologie ist kein geschützter Begriff und stellt keine Qualitäts-Garantie dar. Falls du dich in diesem Bereich selbstständig machen möchtest, wirst du es wahrscheinlich nur auf der Basis "Selbstzahler" tun können.

Kommentar von LeniYenny ,

Naja es geht um den Schlaganfall. Also ob man das was die im Bereich der Neuropsychologie auch als eine Art Therapie sehen kann. So wie zum Beispiel die Ergotherapie.

Kommentar von Schokolinda ,

ja, kann man - der Neurologe soll es verschreiben. wenn er das nicht tut, kann man ihn auf den schlaganfallstandard der DRV hinweisen und dass (ggf.) noch keine Diagnostik laut Standard erfolgt ist. Therapeuten findet man über die seite der GNP (behandlerverzeichnis).

Antwort
von skyberlin, 33

Neuropsychologie ist ein wissenschaftliches Fachgebiet der Medizin.

Ein Neuropsychologe kann, nach gesicherter Diagnose einer Erkrankung,  Therapien verordnen.

Das ist der Unterschied.

Neuropsychologie ist KEINE Therapieform, sondern die Entstehung neuropsychologischer Erkrankungen zu untersuchen, zu  kennen und zu erläutern, die Differentialdiagnostik durchführen, und Behandlungsvorschläge bei Erkrankungen zu unterbreiten.

Dafür gibt es Leitlinien des entsprechenden ärztlichen Fachverbandes.

Kommentar von user8787 ,

Danke. :o) 

Antwort
von goodnews53, 35

O.k. Wenn es um die Nachbehandlung eines Schlaganfalles geht, steht wahrscheinlich die Sprachfähigkeit und die Wiedererlangung der Beweglichkeit im Vordergrund.

Ob in diesem Falle Neuropsychologie das Richtige ist, davon bin ich nicht überzeugt.

Ggf. kannst du die behandelnde Person fragen, ob sie auf Privatrezept behandelt, dann können die Kosten ggf. steuerrechtlich anerkannt werden.

Antwort
von schloh80, 16

Die Neuropsychologie nicht.

Die Klinische Neuropsychologie stellt mit der neuropsychologischen Therapie eine Methode der vertragsärztlichen Versorgung zur Verfügung.

https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/418/

https://www.g-ba.de/downloads/40-268-1791/2011-11-24_MVV-RL_NeuroPsych_ZD.pdf

https://www.g-ba.de/downloads/39-261-1415/2011-11-24_MVV-RL_NeuroPsych_BAnz.pdf

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