Frage von BlackSwanlake, 54

Kann man bei der Wiedereingliederung zu hause bleiben?

Hallo, ich mache eine Wiedereingliederung, bin jetzt bei 7 Stunden (ich weiß, blöde Zeit) Ich bin heute zu hause geblieben weil ich echt keine Kraft mehr habe. Mir Macht die Ausbildung zwar echt Spaß, aber ich könnte schon heulen wenn ich an morgen denke und ich wieder zur Arbeit muss, ich packe das einfach nicht mehr. Also ich war wegen Depressionen usw. krank geschrieben und war in einer Klinik.

Und mein Vater hat einfach Null Verständnis, ich werde einfach nur angemeckert wenn ich mal zu hause bleibe, ich wollte die Wiedereingliederung verlängern, aber auf Stress hab ich keine Lust. Mein Chef hat absolut viel Verständnis dafür, das ist kein Problem, er sagt ja selber ich sollte die Stunden wieder runter kurbeln.

Naja, Mein Vater hat gesagt ich müsste die Stunden die ich zu Hause geblieben bin nacharbeiten. Also ich kapier das nicht, Wann sollte ich die denn bitte nacharbeiten? Wie ist das genau?

Antwort
von Einstein2016, 22

Stunden nacharbeiten ist Quatsch, der Arbeitgeber muss Dich bei einer Wiedereingliederung noch nicht mal bezahlen. Das macht die Krankenkasse mit der Zahlung vom Krankengeld.

Wiedereingliederung bedeutet "Krank-Status", d.h. Du bist offiziell weiter krankgeschrieben.Solltest Du Dich evtl. gar nicht dazu in der Lage fühlst, die Wiedereingliederung reduziert arbeitend fortzuführen, dann ist das eben so. 

Dann wird die Wiedereingliederung offiziell ganz abgebrochen. Dein Arbeitgeber und die Krankenkasse müssen hiervon informiert werden.      Dann erhältst Du weiter Dein Krankengeld von der Krankenkasse (wenn die normalen 6 Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber vorbei sind).

Gut, dass Dein Arbeitgeber da Verständnis zeigt und einsichtig ist.

Du solltest in diesem Falle mit Deinem Hausarzt sprechen, damit er Bescheid weiß und er Dich ggfs. erstmal bis auf weiteres offiziell "normal" krankschreibt.

Lass Dir dabei keinen Zwang von Deinem Vater auferlegen, wenn es bei Dir gesundheitlich (noch) nicht geht, dann dürfte das seine Gründe haben, welche aber unbedingt offengelegt werden sollten in weiteren Gesprächen mit Deinem Hausarzt bzw.über einen ambulanten Facharzt/Psychiater oder eine evtl. in Erwägung zu ziehenden evtl. sogar relativ kurzfristig zu erreichenden statiönären Tagesklinikaufenthalt in einer Fachklinik (ist ein evtl. möglicher gutgemeinter Vorschlag von mir). Eine Befürwortung vom Hausarzt und/oder Psychiater sowie das OK der Krankenkasse wäre hierfür auch nötig.

Wenn Du dich danach irgendwann wieder für eine neue Wiedereingliederung gesundheitlich bereit fühlen solltest, muss diese über den Arbeitgeber und die Krankenkasse wieder formularmäßig neu "in Gang" gebracht werden.         Der Sozialdienst von akuten Fach-Kliniken hilft einem bekanntlich dabei.

Natürlich muss es irgendwie weitergehen mit Dir. Du bist noch sehr jung.   "Auf Stress habe ich keine Lust" bringt einen natürlich auch nicht weiter.

Letztlich ist aber Dein Gesundheitsstand vorrangig zu beachten. Alles Gute Dir !

Antwort
von SimonG30, 23

Definiere "zu Hause geblieben"...

Einfach nicht hingegangen ohne Bescheid zu sagen oder hast Du Dich (wie in Deinem Betrieb üblich) ordnungsgemäß krank gemeldet?

Bei einer ordnungsgemäßen Krankmeldung entstehen Dir eigentlich keine Fehlstunden, die Du nacharbeiten musst.

Wenn Du aber einfach zu Hause bleibst ohne Bescheid zu geben, sieht das wieder anders aus & da könnte es auch im Rahmen einer Wiedereingliederung Konsequenzen für Dich haben.

Antwort
von GenLeutnant, 20

Ein Anruf beim AG wäre doch wohl drinn gewesen.Ansonsten ist die Antwort von gunnar90 voll zutreffend.

Antwort
von gunnar90, 33

Du kannst nicht einfach zu Hause bleiben. Wenn die Wiedereingliederung dir 7 Stunden vorschreibt, hast du die zu arbeiten. Wenn du das nicht schaffst, muss der Arzt die Stundenzahl korrigieren und eine geänderte Wiedereingliederungsregel beantragen..

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community