Hallo, bitte Erfahrungsbericht von Euch: meiner Mutter geht es in letzter Zeit nicht so besonders und heute war sie beim Hausarzt deshalb. Er verschrieb ihr auch was, und als ich die Packung sah, war ich ziemlich irritiert, denn es handelt sich um ein Benzodiazepin. Meines Wissens macht das sehr schnell abhängig- aber sie sagte, sie habe eine genaue Anweisung bekommen, wie sie es einnehmen muss. Kann das wirklich einer Abhängigkeit vorbeugen? Oder bin ich eh falsch informiert?

Benzos gehören zu den am besten vertäglichen, nebenwirkungsärmsten Mitteln mit einer geringen Toxität in der Psychopharmakaindustrie, allerdings können sie tatsächlich sehr schnell abhängig machen, das stimmt.
Es kommt darauf an, was für einen Wirkstoff deine Mutter verschrieben bekommen hat, wofür sie es einnehmen soll und wie häufig.
Wenn man z.B. ein Benzo als Schlafmedikation nimmt, können sich nach 2-3 Wochen durchaus schon Entzugssymptome zeigen, wenn das Mittel abgesetzt wird. Aber gerade auf dem Schlafmittelmarkt gibt es nicht viele Alternativen, außer noch die den Benzodiazepinen nachempfundenen Substanzen (z.B. Zopiclon), die jedoch schwächer sind, aber auch nicht ganz so schnell abhängig machen (sollen).
Wenn deine Mutter aufgrund von Angstzuständen, Unruhe etc. dieses Mittel bekam, dann wird der Arzt wohl hoffentlich schon ein vernünftiges Gespräch und eine genaue Anleitung verordnet haben.
Ich habe vor einigen Jahren auch regelmäßig Lorazepam (Tavor) gegen Unruhe genommen. Aber nicht jeden Tag, jedoch mehrmals in der Woche, je nach Bedarf. Es waren, soweit ich mich erinnere, ca. 1 mg pro Tablette. Auch habe ich wochenlang Schlaftabletten genommen, z.B. Lormetazepam (Noctamid). Aber ich wurde nicht abhängig, wahrscheinlich, weil ich mir der Gefahr bewusst war und darauf achtete, mich nicht täglich davon abhängig zu machen und vor allem nicht auf eine Dosissteigerung zurückzugreifen.
Mache dir nicht zuviele Sorgen. Eine Packung hat nur eine begrenzte Anzahl, die nicht süchtig macht. Für ein neues Rezept wird sie ja wieder zum Arzt müssen und kann dann ja nochmals nachfragen. :-)

Auf Dauer wird die Kontrolle verschwimmen,der Konsument kann die Abhängigkeit selbst nicht mehr einschätzen.Beim Absetzen muß man das Medikament ausschleichen,also die Dosis langsam verringern.

Nicht zu lange einnehmen und langsam ausschleichen.
Habe nur einmal Erfahrung damit gemacht- ein Ex-Freund bekam die Dinger verschrieben, ohne weitere Informationen. Als er damit aufhören wollte, ging es ihm sehr, sehr schlecht. Das reichte von Aggressivität über schlimme Depression bis zu Selbstmordtendenzen. Über Sucht oder Ausschleichen war er nicht informiert worden (das war so ein älterer Landarzt, der die Dinger wohl noch aus den Siebzigern kannte, als sie als Allheilmittel angepriesen wurden).Ich hatte bis dahin auch keine Ahnung und informierte mich, als alles so eskalierte. Heute wird von jedem verantwortungsbewussten Mediziner von Benzos abgeraten!!
DH, Ärzte verschreiben oft zu viele Folgepackungen und schon ist die Abhänigkeit da.