Frage von Tragosso, 71

Kann man den kompletten Ablauf einer Beerdigung selbst vorgeben?

Huhu.

Zum Beispiel wer eine Rede hält (z.B ein Pfarrer, Bestatter etc.), was genau gesagt wird und ob überhaupt. Insbesondere auf die Religion bezogene Dinge.

Oder gibt es einen bestimmten Ablauf, der immer gleich sein muss auf jeder Beerdigung innerhalb Deutschlands?

Antwort
von Hamburger02, 27

Ja, das geht eindeutig, weiß ich von der Beerdigung meiner Eltern.

Inzwischen gibt es diverse Beerdigungsinstitute, die sogenannte "atheistischen" Beerdigungen anbieten und dafür auch die entsprechenden Räume haben. Bei einer solchen religionsfreien Beerdigung kann man das selber so gestalten, wie man möchte. Es gibt keinerlei Vorgaben mehr. 

Eine streng-katholische Teilnehmerin meinte sogar, ihr hätte die Beerdingung sehr gut gefallen, weil wir uns viele Gedanken über die Toten gemacht haben und nicht einfach nur die Routine wie in der RKK abgespult hätten. Ihr Mann fand diese Bemerkung allerdings skandalös. ;-)

Antwort
von tuedelbuex, 43

Ich glaube, das darf (sofern noch möglich) jeder selbst bestimmen. Bei meiner Mutter z.B. war kein "Geistlicher" erwünscht, stattdessen hat ein freier Redner ein paar Worte gesagt....allerdings dann schon nicht mehr auf Mutters sondern auf Vaters Wunsch.

Antwort
von nachdenklich30, 13

Ich bin Pfarrer, habe aber auch eine Zeit lang als freier Grabredner gearbeitet.
Für mich sind immer vier Dinge wichtig gewesen: Der Verstorbene, seine Angehörigen und das, was er oder seine Angehörigen über den Tod geglaubt haben - und natürlich, was ich selber glaube. Denn mich selber habe ich halt immer mitgebracht.

Und das ist bei jeder Beerdigung in Beziehung zu setzen.

Für jede Beerdigung gibt es einen sinnvollen groben Rahmen, der von den örtlichen Gegebenheiten abhängt, z.B.:
Erdbestattung oder Urnenbestattung, Friedhof oder Friedwald, Trauerfeier mit Sarg und direkter Beisetzung oder Trauerfeier am Sarg und spätere Beisetzung im kleinen Kreis.

Da können ganz unterschiedliche Abläufe sinnvoll sein.

Ich selber singe sehr gerne und kann auch Lieder vorschlagen, die im kleinen Kreis im Friedwald "funktionieren", auch wenn kein Musikinstrument da ist. Aber manchmal gibt es keine geeigneten Lieder zum Singen. Vielleicht gibt es Musik, die zum Verstorbenen gepasst hätte und die auch zu den Angehörigen passt. Die habe ich immer gerne aufgenommen.

Wenn ein Verstorbener Wünsche geäßert hat, war das oft gut - wenn er auch mit seinen Angehörigen drüber gesprochen und auch auf ihre Bedürftnisse Rücksicht genommen hat.

Am schlimmsten war es immer dann, wenn jemand seinen Angehörigen nicht zur Lastfallen wollte und deswegen eine anonyme Beerdigung verfügt hat. Oft wollten die Betreffenden ein "ordentliches Grab" - und dann hatten sie gar kein (erkennbares) Grab - obwohl die Angehörigen dringend eines gebraucht hätten. Dabei gibt es eine Reihe schöner Alternativen, von denen man eine hätte wählen können: Wenn man mal gemeinsam drüber gesprochen hätte.

Was ich sagen will: Ich finde es toll, wenn sich jemand Gedanken über seine Beerdigung macht. Besser noch ist es, wenn er darüber auch mit seinen Angehörigen drüber spricht. In jedem Fall aber sollte er seinen Angehörigen einen gewissen Gestaltungsspielraum geben.
Und zwar schon allein deswegen, weil die Möglichkeit zu eigenen Entscheidungen handlungsfähig macht. Je hilfloser ein Tod erlebt wird, desto eher kann er traumatisch wirken. Je mehr man tun kann, desto eher wird einer Traumatisierung vorgebeugt.

Zur Beerdigung gehören immer auch die Wünsche des oder der  Verstorbenen. Wenn dazu etwas schriftlich niedergelegt ist, ist das eine riesengroße Hilfe. Aber es gehören auch die Bedürftnisse der Angehörigen dazu, und die kann man im Vorhinein nicht erahnen. Die sollten darum die Möglichkeit haben, in Absprache mit Pfarrer/in / Grabnedner/in die Feier zu gestalten.

Konkret kann man seine Pfarrerin/seinen Pfarrer drauf ansprechen - oder ggf. einen freien Theologen. Konkret kann man Kontakt aufnehmen mit verschiedenen Bestattern, man kann Preise vergleichen aber auch den Service: Können die Angehörigen noch Abschied nehmen am offenen Sarg? In welcher Atmosphäre ist das mögliich? Wie oft und zu welchen Zeiten? (Ich weiß von Bestattern, bei denen die Angehörigen eine Chipkarte bekommen konnten, die es ihnen 24 Stunden rund um die Uhr ermöglichte, zu ihrem Verstorbenen zu kommen!)

Man kann die Beisetzung durchaus auch im Voraus bezahlen. (Wobei das Geld von der Treuhand verwaltet werden soll, damit etwa bei einem Umzug auch ein Bestatterwechsel möglich ist und das Geld nicht veruntreut werden kann. Auch davon habe ich leider Kenntnis bekommen bei Bestattern, von denen ich das eigentlich nicht gedacht hätte.)

Und ich kann allen nur empfehlen, sich auch im Detail über Bestattungsgärten und Bestattungsformen, über Liturgien und Gestaltungsmöglichkeiten zu informieren und Wünsche zu äußern.
Einfach mal googlen. "Trauerakademie" könnte ein Stichwort von vielen sein.

Antwort
von SaVer79, 44

Natürlich kann man Wünsche für die eigene Beerdigung festlegen.

Und nein, der Ablauf ist nicht immer gleich. Allein schon deshalb, weil es ja kirchlich, nicht-kirchliche Trauerfeiern und auch Trauerfeiern andere Glaubensrichtungen gibt

Antwort
von Bildungsluecken, 38

Einfache Antwort : ja du kannst den Ablauf selbst planen, ob dass dann finanziell einen Mehraufwand darstellt, kann ich dir nicht sagen .

(Angabe ohne Gewähr, allerdings habe ich schon von vielen komischen Beerdigungen gehört...(5 Wunschtitel des Verstorbenen usw usw...)


Antwort
von derbas, 15

Das kommt darauf an...
Nach meiner Erfahrung ist es so, wenn ein Pfarrer beteiligt ist und die Zeremonie auf einem kirchlichen Friedhof stattfindet, lassen die sich selten auf Abweichungen von der Norm ein.
Die besten Chancen hast du, wenn der Bestatter eine eigene Kapelle hat. Dann kannst du mit ihm zusammen den Ablauf recht frei planen. Rechne aber dann nicht mit der Kooperationsbereitschaft katholischer Priester.

Kommentar von Tragosso ,

Naja, es war auch eher in die Richtugn gedacht, möglichst religionsfrei beerdigt zu werden.

Kommentar von derbas ,

Je religionsfreier desto freier die Gestaltung der Feierlichkeit.

Antwort
von finalanswer, 27

naja das kommt darauf an...ich bin kein experte aber ich glaube das einzige das bei einer beerdiung vorgegeben ist wäre die art und weise wie der verstorbene begraben wird...ich glaube nur erdbestattungen und urnenbestattungen sind zulässig..

Antwort
von WiiUSpieler, 36

wen du das passende klein geld hast geht fast alles

natürlich kanst du entscheiden wie was gemacht werden soll

Kommentar von steffenOREO ,

Das geht sogar ohne das passende Kleingeld. 

Kommentar von WiiUSpieler ,

na nicht ganz  wen du nicht die kohle hast wird ein loch gegraben rein zu und fertig  beerdigungen sind schon kostspielig besonders bei sonderwünsche

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