Frage von Halasker, 64

Kann man da noch etwas retten?

Das wird jetzt etwas länger aber es ist zu schaffen ;-)

Meinen besten Freund wurde von drei gemeinsamen Freundinnen die Freundschaft in FB gekündigt und auch real. Einfach nur weil er die AFD geliked hat und in Facebook bei Spiegel, Focus und so Kommentare zu Artikeln geschrieben hat. Die drei meinen er ist eindeutig rechts und mit so einem wollen sie nichts zu tun haben. Das haben die schon im Februar/März beschlossen aber haben nicht den Mut gehabt ihm das zu sagen oder auch nur zu schreiben. Er hat sich mit der Zeit halt gewundert das sie ihm immer ausweichen. Vor zwei Wochen hat er mal direkt nachgefragt ob alles ok ist und erst dann haben sie es ihm gesagt.

Allen anderen im Freundeskreis ist die Sache mit der AFD recht egal, den wir kennen ihn schon sehr lange und er ist echt schwer in Ordnung. Er hat mir und meiner Freundin sein Aktivitätsprotokoll in FB gezeigt und da war nichts was uns erschreckt hätte. Er konnte uns alles gut erklären wenn wir mal Fragen hatten. Wir haben bis Dezember geschaut und gelöscht hat er nichts.

Er hatte direkt angeboten zu telefonieren oder sich persönlich zu treffen um das mit Ihnen zu klären. Das wollte aber keine. Er hat mir den Chat in Whats App gezeigt und da war die Wortführerin einfach nur kalt und abweisend. Die Geschichte hat ihn echt getroffen und er ist schwer enttäuscht von denen.

Jetzt zur Frage wie sie schon oben steht: Kann man da noch etwas retten? Sie waren gut und eng und lange befreundet.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Shiranam, 23

Eine Freundschaft, in der man keine eigenen Ansichten haben darf (Anpassung bis zu Unkenntlickeit) und in der eine Erklärung/ Aussprache unerwünscht ist, ist nichts wert.

Das sind wohl nur Bekannte. Wenn die "Freunde" entschieden haben, nichts mit ihm zu tun haben zu wollen, dann ist das traurig, aber nicht änderbar. 

Es ist sehr schade, dass immer der komplette Mensch in Medienschubladen gesteckt wird. Wer irgendetwas von der AFD okay findet, egal was die äußern, ist sofort untragbar. Sollte man nicht mehr differenzieren? Sollte man nicht die tatsächlich getroffenen Aussagen des Freundes hinterfragen und beurteilen, statt mit feiger Meidung zu reagieren, weil ALLE Menschen, die irgendetwas Positives über die AFD äußern, untragbar sind? 

War es früher eine Freundschaft, hätten diese Freunde versucht, seine Ansichten nachzuvollziehen oder sich erläutern zu lassen, wenn diese ihnen wichtig sind. Man gibt ja nicht einfach eine Freundschaft auf, ohne darum zu kämpfen. Falls die Ansichten bei genauerer Betrachtung als untragbar erscheinen, und dies relevant ist, dann sagt man das und geht auf Abstand. Aber nicht, ohne vorher miteinander zu sprechen und zu klären, was für die Freundschaft relevant ist/war.

Für mich gibt es mehr Farben, als nur Schwarz und Weiß. 

Beurteilen, was genau dein Freund geschrieben hat, ob er tatsächlich Hetze verbreitet usw kannst nur Du oder die Facebookfreunde. Wenn er es tatsächlich getan hat und tut, dann ist die Abkehr der Freunde nachzuvollziehen.

Allgemein steht man nur zu Leuten, die grundlegend ähnliche Werte und Weltanschauungen haben.

Antwort
von randomhuman, 6

Das ist natürlich eine blöde Situation. Aber die Frage ist, ob man da wirklich noch etwas retten sollte. 

Ich kann leider die Positionen von dem Typ nicht nachvollziehen und dementsprechend kann ich nicht bewerten, inwiefern sich seine Ansichten auf die der anderen auswirken könnten. Das weißt nur du.

Genauso wenig kann ich aber auch die andere Seite beurteilen, weil ich deren politische Meinung nicht kenne. Du sagst zwar in den Kommentaren, dass zwei unpolitisch und eine grün ist aber da kann man jetzt noch nicht so viel werten.

Ich würde einfach mal sagen, dass sie ihre Entscheidung getroffen haben und unabhängig davon, ob das nun richtig ist oder nicht kann man da wohl nicht viel machen. 

Ich persönlich kann auch nicht viel mit AfD-Leuten anfangen. Aber das kommt auch immer auf die Person drauf an und wie man sich mit dieser Person verständigt. Ich persönlich interessiere mich schon sehr für Politik und rede da auch gerne öfter drüber und ich hätte da keine Lust drauf, wenn ich jedes mal mit dem AfD-Typ in eine Meinungsverschiedenheit geraten würde, weil meine Meinung nunmal ist wie sie ist, genauso, wie seine. Das wäre zumindest meine Bewandtnis, um mich vielleicht von jemandem abzuwenden.

Kommentar von Halasker ,

Die drei haben ja nie mit ihm über Politik gesprochen. Das war niemals ein Thema. Die ganze Sache lief auf Entfernung nur über FB.

Antwort
von dasadi, 12

Nun, ich denke, dass es zum Glück in unserem Land die Meinungsfreiheit gibt, und jeder Mensch tut gut daran, tolerant zu sein, auch wenn es manchmal nciht ganz einfach ist. Auch ich habe im engsten Kreis Anhänger der AfD und auch Menschen mit stark rassistischen Zügen, trotzdem kann ich auch deren andere Seiten nicht übersehen. Ich würde mich immer einmischen, wenn sie jemanden angehen würden, ansonsten haben sie ein Recht auf ihre Meinung, so wie ich das Recht habe, mich zu entscheiden, ob ich mit diesen Menschen Umgang pflegen möchte oder nicht. Dieses Recht haben die Freunde, die sich abgewendet haben, auch. Meine Familie besteht aus Christen, Atheisten, Halbjuden, Muslimen.......wir sind in der Tat sehr gemischt und vertreten sehr unterschiedliche Meinungen. Wir alle kommen gut miteinander aus, auch wenn es bei hitzigen Diskussionen schon mal heftig kracht..Aber - wir sind eben nicht NUR politisch ambitionierte Menschen, nicht nur Verfechter unserer Glauben oder Nichtglauben, wir sind nun einmal auch Freunde oder Familie, oder auch Bekannte, die sich gegenseitig helfen und mögen. Man kann niemandem seine Ansichten aufzwingen, aber jeder Mensch hat das Recht, sich für oder gegen einen Menschsen zu entscheiden. So, nun wünsche ich Dir viel Vergnügen beim Gedankensortieren.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Ich begrüße Deine Grundhaltung. Sehr anständig!

Aber ich möchte Dich auf einen alten Gedankenfehler aufmerksam machen:

Halbjude ist ein Begriff der nationalsozialistischen Rassenlehre. Entweder ist man Jude oder nicht – genau, wie man auch Moslem, Christ oder sonst ein Religionsanhänger ist oder eben nicht. Man kann vielleicht noch Halb-Deutscher oder meinetwegen auch Halb-Hebräer sein, aber sicherlich ist kein Mensch Halb-Jude.

Es wäre vielleicht langsam mal an der Zeit, diese alten Begriffe zu überwinden.

Aber ich glaube nicht, dass dieser alte Standpunkt auch Deiner ist, sonst wäre Deine Antwort sicherlich völlig anders ausgefallen :)

Kommentar von dasadi ,

Ich danke Dir, dass Du mich darauf aufmerksam gemacht hast . Du hat natürlich vollkommen Recht. Meine Wortwahl war extrem unglücklich aber tatsächlilch gedanklich nicht mit der nat.soz. Rassenlehre in Verbindung. Er selbst bezeichnet sich eher als jüdisch na ja.... was immer das heißen mag.

Antwort
von Knutschpalme, 14

Die AFD ist ja gelinde gesagt "polarisierend". Wenn man sowas liked dann kann das ziemlich schnell passieren, auch wenn man einen Beitrag liked der nicht von einem dieser Üh-Ich-Bin-Betrunken-Und-Flüchtlinge-Sind-Böse-Deppen verfasst wurde. Es gibt, glaube ich, mittlerweile einfach zu viele negative Assoziationen in dem Bereich. Über sowas muss man sich klar sein (siehe die "Antworten" hier ¬_¬ )

Ich kenne die Beteiligten natürlich nicht und kann deswegen auch nur schlecht beurteilen in welchem Zusammenhang seine Freundinnen ihn da jetzt ausweichen (haben sie vielleicht selber mal Probleme mit dem rechten Milleu gehabt, einen "Migrationshintergrund", sind sie sehr links, etc.), aber aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass vielleicht mal ein Aussenstehender mit ihnen reden sollte. 

Wenn die Drei sich aus irgendeinem Grund verraten fühlen oder so, dann würde ich aber Abstand davon nehmen mit Sachen wie "er ist doch eigentlich voll ok" zu kommen, weil sie das Gefühl offensichtlich nicht mehr haben. Es wäre wahrscheinlich eher angebracht zu erklären, dass er nur ganz bestimmte Punkte gut fand und den Beiträgen nicht uneingeschränkt zustimmt. 

Wenn das alles nichts hilft, dann kann man deinem Freund eigentlich nur wünschen, dass er in Zukunft mehr darüber nachdenkt wen oder was er liked, bzw. mit wem er sich auf was einlässt. Sowas kann sehr große Wellen schlagen.

Kommentar von Halasker ,

Alle drei sind Deutsche ohne Migrationshintergrund. Eine ist
Grün, die andere unpolitisch und die andere auch unpolitisch aber war mal mit
einem echten Nazi zusammen. Außer denen stört sich keiner an ihm. Dabei sind
einige von uns in der Kirche aktiv oder auch bei den Jusos.

Antwort
von DJCherryPIE, 15

Also... *räusper* wenn diese Mädchen ach so gute Freundinnen waren, wären sie nicht so oberflächlich gewesen. Einfach abhaken die Sache!

Antwort
von soissesPDF, 18

"Sie waren gut und eng und lange befreundet."
Waren sie nicht, wenn die Meinungsfreiheit derartig gering geachtet, war es mit der Freundschaft nicht weit her.

Was sind das denn für Sitten, sein Aktivitätsprotokoll auf Facebook zu zeigen?
Er ist niemandem Rechenschaft schuldig, über seine Meinung und Aktivitäten.

Kommentar von Halasker ,

Er hat es uns gezeigt um zu zeigen, das er nichts zu verbergen hat.

Antwort
von BTyker99, 15

Ich würde sagen, da kann und sollte man nichts retten. Wenn du das mit den Chat-Protokollen überprüfen konntest und alles in Ordnung ist, wird sich die Situation wohl so darstellen, dass die Freundinnen sogenannte Idiotinnen sind. An seiner (und deiner) Stelle hätte ich durch deren Reaktion jeglichen Respekt verloren und würde mir keine Freundschaft mit ihnen mehr wünschen.

An eurer Stelle würde ich das positiv sehen: Dadurch wisst ihr jetzt, dass das keine echten Freunde waren.

Kommentar von Halasker ,

Hab ich ihm auch gesagt. Aber das muss erstmal in seinem Kopf ankommen.

Antwort
von EdnaImmers, 19

und was genau ist deine Rolle in dem Drama?

Hat dich irgendjemand damit beauftragt zu vermitteln? 

Wenn nein - dann erzähl hier keine Geschichten.

Wenn ja - erkläre der Person die dich um Vermittlung gebeten hat sie soll sich direkt an G F wenden.

Antwort
von napoloni, 14

Ich kann die drei Freundinnen bestens verstehen. Rechtsextreme Ansichten, Rassenhass und Ähnliches sind für mich klare Ausschlusskriterien.

Kommentar von Halasker ,

Ja aber davon findet man bei ihm nichts. Er ist kritisch und konservativ. Ansonsten kommte er mit allem und jedem gut klar.

Kommentar von napoloni ,

Die AFD ist ja nicht "kritisch" sondern populistisch. Sie baut sich auf billigen Parolen auf und schürt Ängste, spricht dabei besonders den unbedarften Teil des Volks an. Beschimpft die freie Presse, will Flüchtlinge an den Grenzen erschießen und lauter solche Sachen. Wer sich davon nicht abgrenzt, darf sich nicht wundern, wenn er von Leuten ausgegrenzt wird, die solche Positionen nicht vertreten.

Was Frauen speziell anbelangt, will die AFD Frauenquoten abschaffen und die Abtreibung generell verbieten. So gesehen haben Frauen doppelt Gründe, gegen die AFD zu sein.

Weiß nicht, was deinen Freund so an dieser Partei erfreut. Vielleicht ist er Fan von Atomstrom oder will die Wehrpflicht für junge Männer wieder einführen (beides AFD-Ziele).


Kommentar von Halasker ,

Er ist das Gegenteil von unbedarft. In der Schule wird er teilweise von unserem Geschichtslehrer aus der Klasse geholt um in anderen Klassen Vorträge zu halten. Sein Wissen in Geschichte und auch aktuellen Sachen ist einfach extrem groß.

Er hat nach dem Vorfall mit allen von uns nach und nach
gesprochen, weil er dachte noch mehr hätten so Probleme mit ihm. Aber am Ende blieb es bei den drei. Selbst Freunde die in der Kirche aktiv sind oder bei den Jusos sind oder beides zugleich haben mit ihm deswegen kein Problem.

Er hat ja mit allen gesprochen und sich erklärt. Jeder hat ihn verstehen können. Das Problem ist am Ende das die drei einfach nicht mit Ihm sprechen wollen : /

Kommentar von napoloni ,

Das Problem ist am Ende das die drei einfach nicht mit Ihm sprechen wollen : /

Ja. Sein Problem. Ihres wie gesagt nicht. Sie wissen selbst, wie viel Intoleranz sie noch zu tolerieren bereit sind. Und wenn er diese Grenzen übertritt, ist es folgerichtig, ihn abzuschreiben.

Kommentar von Halasker ,

Für ihn ist das jetzt alles geklärt. Er meint das wäre deren Problem und nicht seins. Auf solche Freunde könnte er verzichten. Soweit ich das feststellen kann ist bei ihm wieder alles im Lot.

Kommentar von napoloni ,

Na, kann auch sein, dass er eine gespaltene Persönlichkeit hat und im Internet als sein eigener (imaginärer) Freund auftritt. Dann wäre er doch mal ein Fall für den Arzt.

Antwort
von MarkusGenervt, 20

Vielen Dank für die Frage. Da weiß man bei den Antworten gleich, wer auf die schwarze Liste der einen Seite und wer auf die schwarze Liste der anderen Seite landen wird.

Ehrlich, seid Ihr heute wirklich so beschränkt, dass Ihr Eure Freundschaften nach AssBook ausrichtet? Ist das Euer Kriterium?

Ich glaube kaum, dass bei Euch noch was zu retten ist.

Ob Dein Freund mit seiner politischen Einstellung ein Problem hat oder nicht, darüber kann man streiten. Aber Ihr anderen, die Ihr Euch dann von ihm alles erklären lassen müsst, weil Ihr selbst so indifferent sind, dass Euch so etwas völlig egal ist, Ihr habt ein richtiges Problem. – Nein, eigentlich nicht Ihr, sondern der Rest des Landes, der durch diese indifferente Haltung gerade mächtig den Bach runter geht.

Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept. Hauptsache gut aussehen …

Antwort
von Sagittarius1989, 3

Ist doch gut das so was passierte so erkennt man die wahren freunde oder die die es nicht sind.

Antwort
von DerDieDasDash, 25

Solche Knalltüten sollte der einfach vergessen. 

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