Frage von diamade, 21

Kann man bei einer bevorstehenden Kündigung den Teilzeitjob in angeblichen Minijob umwandeln um sich geleistete Überstunden auszahlen zu lassen ?

Ich arbeite im Moment zu 80% als Arzthelferin. Aus gesundheitlichen Gründen hab ich zum 1.8. einen neuen Job in Vollzeit. Die geleisteten Überstunden in der alten Praxis kann ich derzeit leider nicht in Freizeit ausgleichen. Auszahlen will sie nicht lassen, da bei Steuerklasse 5 fast nichts mehr übrig bleibt. Mein alter Arbeitgeber schlägt Folgendes vor: Ich solle nicht kündigen!!! Er würde mein Arbeitsvertrag von derzeit 80% auf einen Minijob von 400 € reduzieren und mir so lange 400 € im Monat zahlen,bis die Überstunden weg sind. Meinen neuen Job kann ich deshalb zum 1.8. ohne Weitere Bedenken antreten. Wenn alles beglichen ist bekomm ich kein Geld mehr und der alte Arbeitsvertrag würde dann sowieso erlöschen weil ich ja auch nicht arbeite. Soll ich mich darauf einlassen? Ist das rechtens? Muss ich meinen neuen Arbeitgeber von dieser Sache informieren??? Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe, meine Frage zu beantworten

Antwort
von Parhalia, 12

Ich glaube und befürchte, dass dieses Vorhaben nicht rechtlich konform gehen könnte. Da soll er lieber jetzt schon ab Juni eine zunächst befristete Aushilfe auf 450 Euro-Basis einstellen und Deine Arbeitszeit dann bezüglich der von Dir noch real zu leistenden Stunden um die Stunden der Minijob-Kraft reduzieren. Die Differenz Deiner tatsächlich geleisteten Stunden verrechnet er für die beiden verbleibenden Monate dann anteilig aus Deinem Überstunden-Guthaben aufstockend zum vorherigen Durchschnittslohn.

Der weitere Vorteil für Deinen Chef : in dieser Übergangszeit hat er dann gleichzeitig eine neue Kraft in Euren Praxisalltag eingearbeitet und kann deren AV dann bei Bedarf nach Deinem Ausscheiden z.B. in höherwertige Teilzeit anpassen.

Antwort
von wilees, 6

Grundsätzlich möchte der Arzt hier mauscheln. Ist für meine Begriffe rechtlich nicht in Ordnung.

Selbst wenn - Du würdest Dich darauf einlassen - wieviel würde er für jede schon geleistete Stunde bezahlen wollen.

Außerdem wäre dann mindestens ein Vertrag auf geringfügige Beschäftigung notwendig.

Mein Rat - laß Dir die Überstunden mit in den Gehaltsabrechnungen Juni,Juli, August einrechnen. Auch wenn Du Steuerklasse 5 hast, erhältst Du wohl einiges im Rahmen der Steuererklärung zurück. Oder Du überlegst, ob es zukünftig nicht besser ist die Steuerklasse zu ändern.

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