Frage von talotta, 223

Kann man als GmbH sein eigenes Einzelunternehmen kaufen?

Hallo Ich habe ein Einzelunternehmen und überlege daraus eine GMBH zu machen. Aus steuerlichen Gründen würde ich gern eine GmbH gründen und dann mein Einzeluntenhmen und die dazu gehörenden Firmenwerte, Ware, Maschinen aufkaufen. Steuerlich sehe ich einen Vorteil, weil ich als GMBH Ausgaben habe und auf der anderen Seite als Einzelunternehmer zwar Einnahmen aber durch die Firmenaufgabe die fünftel Regelung als steuerersparnis nutzen könnte. Grundsätzlich weiss ich dass man mit sich selber keine Geschäfte machen kann. aber ich habe schon öfter gehört, dass das mit einem Trick geht.
Vielleicht kann mir da jemand was raten oder weiss wie es geht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dirk-D. Hansmann, 118

Kläre das wirklich mit dem Steuerberater. Denn hier wirklich eine Geschäftsaufgabe erfolgt kann ich nicht sagen.

Dazu kommt bei einer verschleierten Sachgründung und das ist Sache des Handelsregister-Gerichts, dass die Eintragung der GmbH scheitern kann.

Aus der Erinnerung: Ich habe das in vielen Jahren der Praxis nie gehabt, dass man diesen von Dir genannten Weg gegangen ist. Dafür erinnere ich mich schon daran, dass aus einigen Einzelunternehmen GmbHs wurden.

Dabei waren bei den Steuerberatern für die und mit denen ich gearbeitet habe richtig gute dabei.

Dazu kommt, dass nach meiner weiteren Erinnerung ein Objektverbrauch bei Geschäftsaufgaben existiert. Weil es da um die Hilfe für die Altersvorsorge geht.

Deine pauschale Aussage, dass es bei der GmbH mehr Möglichkeiten gibt Steuern zu sparen ist nur bedingt richtig. Häufig aber nur durch die Verschiebung der Steuerlast.

Gerade durch die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer kann es aber unter dem Strich auch teuer werden.

Zwar klingt ein Jahresergebnis von 200.000 sehr danach, dass eine GmbH die günstigere Variante ist, aber so pauschale Aussagen sind nur dazu geeignet zu sagen: Jetzt wird geprüft.

Ich würde den Steuerberater mit einem Auftrag daran setzen, welche Steuerbelastungen in den nächsten fünf Jahren (klar niemand kennt die Vorschriften für die Jahre, daher schätzt man auch) zu ermitteln.

Einzelunternehmen, GmbH, GmbH & Co. Wären meine Vergleiche und für die GmbH und die GmbH & Co würde ich natürlich noch den Kauf oder die Einbringung vorab klären lassen.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 143

Der Trick ist kein Trick, sondern nennt sich § 181 BGB, von dem man befreit sein muss.

Aber wie Wurzlsepp schon richtig schreibt, das ist eine Sache für Leute, die wissen wie es geht. WAs meinst Du, warum allein im "Fragebogen für die steuerliche Erfassung gleich eine ganze Reihe von Fragen dem Thema gewidmet sind, ob das Stammkapital dazu genutzt wird einen Betrieb von einem Gesellschafter zu kaufen, ob Beträge an die Gesellschafter zurück gewährt wurden usw. usw. usw. und warum man bei einer Sachgründung (Stammkapital nicht in Geld, sondern in Sachen), einen extra Sachgründungsbericht braucht.

Wenn Du es allein machen willst, viel Spaß. Berichte uns dann in ca. 5 Jahren, wie Deine erste Betriebsprüfung in der GmbH gelaufen ist udn ob Dir der ALG II Antrag erspart blieb.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

vor allem, wo soll der Sinn liegen, alles in die GmbH zu schaufeln?

Kommentar von wfwbinder ,

Na ja, wenn er in Einer Stadt unterwegs ist mit einem Hebesatz nahe 500 % und Gewinne jenseits von 200.000,- hat, könnte ich mir Gewerbesteuervorteile denken.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Oder der Grund ist die Verschleierung einer Sachgründung. Unbewusst. Aber er möchte ja den steuerlichen Vorteil der Geschäftsaufgabe nutzen.

Antwort
von wurzlsepp668, 138

ich weiß, wer sich damit auskennt und Dir sagen kann, wie es (evtl.) geht ...

nennt sich Steuerberater ...

Kommentar von talotta ,

Einen Steuerberater habe ich natürlich und da ich nun 6 Jahre meine Buchführung (bis auf die Jahresabschlüsse) selbst mache bin ich auch nicht ganz ahnungslos. Meine Firma läuft gut und man beschäftigt sich immer mehr, zunehmend zum Jahresabschluss, auch mit steuerlichen Ersparnissen. Eine GmbH bietet ja auch viel mehr Potential... 

Ich danke Euch sehr für Eure Antworten und gerne schreibe ich in 5 Jahren wie ich es gemacht habe ;-) Ich glaube es immer sinnvoll sich erst ausführlich damit zu beschäftigen und zu informieren und dann zu entscheiden... was ich ja hiermit mache.      

Kommentar von wurzlsepp668 ,

woher weißt Du, dass evtl. die Fünftelregelung auf Dich zutrift?

Kommentar von talotta ,

ich habe es so verstanden:

...Betriebsaufgaben sind steuerlich begünstigt. Da gibt es 2 Möglichkeiten. Aber da ich noch keine 55 bin fällt Möglichkeit 1 weg und deshalb würde die fünftel Regelung greifen.

Antwort
von Traveller24, 127

Der Kauf des Unternehmens ist keine steuerlicher Aufwand für die GmbH, sondern eine Investition. Sie könnet nur später die Abschreibungen ansetzen, genau wie das Einzelunternehmen auch. Du kannst hier somit keine Steuern sparen.

Kommentar von talotta ,

...nicht für die GmbH aber für mich in der EST durch Betriebsaufgabe. Eine betriebsaufgabe ist steuerlich begünstigt und für die GmbH ist es eine Investition und mindert den Gewinn....  

Kommentar von Traveller24 ,

Investitionen mindern nicht den Gewinn. Den Gewinn mindern die folgenden Abschreibungen, aber die hättest Du als Einzelunternehmer auch.

Ich denke nicht, dass Du hier wirkliche Steuerersparniss erreichen kannst, denn wenn du tatsächlcih einen Veräusserungsgewinn hättest, den Du nach 5tel-Regelung versteuern könnest, dann würde das bedeuten, dass die GmbH ganz erheblichen Firmenwert aktivieren müsstest, der dann über 15 Jahre abzuschreiben ist. Also müsstest Du in einem Jahr die Steuern zahlen, die sich die GmbH über 15 Jahre zurückholt und das ganze dann trotz 5tel-Regelung zu einem geringeren Steuersatz.

Das wäre dann steuerlich ein Minusgeschäft für Dich.

Meines erachtens hast Du hier drei Möglichkeiten:

(1) Du verkaufst zum Buchwert an die GmbH, machst also keinen Veräusserungsgewinn = Keine steuerlichen Auswirkungen im grossen und ganzen

(2) Du verkaufst zu mehr als dem Buchwert und machst einen Veräusserunsggewinn = wie oben beschrieben wohl eher ein steuerliches Minusgeschäft.

(3) Du verkaufst unter Buchwert und erzegst so künstlich einen Veräusserungsverlust = Du sparst erstmal steuern = Das Finanzamt tritt Dir mit Anlauf in den Hintern wegen missbräuchlicher Steuergestaltung.

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