Frage von FelinasDemons, 99

Kann man bei Suizidgedanken auch eine Verhaltenstherapie machen?

Habe eine soziale Phobie und Depressionen. Beides diagnostiziert. Ich wollte wissen,ob nicht doch eine andere Therapieform effektiver ist. Da die Suizidgedanken wieder präsenter sind.

Antwort
von EinNarr, 47

Die Frage ist wie dein Umgang mit diesen Suizidgedanken aussieht.

Eine Verhaltenstherapie eignet sich insbesondere dann, wenn dein Verhalten, beeinflusst durch die Suizidgedanken, dysfunktional respektive destruktiv ausfällt. Das kann autoaggressives Verhalten sein oder ein radikaler Rückzug, der dein Sozial- oder auch Arbeitsleben maßgeblich schädigt.

Unter diesen Umständen wäre eine Verhaltenstherapie ein sinniger Schritt, um dich vorerst zu stabilisieren. Darüber hinaus mögen die Suizidgedanken beziehungsweise deine suizidalen Tendenzen nicht verschwinden, jedoch erlernst du in diesem Kontext einen funktionalen und konstruktiven Umgang mit diesen Gedanken - du fällst dementsprechend nicht "in ein Loch" oder forderst mit deinem Verhalten weitere Situationen heraus, die diese Gedanken sogar zusätzlich unterfüttern könnten.

Eine Verhaltenstherapie sollte, so meine Ansicht, immer an erster Stelle stehen.

Darauf folgend könnte man sich dann mithilfe einer Psychoanalyse oder tiefenpsychologischen Verfahren an direkt an die Ursachen setzen und diese behandeln respektive Aufarbeiten. Allerdings sind diese Therapieformen enorm anstregend und wirken nicht selten destabilisierend. Exakt aus diesem Grund ist es wichtig vorher, im Kontext einer Verhaltenstherapie, den Umgang mit solchen Situationen erlernt zu haben - Stress kann tödlich sein, wenn er auf eine labile psychische Konstitution trifft.

An der Stelle musst du dich selbst ein stück weit reflektieren und einschätzen, wie es um deinen Umgang mit diesen Gedanken steht. Inwiefern du meinst, dass du dem Stress, durch die Destabilisierung bei einem anderen Therapieverfahren, gewachsen bist, steht hier als Kernfrage ebenfalls im Raum.

Schlussendlich, auf lange Sicht, sind natürlich die anderen Therapieverfahren effektiver, da sie sich wirklich mit den Ursachen auseinandersetzen und das Thema "Suizidgedanken" in den Fokus rücken. Diese Fokussierung findet im Rahmen einer Verhaltenstherapie nicht so intensiv statt - was ihre Relevanz jedoch nicht mindert.

Ansonsten, um dies noch zu erwähnen, kannst du dich auch direkt an einen Therapeuten wenden und dir dort eine fachmännische Meinung einholen. In den meisten Fällen können diese recht schnell einschätzen, welches Therapieverfahren angemessen erscheint und welches nicht.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Therapie und hoffe, du findest das richtige Modell für dich.

Liebe Grüße.

Kommentar von FelinasDemons ,

Dankeschön:)

Antwort
von Pescatori, 26

Hallo FelinasDmos

,Ich verstehe Deine Frage so, dass Du gerade in eine Krisensituation gerätst, aus der Du verständlicherweise rasch herausfinden willst.

Dabei mögen die genannten Therapieformen unterschiedlich erfolgreich sein. Dazu wurden Dir – wie ich finde – auch gute Hinweise gegeben.

Ich möchte nur noch diese Überlegung anfügen:

Oft sind die Therapieformen, die ein Arzt, ein Therapeut anbietet von sekundärer Bedeutung.

Wichtiger erscheint mir, dass zwischen Dir und dem Therapeuten sich so etwas wie ein „dialogisches Miteinander“ einstellt.

Auch kann evtl. die Frage weiterhelfen, ob Du die Praxis mit dem guten Gefühl verlässt, dass Du durch das „Miteinander“ Anregungen verinnerlicht hast, die sich direkt und „nachhaltig“ auf die Gestaltung Deines Alltags auswirken.

Im Übrigen vermute ich, dass das, was ich Dir schreibe, für Dich nichts Neues ist. Aber gut gemeint ist es.

Liebe Grüße

P.

Antwort
von RheumaBaer, 39

Ich hatte eine Verhaltenstherapie zu Beginn meiner "Karriere" gemacht,es half bis zu einem gewissen Grad,dann begann ich mit einer analytischen Therapie,die mich nun seit über 10 Jahren begleitet,es hat sehr geholfen,Zusammenhänge herauszuarbeiten,neben der akuten Hilfe,die ich auch immer wieder gebraucht hatte. Es hängt auch von der eigenen Dialogfähigkeit ab. Denn Du musst dich ja teilweise auch von Dingen verabschieden oder zumindest in Frage stellen,von denen Du dachtest,damit hättest Du dich bereits arrangiert oder schlimmer,das seien Deine positiven/schönen Erlebnisse/Gedanken/Standbeine. Dennoch,daß Gefühl,daß langsam Licht und Klarheit Einzug hält,entschädigt für vieles.
Eigenartiger Weise habe ich seit einiger Zeit eine schwerere körperliche Erkrankung,die mir aber zu mehr Seelenruhe verhalf.
Das wünsche ich Dir so nicht,aber gehe den Weg weiter,das Leben endet ohnehin mit dem Tod,springe nicht zu früh über Bord. Auch wenn es öfter lockt,ich kenne das sehr,sehr gut!! Es gibt immer noch eine Chance auf ein Lächeln,ein schönes Bild,einer Berührung,bevor wir in der Ewigkeit schlafen dürfen. Bleib noch ein bisschen wach. Wie ein Kind am Silvesterabend,gibt vielleicht noch ein schönes Feuerwerk. :)

Kommentar von Harald2000 ,

10 Jahre - das sagt schon alles !

Antwort
von LilliD98, 9

Das Promblem verstehe ich sehr gut.
Ich selbst habe auch eine diagbostizierte soziale Phobie, Depression (und Bulimie), dazu selbstverletzendes Verhalten udn Suizidgedanken.
Ich mache seit 1,5Jahren eine Verhaltenstherapie.
Ich kann von mir sagen, dass es mir oft hilft, allerdings habe ich auch manchmal ein paar Wochen, in denen es mir gar nichts bringt.
(Ich hatte eine Zeit lang Probleme, Vertrauen aufzubauen und mit meiner Therapeutin zu sprechen).
Ich habe oft das Gefühl, dass mir die Therapie nicht "reicht". Zwischendrin war ich auch schon in einer Klinik, weil die ambulante Verhaltenstherapie nicht mehr ausgereicht hat....
Ich weiß deswegen ehrlich gesagt nicht genau, was ich dir raten soll...
Da es (zumindest bei mir in der Umgebung) einen Mangel an Therapieplätzen gibt, war ich froh, überhaupt einen bekommen zu haben.
Ich habe gar nicht darauf geachtet, welche Therapieform es ist.
Allerdings war ich davor bei einer Psychologin und sie meinte, dass die Form der Therapie nicht das ausschlagggebende ist, sondern die Tatsache, dass einem geholfen wird und sich etwas ändert.
Alles Gute wünsche ich dir;)
Lilli

Kommentar von FelinasDemons ,

Danke!:)

Kommentar von LilliD98 ,

Gerne:)

Antwort
von MissCathie, 41

Wenn du einen Psychologen hast versuche doch mit ihm darüber zu reden, ob es eine andere Therapieform gibt.

Kommentar von FelinasDemons ,

Ja ist wohl das Beste. Danke.

Kommentar von MissCathie ,

Bitteschön Ich würde dir auch gerne weiterhelfen, aber ich bin kein Arzt und nur die können dir eine genaue Antwort darauf geben. Ich hoffe dir kann geholfen werden.

Antwort
von einfachichseinn, 41

Das kommt ganz darauf an.

Eine Verhaltenstherapie wird immer dann angewendet, um ein bestimmtes Verhaltensmuster zu verändern. Wenn du keine Handlungen ausführst, würde das vermutlich nicht viel bringen.

Wobei es natürlich sein kann, dass du dein Verhalten so verändern könntest, dass es nicht zu den Gedanken kommt.

Aber ob dir das wirklich hilft oder nicht, solltest du nicht online ein paar Menschen fragen, die vermutlich keinerlei Ausbildung haben, sondern deinen Therapeuten!

Kommentar von FelinasDemons ,

Schon klar. Aber ich wollte hier nur nach Meinungen fragen. Einen Fachmann werde ich so oder so fragen.

Kommentar von einfachichseinn ,

wieso bist du mir gegenüber eigentlich so unhöflich? Bei anderen usern schreibst du danke, mich wertest du ab und fährst mich schon fast an. Das muss ich nicht verstehen oder?

Kommentar von FelinasDemons ,

Schreib mir bitte die Stelle wo ich unhöflich war. Bitte. Das was du geschrieben hast hast war auch hilfreich und gut. Aber den letzten Teil konntest du dir ja nicht verkneifen,oder? Aber ich werde jetzt nicht mit dir Diskutieren. Nicht zum tausendsten Mal. Irgendwann ist genug.

Antwort
von Seanna, 43

Sind alles Achse-I-Störungen. Bei Depression käme evtl noch eine tiefenpsychologische Therapie in Frage, ebenso aber eine Verhaltenstherapie.

Bei Phobien ist aber Verhaltenstherapie das Mittel der Wahl.

Da Verhaltenstherapie die schnellsten Erfolge erzielt, würde ich insbesondere bei Suizidalität dazu raten, um den Leidensdruck schnell zu mindern.

Reicht einem das auf Dauer nicht, kann man im Anschluss immer noch eine vertiefende Therapie machen.

Während einem Ursachenforschung kaum hilft, wenn es nicht schnell genug geht und tot ist.

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