Kann man die Goldene Regel als Zusammenfassung der Tora sehen?

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7 Antworten

Es steht im Talmud dass ein potentieller Konvertit zum Judentum sich an Rabbi Hillel wandte, und ihn bat, die Torah zusammenzufassen, während er auf einem Bein steht, und die Antwort war "Was dir verhasst ist, füge auch keinem anderen zu"... (Babylonischer Talmud, Traktat Shabbat, Seite 31a)

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Hallo,

Kann man die Goldene Regel als Zusammenfassung der 
Tora sehen?

Nein und Ja. Der Unterschied ist aber hier:
Der jüd. Rabbi und bedeutende Lehrer Hillel (etwas vor Chr.) wurde einmal nach dieser Zusammenfassung gefragt. Er sagte:
"Was dir nicht lieb ist, das tue auch deinem Nächsten nicht. Das ist die ganze Tora"
 Jesus,nach Mt.7,12:
12 Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das (ganze)Gesetz und die Propheten .
Merkst du den Unterschied ?
Bei Hillel (Tora ?) wird ausgesagt, was man unterlassen soll, bei Jesus was man für andere tun soll - jeweils nach seinem Gewissen entsprechend der eigenen Befindlichkeit.
Das ist auch mit ein Unterschied in der Lehre  des "Alten Bundes",
zum "Neuen Bund" in der Botschaft Jesu. Diese beinhaltet  was wir für unsere Mitmenschen tun sollen um zum Heil zu gelangen. Im Alten Bund gibt es mehr Vorschriften und Gesetze, Verbote, wie der Dekalog.

Gruß Viktor

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Die fünf Bücher Mose:

Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium.

1. Mose = Genesis = Bedeutet auch: Schöpfung, Entstehung.

2. Mose = Exodus = Bedeutet auch: Auszug

3. Mose = Leviticus = Bedeutet auch: (Leviten Buch),

4. Mose = Numeri = Bedeutet auch: Zahlen

5. Mose = Deuteronomium = Bedeutet auch: zweites Gesetz.




Das Hauptgebot der Liebe wird erwähnt. 3. Mose 19
Link: http://bibeltext.com/text/leviticus/19.htm

Am Ende des Kapitels steht folgendes:


33Und wenn sich ein Fremder bei dir aufhält in eurem Lande, so sollt ihr ihn nicht bedrücken.34Wie ein Landeseingeborner aus eurer Mitte soll euch der Fremde gelten, der sich bei euch aufhält, und du sollst ihn lieben, wie dich selbst. Denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägypten; ich bin Jahwe, euer Gott.


Im neuen Testament heisst es: Matthäus 22:37-40

Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz?

Jesus aber sprach zu ihm: "Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte." Dies ist das vornehmste und größte Gebot.

Das andere aber ist ihm gleich; Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Die ersten vier Gebote = Liebe zu Gott , also zu Jahwe

Die anderen 6 Gebote = Liebe zu den Menschen.



Allgemein für die, die es nicht wissen: Wird man durch durch Gesetzeswerke gerecht? NEIN.

1.Timotheus 2
3Denn solches ist gut und angenehm vor Gott, unserm Heiland,

4welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

5Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus.



Wer ist Jesus Christus und was tat Jesus Christus für uns?:

Johannes 3:16-21

16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. 18 Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. 19 Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. 20 Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. 21 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.

Johannes 11:25 Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe;

Johannes 14:6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Johannes 6:35
Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.


Jesus Christus ist der Sohn des Lebendigen Gottes, der Mensch wurde und für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist, er war ohne Sünde und starb stellvertretend für alle Menschen am Kreuz. Am dritten Tag ist Jesus Christus vom Tode auferstanden. Ein jeder Mensch nun, der an Jesus Christus glaubt, der wird nicht gerichtet, dem werden die Sünden vergeben, zuteil wird im auch das ewige Leben.

Aus reiner Gnade wird derjenige Gerecht, der an den Sohn Gottes glaubt.


1.Johannes 4:15-17

Welcher nun bekennt, daß Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe völlig bei uns, daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt.


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Kommentar von kdd1945
24.11.2015, 23:02

Sehr schön gemacht.

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Hallo elli199,

Jesus erklärte in Mt 22 gemäß den folgenden Versen etwas, das genau zu Deiner Frage passt:

35...Ein Gesetzeslehrer, stellte Jesus eine Falle. Er fragte ihn: 36 »Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot des Gesetzes?« 37 Jesus antwortete: »›Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand!‹ 38 Dies ist das größte und wichtigste Gebot. 39 Aber gleich wichtig ist ein zweites: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!‹ 40 In diesen beiden Geboten ist alles zusammengefasst, was das Gesetz und die Propheten fordern.«

Die Goldene Regel ist längst nicht so umfassend. Weder wird Gott erwähnt, noch wird Liebe als Motiv angesprochen.

Zu Deiner Frage, ob der lehrreiche Spruch eine christliche "Erfindung" ist, wird in religionswissenschaftlichen Kreisen auf Konfuzius, Zarathustra, Thales von Milet, Platon u. a. hingewiesen, die eventuell zu ihrer Zeit (4.-6. Jahrhundert v. Chr.) ähnliche Gedanken geäußert haben sollen.

Du fragst noch nach dem Zusammenhang zwischen den Seligpreisungen (auch Glücklich- oder Glückseligpreisungen) und der Reich-Gottes-Verkündung. Hier zunächst der Text nach der HFA (besonders wegen 3a) :

Mt 5,3 "Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn ihnen gehört die neue Welt Gottes. 4 Glücklich sind die Trauernden, denn sie werden Trost finden. 5 Glücklich sind die Friedfertigen, denn sie werden die ganze Erde besitzen. 6 Glücklich sind, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden. 7 Glücklich sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren. 8 Glücklich sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott sehen. 9 Glücklich sind, die Frieden stiften, denn Gott wird sie seine Kinder nennen. 10 Glücklich sind, die verfolgt werden, weil sie nach Gottes Willen leben. Denn ihnen gehört Gottes neue Welt.

11 Glücklich könnt ihr sein, wenn ihr verachtet, verfolgt und verleumdet werdet, weil ihr mir nachfolgt. 12 Ja, freut euch und jubelt, denn im Himmel werdet ihr dafür reich belohnt werden! Genauso haben sie die Propheten früher auch verfolgt."

Jetzt rein auf diese Verse bezogen, sieht man, dass die wunderbaren Verheißungen sich in ganzer Fülle im zukünftigen Reich Gottes erfüllen werden. Bis dahin wird ein Nachfolger Jesu - genau wie ihr Vorbild oder auch die Propheten Gottes Königreich verkünden und deshalb verachtet, verfolgt und verleumdet werden.

Grüße, kdd

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Kann man die Goldene Regel als Zusammenfassung der Tora sehen?

Kann man. Muss man nicht.

Ist sie daher keine christliche Erfindung?

Kommt darauf an, was genau mit der "goldenen Regel" gemeint ist. In allgemeiner (negativ formulierter) Form gibt es sie öfter, aber der Wortlaut von Mt 7,12 ist schon eine Erfindung von Jesus. Der zugleich sagte, dass er damit die Thora zusammenfasst.

Welches ist der Zusammenhang zwischen den Seligpreisungen und der Reich-Gottes-Verkündung?

Die "Seligpreisungen" beschreiben, wie es im Reich Gottes aussehen wird, wenn es vollständig gekommen ist. Damit sind sie zugleich eine Richtschnur für die an Jesus Glaubenden.

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Sie ist keine "christliche Erfindung", sondern wurde in vielen Kulturen, unabhängig voneinander gefunden. Teilweise lange vor der Tora.


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Kommentar von helmutwk
25.11.2015, 16:06

Sie ist keine "christliche Erfindung", sondern wurde in vielen Kulturen, unabhängig voneinander gefunden.

Die negative goldene Regel ("Was du nicht6 willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu") wurde in vielen Kulturen "erfunden" (siehe etwa den Spruch von Hillel in der Antwort von Viktor1). Die positive Form, wie in Mt 7,12, findet sich so meines Wissens zum ersten mal im NT.

PS: und bevor dumme Kommentare kommen: "Negativ" bezieht sich auf die grammatische Form (nicht) bzw. deren semantisches Korrelat (Verneinung), nicht auf die Qualität der Regel.

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