Frage von KRILLIN777, 55

Kann man das Kriegsende des 1. und 2. Weltkrieges vergleichen Paar beispiele bitte?

Antwort
von MaxNoir, 28

In beiden Kriegen hat Deutschland die Alleinschuld bekommen.

In beiden Kriegen hat Deutschland hohe Reperationen zahlen müssen.

Anders als nach dem ersten Weltkrieg, wurde Deutschland etwas länger nach dem zweiten Weltkrieg ein Großteil seiner Schulden erlassen und mit Marshall-Plan wieder aufgebaut. Diesen Marshall-Plan gab es nach dem ersten Weltkrieg nicht.

Antwort
von Chatounette, 11

Das Resultat war, dass 1918 nur ein Regime zusammengebrochen ist, aber 1945 ein Staat. Die Alliierten haben ja Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Im Jahre 1945 gab es auch keinen Friedensvertrag, während 1918 gab es den Versailler Vertrag. Die Gebietsverluste waren im zweiten Weltkrieg höher als im ersten.

Außerdem forderte der zweite WK viel mehr Todesopfer als der erste. Was gleich war, war dass Deutschland beides mal die alleinige Kriegsschuld bekommen hat und beides mal hohe Reparationen zahlen musste.

Antwort
von Bananensandwich, 21

Meinst Du wie es dazu kam oder die Folgen?

Denn in beiden Fällen waren die Situationen völlig andere.

Im 1. Weltkrieg stand Deutschland im West im Feindesland und war im Osten sogar (Durch die Kommunistische Revolution) siegreich.

Allerdings war das Volk Kriegsmüde und der Feind spätestens nach dem Kriegseintritt der Amerikaner dem Deutschen Heer zahlenmäßig und Materiel weit überlegen).

Es ist aber so, dass Deutschland nicht militärisch besiegt worden ist, sondern eingesehen hat dass es nicht mehr gewinnen kann und hat dann aufgegeben, als auch die Bevölkerung immer Kriegsmüder wurde (und es zu ersten Aufständen und Streiks kam).

Viele empfanden die Niederlage daher als beschämend und verkehrt und fühlten sich auch verraten. Es gab einen gewissen Mangel an der Akzeptanz der Niederlage.

Deutschland bekam die Alleinschuld, obwohl ich dies als strittig betrachte bei der damaligen politischen Lage (aber tatsächlich hat Deutschland die formale Kriegserklärung als erstes ausgesprochen und auch neutrale Staaten überrumpelt).

Deshalb gab es enorme Reparationsforderungen der Siegermächte, außerdem wurde Deutschland weitesgehend entmilitarisiert, musste Gebiete abtreten, verlor seine Kolonien, die Monarchie wurde beendet und die Republik ausgerufen. Und das Rheinland als wichtigste Industriezone wurde besetzt.

Das Volk litt under den Forderungen der Versailler Verträge.

Im 2. Weltkrieg hat Deutschland bis zum letzten gekämpft. Es wurde vollständig militärisch besiegt. Man kämpfte weiter, lange nach dem ein möglicher Sieg des Krieges nach objektiver Betrachtungsweise bereits im Bereich des unmöglichen gelgen hat.

Nach dem Ende des Krieges gab es keine Zweifel daran ob dieser zu Recht verloren gegangen ist. Das Land lag schließlich in Trümmern.

Es gab zwar auch hier enorme Forderungen zu Reparationen, allerdings wurden auch viele Schulden erlassen. Außerdem gab es den Marshallplan der für einen schnellen wieder Aufbau sorgen sollte.

Man hatte daraus gelernt, dass auch (nicht allein) die Versailler Verträge überhaupt es zu einem politischen Umfeld brachten in dem ein Hitler an die Macht kommen konnte, welcher den 2. Weltkrieg ja auch als direkte Fortsetzung des 1. erachtet hatte.

Der Gegner sollte nicht die Schmach des Verlieres fühlen. Außerdem führte der 2. weltkrieg dazu dass die ewigen Feindbilder in Europa allmählich abgebaut wurden. Der 2. Weltkrieg war so entsetzlich, dass sich die Leute einig wurden man will nie wieder Krieg in Europa.

Deswegen gibts z.B. auch die EU.

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Es ist aber so, dass Deutschland nicht militärisch besiegt worden ist, ...

Das ist falsch und gibt eine Propagandalüge wieder, die die Oberste Heeresleitung in die Welt gesetzt hat, um seine Niederlage zu vertuschen. Die Alliierten haben Deutschland militärisch besiegt - und deshalb hat Deutschland um Frieden gebeten.

Das Volk litt under den Forderungen der Versailler Verträge.

Das deutsche Volk litt insbesondere an den Folgen eines verlorenen Krieges, den das Deutsche Kaiserreich ohne Not vom Zaun gebrochen und dann über viele Jahre sinnlos weitergeführt hatte!

Kommentar von Bananensandwich ,

Das ist richtig. Diese Folgen spiegelten sich aber ja praktisch in den Versailler Verträgen wieder. Deshalb ist das ja eine Formulierung die man so auch oft in Dokumentationen oder Büchern präsentiert bekommt.

Das mit dem militärisch nicht besiegt, habe ich vielleicht doof ausgedrückt. Aber ich meinte ja, dass der Krieg faktisch durch die gegnerische Überlegenheit bereits verloren gewesen ist. Bzw. dass zu mindest ein Sieg nicht mehr drin war und auch die Initiative beim überlegenen Feind lag. Mit nicht militärisch besiegt meine ich konkret im Vergleich zum 2. Weltkrieg, eben jene Tatsache, dass man nach wie vor auf feindlichem Gebiet stand und der Feind das eigene Terretorium noch nicht erreicht hatte. Wie es ja in Runde 2 der Fall war.

Theoretisch hätte man noch eine Weile durchhalten können, was aber eben nur mit viel Blutzoll gezahlt geworden wäre und an der Niederlage natürlich sowieso nichts gerüttelt hätte.

Ich hätte besser formuliert, militärisch nicht vernichtet anstatt militärisch nicht besiegt.

Danke für dein Feedback

Antwort
von erklaerbaer95, 4

Du musst dir verschiedenen Kategorien aussuchen und diese dann vergleichen. Z.B.

- Wirtschaft (Zerstörung der wirtschaftlichen Produktionsanlagen / Wohnungen, Hunger, ...)

- Politik (gab es noch so etwas wie eine Regierung? etc)

- Gesellschaft

- Behandlung der Sieger mit dem unterlegenen Land

...

Expertenantwort
von Joshua18, Community-Experte für Abitur, 11

Nein, die Situationen waren grundlegend verschieden !

Nach dem ersten Weltkrieg hat Deutschland (vor allem unter Zustimmung der Sozialdemokraten) den Versailler Vertrag unterschrieben, der zu immensen Reparationzahlungen verpflichtete.

Das hat aber in Deutschland zu erheblichem Widerstand geführt, so dass Leute wie Hitler dadurch den 1. Weltkrieg erst als völlig verloren ansahen und eine gegengerichtete Politik einleiteten, die letztlich zum 2. Weltkrieg führte.

Nach dem 2. Weltkrieg hat, jedenfalls der Westen, die gleichen Fehler nicht noch mal gemacht. Im Gegenteil, es gab den Marshall-Plan der zum Wirtschaftswunder führte.

Im Osten gab es zwar keine Reparationen, es wurden jedoch von den Russen noch intakte Industrieanlagen demontiert und das Land mit Waffengewalt zur kommunistischen Ideologie gezwungen, die dann jedoch, wie wir alle wissen, wirtschaftspolitisch praktisch überall erbärmlich gescheitert ist.

Antwort
von Fabian0307, 24

Naja in beiden Kriegen wurde Deutschland geschlagen.

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