Frage von mathias2090, 95

Kann man anstatt Benzin mit einer Brennstoffzelle Auto fahren?

Oder gibt es einen Haken dabei?

Expertenantwort
von ronnyarmin, Community-Experte für Auto, 12

Der Haken ist, dass ein Auto mit Benzinmotor einen Verbrennungsmotor besitzt. Der kann man der Energie, die eine Brennstoffzelle liefert, nichts anfangen.

Antwort
von unhalt, 50

Ich weiß nicht genau wie du dir das vorstellst. Mit einer Brennstoffzelle kann man aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom machen und damit in diesen Fall Elektromotoren antreiben. Sauerstoff gibt es genug in der Luft. Für den Wasserstoff brauchst du jedoch einen Gastank ähnlich wie bei Erdgasfahrzeugen, jedoch ist Wasserstoff(gas) noch gefährlicher.

Du kannst natürlich mit dem Wasserstoff auch eine Art Verbrennungsmotor antreiben, jedoch kann man natürlich nicht einfach Wassersoffgas statt Benzin tanken. Genauso wie man auch kein Benzinmotor einfach mit Diesel fahren kann.

Wasserstoff hat den Nachteil, dass er nicht natürlich vorkommt, sondern nur in Form von Wasser als H2O Moleküle. Also muss man ihn erstmal beispielsweise durch Elektrolyse Herstellen. D.h. man wandelt elektrische Energie in Chemische um, wobei natürlich etwas Energie 'verloren' geht. Im Auto widerum wird die chemische Energie zunächst wieder in elektrische und dann in kinetische Energie umgewandelt, wobei es wieder verluste gibt. Beim Benzinauto hast du den Vorteil, dass aus der chemischen Energie direkt kinetische gemacht wird. Es kann folglich einen unterschied in der Effiziens geben.

Vorteil bei einem 'Wasserstoffantrieb' ist, das man kein Abgas hat, sondern nur Wasser "aus dem Auspuff" kommt und im vergleich zur Batterie, ist das Auto viel schneller betankt.

Als haupt Nachteil sehe ich den Gastank, der auch bei einem Unfall nicht undicht werden darf, da es sonst die Gefahr eines starken Brandes oder einer Großen Knallgasexplosin gibt, und eine möglicherweise geringe Effizienz.

lg


Kommentar von PWolff ,

Soweit ich weiß, gibt es ein paar Prototypen.

Aber das Problem mit den Tanks ist noch lange nicht gelöst.

Drucktanks habe den riesigen Nachteil, dass die üblichen Temperaturen weit über der "Inversionstemperatur des Joule-Thomson-Effekts" liegt, d. h. Wasserstoff, der durch ein kleines Loch austritt, kühlt sich nicht ab, sondern heizt sich auf, was die Gefahr einer Knallgasexplosion um ein Vielfaches erhöht.

Adsorption an Platinschwamm funktioniert im Prinzip, hat aber den Nachteil, dass Platin einer der besten bekannten Universalkatalysatoren ist, was ebenfalls die Gefahr einer Knallgasreaktion um ein Vielfaches erhöht, wenn Sauerstoff dazu kommt.

Kommentar von CrEdo85wiederDa ,

@unhalt Eine Hummel dürfte nach den Gesetzen der Aerodynamik nicht fliegen. Sie weiß es nicht und fliegt. Und die Brennstoffzellenbusse wissen auch nicht, dass das nicht geht und so fahren sie brav seit mittlerweile 12 Jahren auf deutschen Straßen - falls ich mich nicht täusche, mittlerweile die dritte oder die vierte Entwicklungsgeneration ;)

Kommentar von CaptnCaptn ,

Es gibt bereits ein Brennstoffzellenfahrzeug... Den Toyota Mirai

Kommentar von WombatCC ,

Wasserstofftanks sind sogar ziemlich praktisch, denn es gibt zwar eine große Stichflamme, jedoch nur für ein paar Sekunden während Benzin sehr viel länger braucht um auszubrennen. Außerdem entstehen dabei giftige Gase.

Kommentar von unhalt ,

Es wird aber in der kurzen "Stichflamme" die selbe Energie frei, wie im langen Benzinbrand. Ich persönlich würde es bevorzugen, nicht in einem riesigen "Feuerball" das Zeitliche zu segnen. ;)

Wasserstoff ist halt auch recht explosiv, wenn es genug Sauerstoff hat und wenn nicht, dann brennt es auch länger. Ich sehe da keinen großen Vorteil.

lg

Kommentar von SpitfireMKIIFan ,

Wasserstoff brennt bei geringen Temperaturen und vermischt sich relativ schnell mit der Luft. Es ist daher sogar ungefährlicher als Benzin, siehe dazu auch diesen Brandtest:
https://daryanenergyblog.files.wordpress.com/2013/09/save_car.jpg

Antwort
von CrEdo85wiederDa, 46

Es gibt schon lange autos, die mit Brennstoffzellen fahren. In Deutschland sind ÖPNV-Busbetreiber gebietsweise auf Brennstoffzellen umgestiegen, Weltvorreiter bei PKWs ist Island.

Kommentar von unhalt ,

Du meinst wohl Erdgas. ;)

lg

Kommentar von CrEdo85wiederDa ,

Nein, ich meine Brennstoffzelle.

Kommentar von CrEdo85wiederDa ,

Bei einem Punkt habe ich mich dennoch geirrt: in Deutschland gibt es seit lediglich einige Projekte mit Brennstoffzellen-Bussen in Zusammenarbeit mit einigen Busbetreibern, die jedoch nicht komplett auf Brennstoffzellenbusse umgestiegen sind. Mittlerweile erreicht man mit diesen Bussen einen Wirkungsgrad von ca 60%. Durch den hohen Energiebedarf bei der Wasserstoffgewinnung, -verflüssigung und -transport, liegt die allgemeine Effizienz jedoch nach wie vor bei ca 30%. Im Vergleich dazu, wenn man den mit Brennstoffzellen gewonnene Energie direkt ins Netz einspeist, erreicht man eine Effizienz von ca 90%.

Kommentar von CaptnCaptn ,

Es gibt bereits ein Brennstoffzellenfahrzeug... Den Toyota Mirai

Kommentar von unhalt ,

Es gibt tatsächlich deutlich mehr H-Autos als ich bisher dachte. Aber im Alltag ist das immernoch zu unpraktikabel/ineffizient und bis auf ein paar Pilotprojekte und Autos von denen man nie was gehört hat, gibt es bisher nicht.

Was den Toyota Mirai angeht, bin ich mal gespannt, wie der sich in Zukunft entwickelt. Beim Hybrid-Auto hatte Toyota ja Erfolg.

lg

Antwort
von BarschKeks4, 48

Du kannst mit allem möglichen fahren. Es muss nur Energie erzeugen.

Antwort
von CaptnCaptn, 21

Es gibt bereits ein Brennstoffzellenfahrzeug... Den Toyota Mirai

Antwort
von Bevarian, 16

Wenn Du mit den knapp zwei kW des Anlassers auskommen kannst: ja!   ;)))

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