Frage von ButtercupDuck, 170

Kann man die "Blätter", also die Nadeln von Tannen Bäumen essen?

Habe gelesen sie seien |e x t r e m| nahrhaft und vorallem der Vitamin C Gehalt soll unmenschlich hoch sein.


Jetzt weiß ich das man davon Tee macht. Kann man aber an den Dingern auch einfach so rumkauen? Können sich daran Parasiten & ähnliches haften, oder muss man iwas beachten? LG

Antwort
von ponyfliege, 98

an den darin enthaltenen terpenen kann man sich ziemlich übel vergiften.

und das sogenannte tannin ist auch nicht ohne.

https://de.wikipedia.org/wiki/Terpentin

also bitte nicht essen - vielleicht mal ein oder zwei nadeln, aber nicht mehr. in tannen ist es auch drin, nicht bloss in kiefern.

der tee ist eine reine heildroge und unterliegt einer ziemlich strengen indikation. den trinkt man nicht mal eben wie einen pfefferminztee.

die schösslinge kann man mit alkohol ansetzen - als likör oder heiltrank oder man kann die schösslinge auch destillieren. soll sehr gut gegen maden- und fadenwürmer und bis zu einem gewissen grad auch gegen spulwürmer helfen.

also falls du gerade würmer hast könntest du zweimal am tag ein löffelchen von dem destillat geniessen.

sonst lieber nicht.

Kommentar von ButtercupDuck ,

Super. Danke für die ausführliche Antwort.

Kommentar von ponyfliege ,

bitte. gern.

Antwort
von Luftkutscher, 57

Die jungen, hellgrünen Triebe kann man essen. Sie lassen sich frisch als Salat, gekocht als Gemüse oder mit Zucker zu Konfitüre gekocht essen. Ältere Nadeln sind zwar auch essbar, sind aber zu hart und harzig, als dass dies ein Genuss wäre. Es lässt sich lediglich ein Tee daraus kochen, wenn man wirklich keine anderen Kräuter zur Verfügung hat. Selbst dabei muss man die Nadeln sehr sparsam dosieren, da sonst der Tee ungeniessbar wird. 

Übrigens enthalten auch Tannen- und Fichtennadeln wie nahezu alle Pflanzenteile etwas Vitamin C, aber der Gehalt ist sehr niedrich, der sich nicht mit Obst vergleichen lässt. Was Parasiten betrifft: Auch  Fichten und Tannen werden von allerlei Insekten und Pilzen parasitiert. Man sollte deshalb nicht unbedingt Naden für einen Tee verwenden, der mit Mehltau überzogen ist oder an dem Blattläuse hängen. 

Antwort
von charmingwolf, 40

die roh junge end Triebe in Frühling essen,
3 Minuten Auskochen (ein Teelöffel pro Tasse) oder für
Anti-Grippe-Kräutertees getrocknet, Verdauungs-, beruhigend, Vitamin C).

die Zweige des
Weihnachtsbaum (2-3 Gramm pro Tasse gekocht in Tee als Tonikum, Abführmittel  oder für Husten, Bronchitis

kannst als  Weihrauch Zweige  verbrennen oder getrockneten Nadeln auf Kohle

einen guten Zweig kochen (150 Gramm) in
einem großen Topf mit vier Liter Wasser zu Parfüm im Falle einer Grippe, auch
in das Badewasser  (beruhigend,
Antitranspirant

die jungen Knospen in Salat

geht auch mit Pinien Zweige

ein Sirup kochen,

eine Sauce für Saiblingen, (Schalotte Dünsten,  mit Weißwein Ablöschen, zu Hälfte Einkochen,
mit Kalten Butter die Sauce Montieren, 
noch ein wenig Weißwein zugeben.

Gelee kochen, Likör ,

Antwort
von Nasenbohrer85, 69

Meinst Du jetzt Blätter oder Nadeln?

Jetzt im Frühling kannst Du z.B. Birkenblätter essen, die haben einen Geschmack der in etwas zwischen Lauch und Minze liegt. Würde aber keine Birke an einer vielbefahrenene Hauptverkehrsstraße nehmen.

Fichtennadeln (die jungen, frisch ausgetriebenen!) kann mann auch essen.

Löwenzahn kann man essen, v.a. die frischen Triebe

Eichen- und Buchenblätter sind nicht giftig, schmecken aber nach nichts.

Aus Lindenblüten (im Sommer) kann man Tee brühen

Holunder kann man die Blüten braten (den echten Holunder mit weißen Blüten, VERWECHSLUNGSGEFAHR, VORHER ERKUNDIGEN!) - genießbarer Holunder hat einen hellbraunen, eingefurchten Stamm, vergleichbar mit einer Pappel!

Aus Zuckerahorn kann man Ahornsirup zapfen (wächst aber nicht bei uns, die Ahorne bei uns sind meist Spitz- oder Bergahorn), ebenfalls kann man den Saft der Birken trinken.

Das Kambium nicht-giftiger Bäume kann man notfalls auch essen, also die Schicht zwischen Rinde und Holz.

Weidenrinde hingegen enthält, genauso wie Eichenrinde, schmerzlindernde Stoffe. 

GIFTIG sind: Robinie (verwechseln manche mit Akazie), Eiben, Eberesche, Kirschlorbeer - davon sind weder Rinde, noch die Blätter oder gar die Früchte genießbar.

Ansonsten sind die meisten einheimische Bäume ungiftig, aber auch nicht besonders nahrhaft oder schmackhaft - abgesehen der oben genannten Gewächse.

PS: In Zeiten von Nahrungsknappheit kann man auch Bucheckern und sogar Eicheln essen - aber "schmecken" tut das nicht. Eicheln kann man auch rösten (also den Kern natürlich), zermahlen und daraus Kaffee machen. Dieser ist durchaus genießbar, aber kein Hochgenuß.

Kommentar von ponyfliege ,

bucheckern sind SEHR lecker. wie walnüsse. man muss sie nach dem sammeln nur etwas nachtrocknen lassen und sie müssen reif sein.

ebereschenbeeren (vogelbeeren) kann man sogar roh essen (die kerne nicht mitessen). eine echte delikatesse ist die konfitüre oder kompott davon.

dann gibts noc die etwas grösseren mehlbeeren. getrocknet hat man beim zermahlen eine art mehl, roh sind sie - mehlig - und leicht süss-säuerlich. übrigens wahre vitamin c bomben.

genau wie bei der hundsrose oder der echten hagebutte.

eiche, weide und buche würde ich wegen der leberbelastung durch die gerbsäure nicht essen.

birke enthält viel "spiritus" - den terpenen ähnlich.

sogenannter birkenzucker wird im labor unter dem handelsnamen xylit erzeugt. er echte ist nicht besser und nicht schlechter. der name "zucker" ist irreführend. es handelt sich um einen der sogeannten zuckerALKOHOLE. belastet ebenfalls stark die leber.

vom löwenzahn ist die ganze pflanze verwendbar. allerdings aufpassen: nicht abends essen, da sie stark wassertreibend ist.

vom holunder ziehe ich die beeren vor. man darf die kerne nicht mitverwenden, da sie schwach giftig sind. als sirup oder gelee rekordverdächtig lecker - als wenig gesüssten saft unschlagbar bei grippalen infekten: schweisstreibend.

holunderblüten kann man einerseits im backteig frittieren, andererseits einen sehr guten sirup davon machen (grundlage des getränks "hugo"). holunderblüten mit schneeball zu verwechseln ist fast unmöglich. die blütendolde des holunders ist flach und ähnelt in der verzweigung meist einem teller.

wenn ich blätter knabbern soll - himbeerblätter, wenn sie gerade austreiben.

ebenfalls essbar sind sanddorn, schlehdorn, rot- und weissdorn.

aber bitte niemals ilas oder stechapfel essen.

Kommentar von ponyfliege ,

* ilex

Kommentar von Nasenbohrer85 ,

Vogelbeeren kann man essen? Als Kind wurde ich schon gewarnt, wie giftig sie wären, da wäre ich jetzt nicht darauf gekommen (außer daß die für Vögel genießbar sind).

Richtig, Eiche und Buche enthalten viel Gerbsäure (das tun die Blätter des Nußbaums übrigens auch), von Weide wußte ich das jetzt nicht. 

Birkensaft ist ja auch bekannt dafür, daß er gut für die Haare sein soll und man kann diesen Saft (in Maßen) natürlich auch trinken. Ich denke, wer keine Leberkrankheiten hat, wird auch mal ein paar Blätter davon vertragen. Da tut der übliche Lebenswandeln der Leber mehr weh ;)

Löwenzahn: Also auch die Wurzel?

Holunderblüten hatten wir früher immer angebraten und mit Eierkuchen vermischt, das war sehr lecker.

Himbeerblätter, das muß ich mal probieren, wie gut daß ich Himbeeren habe ;) Die schlagen tatsächlich grade aus...

Antwort
von frischling15, 17

Wir haben als Kinder , einmal  die frischen Sprößlinge  von  den Tannenspitzen gegessen , um zu vertuschen , dass wir eine Zigarette gemopst , und zu dritt geraucht hatten.... *huuust*  ;-)

Antwort
von fitnesshase, 83

Gibt genug Obst mit hohem Vitamin c Gehalt :D

Antwort
von AppleTea, 53

Glaub die sind recht bitter.. :$

Kommentar von Nasenbohrer85 ,

Schon probiert? ;)

Am besten schmecken frisch ausgetriebene Birkenblätter, natürlich haben die keine Nährstoffe in dem Sinne aber geben frischen Atem :)

Probiert es aus, jetzt ist die richtige Jahreszeit!

Kommentar von AppleTea ,

ja als Kind xD deshalb sag ichs ja. hab sonst keine probiert.

Antwort
von fernandoHuart, 64

http://www.kaisackmann.de/info-sammlung/pflanzenthemen/essbare-baume/

Besonders wichtig die Bemerkungen in Rot (Unten).

Kommentar von ponyfliege ,

also wer eibe und fichte verwechselt, ist selber schuld.

und bei tanne, weide und eiche... 5g zuviel und es droht montezumas rache.

und bei der buche warte ich bis zum herbst. dann gibts die früchte.

Kommentar von fernandoHuart ,

Wie heißt es schonmal? Die Eibe sticht, die Fichte nicht. ;-) <---

Kommentar von Nasenbohrer85 ,

Wat? Fichte sticht, Tanne nicht!

Tanne und Fichte kann der Leie gerne mal verwechseln. Man erkennt sie aber neben der unterschiedlichen Nadeln auch an der unterschiedlichen Form (Tanne wächst oben "rundlicher", Fichte spitzer), im Herbst auch an den verschiedenen Zapfen. Was man landläufig als "Tannenzapfen" bezeichnet, die hängen tatsächlich an den Fichten. Echte Tannenzapfen stehen vertikal auf dem Ast und die einzelnen Samen fliegen durch die Luft.

Eibe ist eine ganz andere Baustelle, wie man die mit Fichte oder gar Tanne verwechseln kann? Der "verwechselt" dann auch Buche mit Birke und sollte es besser bleiben lassen, irgendwelche Rohkostexperimente einzugehen.

Kommentar von fernandoHuart ,

deswegen frage ich vorsichtshalber "Wie heißt es nochmal?"

Kommentar von Nasenbohrer85 ,

Ja, aber wie kommt man darauf? Eibe und Fichte sind zwei völlig verschiedene Gewächse, da könnte man genauso gut sagen "Birke hat weißen Stamm, Linde nicht"...

Eine Eibe ist dunkelgrün, hat viel dickere Nadeln und auch viel näher aneinander, als dies bei Fichten, Tannen oder Kiefern der Fall wäre. Im Spätsommer haben sie die roten Beerenfrüchte.

Eiben werden übrigens uralt, sogar älter als Eiche oder Linde! So manche Eibe ist 2.000 Jahre oder älter! 

Kommentar von fernandoHuart ,

Dankeschön für die ausführliche Erklärungen. Habe nie behauptet ein Spezalist zu sein.

Kommentar von Nasenbohrer85 ,

Das ist ja auch keine Schande, nur bevor man eben irgendwelche Blätter, Früchte sonstwas ausprobiert, muß man eben auch wissen, welchen Baum man vor sich hat.

Wenn Leute, die nur zehn Bäume grob kennen sich daran dann versuchen, kann es eben auch schief gehen. "Fichte vs. Tanne" und "Ahorn vs. Platane" sind die bekanntesten Verwechslungen. In diesem Falle kann zwar nicht viel passieren, aber eine Fichte mit einer Eibe zu verwechseln kann Übel enden. Eine Birke, Eiche oder Buche kennt jeder.

Aber auch bei Hollunder gibt es gefährliche Doppelgänger, von den ganzen Kräutern ganz zu schweigen. Pilze ist nochmal ein Fall für sich.

Mach Dich also mit den Bäumen vertraut, wie sie aufgebaut sind und aussehen, wenn Du sowas vorhast. 

PPS: Du siehst sogar schon an der Dikussion zwischen mir und 'Ponyfliege', wie die Meinungen auseinandergehen können. Du mußt selbst abwägen, welches Risiko Du eingehst, ob Du Bucheckern probierst oder verschmähst, weil sie leicht giftig sein können.

Kommentar von fernandoHuart ,

Danke für die Warnungen! Ich bin nicht der Fragesteller, habe nur auf dieser Seite im Internet verwiesen. Ich interessiere mich für Pflanzen nur wenn ich nach Tieren sucht. Obwohl, selbstverständlich, auch Bäume, Pilze, Flechten und Pflanzen sehr schöne Motive sind.

Kommentar von Nasenbohrer85 ,

Achso, dann habe ich was verwechselt... 

Einen Baum mit vielen Flechten? Such Dir Nußbäume ;)

Kommentar von Nasenbohrer85 ,

Neben Fichte und Tanne, werden auch noch gern Platane für Ahorne gehalten.

Die einzige Gemeinsamkeit sind aber die ähnlich aussehenden Blätter.

Die Platane erkennt man sehr gut am Stamm, dieser ist hellbraun und die oberste Schicht der Borke blättert ab (ähnlich wie bei einer Robinie, aber stärker), die darunterliegende Schicht ist dann in einem noch helleren braun, das eher ins beige geht.

Die Früchte sind auch sehr unterschiedlich: Der Ahorn hat die typischen "Propellerfrüchte", die Platane hat hingegen Früchte, die entfernt an Kastanien erinnern - Nüßchen, umgeben von einer "stachligen" Hülle, meistens in zweier-Pärchen.

Vom Habitus ist die Platane nicht nur wesentlich größer als der Ahorn, sondern auch "luftiger", ebenso wird die Platane gut doppelt so groß wie der Ahorn und wächst auch gut doppelt so schnell ;)

Kommentar von treppensteiger ,

2000Jahre alt... kein Wunder, wenn die so giftig ist!, will halt niemand essen ;-)

Kommentar von fernandoHuart ,

Sicher geht es mit ein menschliche Magen Dram Trakt nicht so gut.

Kommentar von ponyfliege ,

wenn du meinst, die fichte sticht nicht, bist du eigentlich schon so gut wie tot.

Kommentar von fernandoHuart ,

deswegen frage ich vorsichtshalber "Wie heißt es nochmal?"

Kommentar von Nasenbohrer85 ,

Wo soll den Weide giftig sein? 

Jeder Baum ist giftig, die Dosis macht das Gift. Früher hat man aus Weidenrinde einen Sud gemacht, der schmerzlindernd war. Das moderne pedant dazu ist Aspirin.

Bucheckern, die sind streng genommen auch leicht giftig, genauso wie rohe Erbsen. Ich habe aber beides schon gegessen und lebe immer noch. 

Wie gesagt, die Dosis macht das Gift und ein normaler Städter wird jetzt nicht kiloweise Bucheckern futtern sondern mal probieren, wie das schmeckt.

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