Kann man 2x Mal suizid begehen?

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6 Antworten

Das jeder ein gutes Ich und ein böses Ich haben soll ist auf's geradewohl hin gedeutet und hat keinerlei mir bekannte Entsprechungen in anderen Texten oder in der Realität.

Was aber z.B. bekannt ist, das ist die Idee "des Sterbens vor dem Sterben" (besonders bekannt bei den Aleviten). Um im Christentum zum sogenannten Neuen Menschen werden zu können muss der alte Mensch sterben, was mit einem Absterben des kleinen Ichs insgesamt gleichzusetzen ist. So heißt es in der z.B. Bibel: "Ich bin aber durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, auf daß ich Gott lebe; ich bin mit Christo gekreuzigt." Galater 2,19. Oder: "...ich aber starb; und es fand sich, daß das Gebot mir zum Tode gereichte, das mir doch zum Leben gegeben war." Römer 7,10. Natürlich starb Paulus hier nicht den leiblichen Tod, sonst hätte er ja nicht den Römerbrief verfassen können. Oder: "wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden." Matthäus 16,25.

Wer auferstehen will, von den Toten, der muss sterben - anders geht es nicht.

Das Sich-Verändern zum Besseren steckt in der "geistigen Neugeburt" (siehe Johannes-Evangelium 3,3) durch Jesus Christus und nicht in der Abtötung eines bösen Ichs, indem man das Kain-Abel-Ding ins Positive wendet.

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Jeder hat ein "Gutes Ich und Böses ich"? Diese Interpretation halte ich für mehr als fragwürdig, es handelt sich schließlich nicht um mehrere Persönlichkeiten wie bei Gollum!

Und wie kommst du darauf, dass Kain dadurch seine "gute" Seite umgebracht hat? Erst einmal kann man hier nicht von umbringen sprechen, und schon gar nicht von einem Suizid, denn es geht ausschließlich um einen Gesinnungswandel, nicht um eine selbstzerstörerische Tat!

Außerdem bestand die "böse" Seite vor dem Brudermord noch gar nicht, sie entstand erst durch den Neid auf Abel. Und dass Kains "gute" Seite durch den Brudermord verschwunden ist, ist auch sehr fraglich, schließlich bereut er später seine Tat und schämt sich vor Gott.

Warum habe ich "gut" und "böse" überall in Anführungszeichen gesetzt? Weil es gar nicht möglich ist, "gut" und "böse" eindeutig zu definieren. Was man als "gut" oder "böse" betrachtet, ist erlernt.
Wenn jemand niemals gesagt bekäme, dass es böse ist, jemanden umzubringen, wäre es das seiner Meinung nach auch nicht.

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Kain hat seinen Bruder aus Neid und Eifersucht umgebracht. Kain und Abel wussten beide daß es einen Gott gibt, aber nur Abel glaubte auch, nicht Kain! Von daher hatten sie nicht dieselbe Gesinnung Gott gegenüber. Sie hatten beide schon die Sünde in sich durch das was ihre Eltern taten im Paradies. Wir müssen unterscheiden zwischen der Annahme, daß es einen Gott gibt und den Glauben an IHN. Jakobus macht das mit seinem Vers mehr als deutlich - ''Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben's auch und zittern'' (Jakobus 2,19). Aus eben diesem Grund hat Gott das Opfer Kains (als Ackerbauer) auch nicht anerkannt (1. Mose 4, 4-5). Kain tat vielleicht äußerlich ähnliches wie Abel (als Viehzüchter), aber ohne Glauben und Erkenntis seiner Schuld vor Gott. Abels Opfer zeigte, daß er es verstanden hatte (ein Tier musste sterben). Entsprechend gilt, was in Römer 14,23 steht: ''Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde'').Der Glaube, so sagt die Bibel (Römer 10,17) kommt aus der Verkündigung - das hat zu allen Zeiten seine Gültigkeit, solange es den Menschen auf  Erden gab und gibt.

Also haben auch Kain und Abel von ihren Eltern das Wort Gottes gehört. Daß Sünde den Tod zur Folge hat, wussten auch Adam und Eva (1. Mose 2,17). Abel verstand, daß er die Erlösung aus Gnade nötig hatte, Kain nicht. Die Liebe zu Gott und zu seinen Geschwistern (''Brüdern'') ist das vornehmste (''höchste'') Gebot (5. Mose 6, 4-5) und unseren Nächsten (wie uns selbst) sollen wir ebenso lieben (3. Mose 19,18). Das geht dem Bericht über Kain und Abel im 1. Johannesbrief unmittelbar voraus. Dort wird gezeigt, daß jemand  (Kain) seinen Bruder (Abel) nicht liebt sondern hasst. Hier geht es um die göttliche Liebe (Agape) die nicht aus uns selbst produziert werden kann. Es braucht Gott um Gott zu lieben. Es ging um Gerechtigkeit (1. Johannes 3,10: ''Daran wird offenbar, welche die Kinder Gottes und welche die Kinder des Teufels sind: Wer nicht recht tut, der ist nicht von Gott, und wer nicht seinen Bruder lieb hat''). Das Drama um Kain und Abel ist die klassische Version dieser biblischen Tatsachen.

Kain hatte reichlich Ausreden - 1. Mose 4,9: ''Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein''). Er hatte gelogen und versuchten seine Taten (vor Gott!) zu vertuschen. Kain war ''aus dem Bösen'' (1. Johannes 3, 11-12) und das war der Grund für seine ungerechten (bösen) Taten, seine Lügen und letztlich den Mord an seinem Bruder. Es spricht garnichts dagegen, daß er das nicht auch genau wusste, was er tat. Seit Adam und Eva (den Eltern Kains und Abels) lag ein Schatten auf den Menschen durch die Sünde. Gott musste daher von Anfang an das Licht von der Finsternis trennen (1. Mose 1,4). In Kain und Abel sehen wir ein erstes Ergebnis. Über all dies sollten wir wissen, daß Gottes Gerechtigkeit immer überwiegt und auch stets ''besser'' ist als unsere eigene (moralische) Gerechtigkeit. Was mit Kain danach geschehen ist, dürfen wir Gott überlassen.

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 Kain habe wohl sein gutes Ich umgebracht. 

Ziemlicher Blödsinn. Gut  - nicht von dir sondern wohl von eurem Reli-Pauker.
Erfundene Figuren aus Mythen und Erzählungen zu analysieren ist irgendwie daneben.
Es ist höchstens zu hinterfragen, was sich der Autor (eigentlich die Autoren) bei ihrer Erzählung "gedacht" (wenn überhaupt) haben. Solche Erzählungen haben sich oft über Generationen entwickelt, ehe sie schriftlich Niederschlag fanden.

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Man kann sich nicht umbringen, ein Teil dessen was du losgeworden bist ist immer da und wird es immer sein. Du kannst dich nicht zweimal umbringen, denn du lebst nur einmal.

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Ich würde das so sagen,einen Teil kann man an sich ändern. Umbringen ist übertrieben.

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