Kann man die große Hungersnot in Irland als Genozid auffassen?

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2 Antworten

Manche Iren nennen den UMGANG Englands mit der Hungersnot aufgrund der Kartoffelfäule Genozid, weil Millionen Iren in dieser Zeit starben bzw. zur Auswanderung gezwungen waren. Dass das englische Verhalten gegenüber den wirklich bettelarmen Iren damals  (gnadenloses Auspressen der Pächter und Kleinbauern durch englische Landbesitzer) ein Verbrechen war, steht außer Frage, doch glaube ich nicht, dass es völkerrechtlich als Genozid einzustufen ist. 

"The Great Famine" ist aber jedenfalls eine Zeit, welche im irischen Bewusstsein  niemals vergessen wird und immer irgendwie anti-englische Ressentiments fördern wird.

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Kommentar von BalTab
10.03.2016, 18:40

Das kann man, genau wie den Holodomor in der UdSSR durchaus als Völkermord bezeichnen. Aber darüber kann man andererseits auch streiten.

Wikipedia:



Die Konvention definiert Völkermord in Artikel II als „eine der
folgenden Handlungen, begangen in der Absicht, eine nationale,
ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder
teilweise zu zerstören:



a) das Töten von Angehörigen der Gruppe
b) das Zufügen von schweren körperlichen oder seelischen Schäden bei Angehörigen der Gruppe
c) die absichtliche Unterwerfung unter Lebensbedingungen, die auf
die völlige oder teilweise physische Zerstörung der Gruppe abzielen
d) die Anordnung von Maßnahmen zur Geburtenverhinderung
e) die zwangsweise Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe“






a) wäre zweifelhaft, c) trifft aber durchaus zu.

Aber wie gesagt: da kann man drüber streiten

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Ich kenne zwar den Kontext der Hungersnot nicht, jedoch ist ein Genozid ein Völkermord. So würde ich diese Frage mit nein beantworten.

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