Frage von Paetze96, 147

Kann man Depressionen / BurnOut langfristig heilen?

Hallo, mein Name ist Patrick und ich bin 20 Jahre jung.

Ich bitte nur diejenigen weiterzulesen, die sich mit diesem Thema auskennen und mir helfen können.

Es fing vor ca. 5 Jahren an, erste große Liebe & ich hab sie übel vergrault. Ich hab ihr und ihren Eltern gedroht, falls sie mich verlassen sollte. Irgendwann hat sie dann den Mut gefasst und mich verlassen - für sie gut, für mich weniger. Ich fiel in ein Loch, bekam Suizidgedanken, sah keinen Sinn mehr, brach die Schule ab und bevorichallem ein Ende setzen konnte, hatte man mich dann doch noch zu einer Therapie überreden können. 1 Jahr lang mit einer Therapeutin "gequatscht" über die Hintergründe und so weiter. Dann angeblich geheilt von "Depressionen im Jugendalter". Um den Neuanfang perfekt zu machen, sind meine Familie und ich dann in eine neue Stadt umgezogen, was sich für mich lohnen sollte. Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, erweiterterten Realabschluss nachgeholt, große Liebe in dieser Stadt gefunden ( 1 1/2 Jahre zusammen, 3/4 Jahr in einer gemeinsamen Wohnung ) und vor allem wieder klar im Kopf. BIS vor ein paar Monaten. Ich hatte direkt nach der Ausbildung einen Job, den ich nach ca. 1 Monat wieder hinschmiss, weil mir plötzlich alles, was in der Ausbildung einfach war, plötzlich zu schwer war. Bis dahin dachte ich es war körperlich irgendetwas nicht okay. War dann noch ein paar Monate zuhause und habe vor 1-2 Monaten dann ein super Angebot bekommen - toller Lohn, tolle FIrma - also unterschrieben. Plötzlich einen Tag vorher ohne Ankündigung - kein-Bock-Gefühl, ich würde sogar sagen schon fast Angst zur Arbeit zu gehen. Ich kann es echt nicht beschreiben.. Also am Tag des eigentlichen Beginns abgesagt. Von da an fingen grundlos Suizidgedanken ( stärker als früher ) an, Selbstzweifel. Hab dann mit meiner Beraterin von der Agentur gesprochen, die mich verstehen konnte, mich schlussendlich aber doch vermitteln wollte so nach dem Motto "reißen Sie sich zusammen". Beim Arzt auch nicht besser - hab ihm versucht alles zu schildern, dort hieß es "BurnOut ist in ihrem Alter ausgeschlossen" ( seh ich anders ) und ansonsten nur eine einwöchige Krankschreibung, sowie eine Liste mit Therapeuten. Am selben Abend habe ich dann noch mit meiner Freundin drüber geredet, die früher selber mit solchen Problemen zu tun hatte und mich daher wenigstens ansatzweise verstehen konnte. Nach diesem Gespräch ging es mir dann endlich wieder gut - für ein paar Wochen. Gleiches Angebot, wieder unterschrieben und wieder wurde aus gleichen Gründen nix draus.

Was ist das? Kann man diese Krankheit oder Gedanken heilen? Was soll ich unternehmen? Ich will keine medizinische Therapie machen, weil ich gesehen habe, wie kaputt das Menschen machen kann.

Kann mir Jemand helfen? Irgendjemand Erfahrungen? Danke im Vorraus für´s Durchlesen und hoffentlich Rat, Vorschläge von Euch!

Mfg

Antwort
von Shiftclick, 52

Einerseits bist du ein kritischer Geist, der alles besser weiß, andererseits nimmst du sprachlich/diagnostische Sortierungskriterien wie Depressionen und Burn Out kritiklos hin. Dinge wie Depressionen und Burn Out gibt es nicht auf die gleiche Weise, wie es eine Influenza-Infektion gibt. Bei manchen Depressionen kann man die Fehlfunktion im Haushalt von Neurotransmittern etc. relativ genau festmachen, dann liegt eine Krankheit vor, wie z.B. eine Schilddrüsenüber- oder unterfunktion. Die meisten Befindlichkeitsstörungen, die mit Depressionen assoziiert sind, verteilen sich auf Dutzende von Ursachen. Ob es Burn Out überhaupt als Krankheit gibt, ist umstritten. Sinn machte dieser Begriff bei Menschen, die vormals vor Energie strotzten und jahre-, ja jahrzehntelang erfolgreich und meisterlich ihr Leben bewältigten und dann urplötzlich ihre Antriebe verloren hatten. Auch wenn es solche Schicksale zweifellos gibt, ist es mehr als fraglich, ob sich dieses Krankheitsbild tatsächlich explosionsartig wie eine Epidemie ausbreiten konnte und sogar junge Menschen befallen kann. Ein gut klingender Name, mit dem man zusätzlich noch die Verantwortung abgeben kann, ist halt verlockend. Tatsächlich sind viele Depressive reaktant, besserwisserisch und beratungsresistent. Mit etwas Intelligenz zudem begabt darin, alles ins Absurde zu ziehen. Letzten Endes musst du selber aus dem Labyrinth herausfinden, in dem du dich befindest. Rat, Vorschläge? Beschäftige dich mal mit dem Leben anderer Menschen. Lies Bücher. Vermutlich hat ein großer Teil aller Schriftsteller (sowie anderer Künstler) Ähnliches durchgemacht wie du. Ob es jemals besser wurde? Manchmal.

Kommentar von Paetze96 ,

Danke für deine Antwort.

Ich mache meine Meinung immer abhängig von dem, was ich erlebt habe, also was für Erfahrungen ich mit diesem Thema habe.

Vielleicht sollte ich wirklich mal anfangen, nebenbei ein bisschen zu lesen.

Vielen Dank Dir!

Kommentar von Shiftclick ,

Das ist wohl richtig. Trotzdem sortiert und selektiert man Dinge bevorzugt nach dem, wie es einem in den Kram passt. Aufmüpfigkeit ist auch eine wichtige Errungenschaft in der Pubertät und die Situation in einer Therapie ist in gewisser Weise unnatürlich: man soll seine Kritikfähigkeit an der Garderobe abgeben, um selbständiger zu werden. Letzten Endes gibt es kein sicheres Mittel, gesunde Reaktanz von ungesunder zu unterscheiden. Gerade habe ich was über Martin Luther gelesen, ein sehr reaktanter Mensch und vermutlich ein unangenehmer. Die Geschichte hat ihm recht gegeben (andere Unbelehrbare landeten auf dem Scheiterhaufen), aber ob er ein glücklicher Mensch war, interessiert 470 Jahre später niemanden mehr. Vielleicht ist es ein gemeinsames Merkmal von vielen 'Depressiven', dass sie sehr in ihrer (Erlebnis- und Gedanken-)Welt kreisen. Vieles erleben, vieles sehen und Erfahrung sammeln ist a la longue sicher eines der besten Heilmittel -- und natürlich tätig bzw. aktiv sein können (Job, Hobbies, Beziehung).

Antwort
von extrapilot350, 77

Wenn man Deinen Werdegang durchliest gibt mehrere Anzeichen  psychischer Erkrankungen die bei Dir vorliegen können. Deine Antriebslosigkeit etwas umzusetzen kann ein Hinweise auf eine bestehende Depression sein. "Gequatsche" und "reißen sie sich zusammen-Motivation" gibt es nicht bei Therapeuten. Wenn jemand an einer Depression erkrankt kannt er geheilt werden. Dazu ist es erforderlich, dass sich der Betroffene völlig auf die Behandlung einlässt und sich nicht verweigert. Die Therapeuten können nur 50 % zur Heilung beitragen. Die andere Hälfte muss der Betroffene selbst dazu beitragen, was der schwierigere Teil ist.

"Wie kann man heilen", "Was soll ich machen", "Kann jemand helfen"? Ja, Depressionen sind heilbar, können jedoch wieder auftreten. Mit einem negativen Vorzeichen sollte man keinesfalls einen Therapeuten aufsuchen. Nicht der Therapeut ist krank! Auch die Art eine Diagnose mit den Worten "sehe ich anders" zu bewerten ist an Zeichen sich nicht einlassen zu wollen. Therapeuten haben viel Erfahrung und jahrelang ihr Fachwissen durch eine Studium sich angeeignet.

Einlassen auf die Therapie! Besserwisserei bringt nichts und gefährdet wie in Deinem Fall die Heilung. Du siehst ja dass sich Deine Situation nicht gebessert hat. Deine Erkrankung ist ambulant behandelbar. Auch eine teilstationäre Behandlung in einer Tagesklinik über die Dauer von mindestens 5 Wochen.

Helfen können die Therapeuten nur denjenigen die sich helfen lassen wollen und nicht alles in Frage stellen. Es liegt an Dir das anzunehmen oder eine Zukunft zu erleben die Dir nicht gefalllen wird.

Kommentar von Paetze96 ,

Danke dass du mir die Augen öffnest ein Stück weit über mich selbst. Ich denke ich bin wirklich zu ablehnend.

Liegt einfach daran, dass ich damals mit der Therapeutin einmal im Monat geredet habe und das wars.

Jetzt kam es wieder und ich hab gedacht man könne es nicht heilen. Ich will es dauerhaft loswerden.

Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, ich werde es mir zu Herzen nehmen!

Kommentar von extrapilot350 ,

Das freut mich sehr wenn Du Dir meinen Rat annehmen willst. Noch etwas, mit einmal im Monat ein Gespräch wird Dir nicht richtig geholfen sein. Du solltest versuchen zu Beginn einmal pro Woche ein Gespräch zu führen, dann ausdehen auf alle zwei Wochen. Erst wenn Du Dich wirklich besser fühlst auf einmal monatlich ausdehnen und solltest Du Dich etwas schlechter fühlen sofort auf häufigere Betreuung umschalten.

Antwort
von LonelyBrain, 51

Hallo Patrick,

eine Freundin meinerseits leidet auch an Depressionen.

Ich empfahl ihr natürliche Kräuterkapseln. Da gibt es einmal die "Joyful" von BodyVita - und einmal die "Feel Good" von ThaiVita.

Beide haben unheimlich gute Rezessionen. Angefangen von unheimlich vielen Leuten die aufgrund der Kräuterkapseln ihre Antidepressiva absetzen konnten bis hin zu Leuten die dadurch ihre Ehe gerettet haben.

Nicht ohne Grund werden sie also in Asien als "Eheretter" bezeichnet.

Bei den Kräuterkapseln handelt es sich um natürliche Antidepressiva völlig ohne Nebenwirkungen.

So wie ich das sehe unterscheiden sich die 2 versch. Kapseln auch nicht voneinander - es ist also egal welche du dir bestellst.

Ich habe mir auch einmal eine Packung zur Probe bestellt. Ich bin zwar nicht depressiv allerdings helfen sie einfach dabei glücklicher zu werden und sich nicht zu oft in den negativen Gedanken zu verlieren.

Du kannst ja auch einfach mal den/die Hersteller kontaktieren und dich informieren lassen. Oder auf Foren danach forschen. Ich habe echt nur positives gefunden.

Bin mal gespannt wie sie wirken.

Ich hoffe ich konnte dir helfen und wünsche dir auf deinem weiteren Lebensweg alles Gute!

Antwort
von flopogge, 44

Burn out ist momentan voll "in Mode".
Man sagt das jeder Dritte, Anzeihen auf burn out hat.

Wobei man ganz klar sagen kann, dass bei 95 % dieser Manschen ein A****tritt reicht um das angebliche Burn out zu heilen. Denn das angeblichr Burn out, ist das Arbeitsleben.

Die meisten haben keine Lust auf ihre Arbeit, fühlen sich träge und müde.

Entscheide für Dich selbst, ob nicht schon ein "A****tritt" zur Heilung reichen könnte

Kommentar von Paetze96 ,

Danke für deine Antwort.

Ich denke nicht dass dieser Tritt mir hilft. Hab ich mir oft selber gegeben. Meine Beraterin oder meine Freundin haben es auch vergeblich versucht.

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