Frage von ksh123, 43

Kann lehmputz schimmeln?

Meine wohnung ist verputzt mit lehmputz... Jetzt fängt es an, in allen Ecken und stellenweise an wänden meines Wohnzimmers gelbe/ weißliche Kulturen zu bilden... ich habe mit luftentfeuchter gearbeiten und diese sind nach spätestens einer woche voll.. also kann mein Vermieter wohl nicht sagen, dass es kein feuchtigkeitsproblem ist... es soll kein Schimmel sein, doch was ist es sonst? Ist dies gesundheitsschädigend? Und welchen Anspruch habe ich auf mietminderung, mein Vermieter weiss seit 3 Monaten darüber Bescheid, hat dann das Bad abgedichtet und ein ventilator ins Bad eingebaut aber es wurde nicht besser...

Antwort
von Onki73, 23

Schimmel ist nie förderlich für die Gesundheit und sollte in Wohnräumen unverzüglich beseitigt werden.

Wegen der Mietminderung solltest Du Dich vom Rechtsanwalt beraten lassen, da es dabei Fallstricke gibt, die unbeachtet geblieben, dem Vermieter die sofortige Kündigung ermöglichen.

Das Bad wurde abgedichtet und dann einen Ventilator eingebaut? Ich hoffe einen Abluftventilator, der die Luft nach draußen befördert. Dann muss aber auch sichergestellt sein, das irgendwo in die Wohnung Luft einströmen kann, sonst ist der Abluftventilator wirkungslos.

Nun weiß man nicht, was abgedichtet wurde. Ich hatte mein Bad mal "undicht" gemacht (etwas Fenstergummi entfernt) und habe damit übermäßige Feuchte aus dem Bad bekommen, was mit Stoßlüften nicht zu beseitigen war.

Ob vermehrtes Lüften der Wohnung letztendlich erfolgversprechend ist, hängt aber immer vom durch die Auffeuchtung abgesunkenen Dämmwert der Wand ab.

Ob es Schimmel ist, was aus der Wand wächst oder Salzausblühungen - beides deutet auf hohe Feuchtewerte der Wand hin. Vermutlich ist das Problem auch schon alt und sollte mit dem Lehmputz beseitigt werden. Da hat man mal wieder aufs falsche Pferd gesetzt.

Ich gehe mal davon aus, dass es sich bei den Ecken um die Ecken an den Außenwänden handelt. Hier bilden sich oft erhöhte Feuchten durch Luftauskühlung.

Die Wandtrocknung, welche unbedingt erfolgen muss, funktioniert nur über die Wandoberfläche. Hier spielt maßgeblich eine Rolle, wie trocken die Luft ist, die an der Wandoberfläche anliegt.

Die Trocknung der Wandoberfläche erfolgt um so schneller, je größer die Differenz ist, zwischen der Oberflächenfeuchte und der davor anliegenden Luftschicht.

Da sich Luft vor einer kalten Oberfläche abkühlt, steigt in ihr die rel. Luftfeuchte an. Daher ist es wichtig, diese Abkühlung an der Wandoberfläche zu vermindern/verhindern.

Gibt es durch gute Lüftung eine geringe rel. Raumluftfeuchte, so ist die Luftauskühlung auch weniger problematisch vor der kalten Wand.

Ist die Wand allerdings zu kalt, weil durch Auffeuchtung bereits der Dämmwert stark gesunken ist, so hat diese Wandstelle einen erhöhten Wärmebedarf, der durch Wärmezufuhr sichergestellt werden muss.

Andernfalls kann man lüften wie man will, man wird bei einem nicht vorhandenen Feuchtegefälle von der Wandoberflächenfeuchte zur davor ausgekühlten Luft keine Trocknung der Wand erzielen.

Eine warme Wandoberfläche erwärmt im Optimalfalle die daran anliegende Luftschicht, die durch Erwärmung trockener wird und so die Wandfeuchte sehr gut aufnehmen kann.

Daher muss die trockenere Warmluft (der Heizanlage) direkt an die Wandoberfläche ohne den Umweg über die Raumluft, wo sich die Luft noch mit Feuchte anreichert und dann vor der Wand abkühlen kann.

Einfache Heizrohre unten vor der Wandoberfläche (Heizrohrschleife) sorgen schon mal für eine bessere Wärmeversorgung und -verteilung im Raum. Eine Steigerung des Wärmestrahlungsanteils der Heizanlage (einfachste Möglichkeit bietet der "Heizdeckel"), sorgt für eine bessere Oberflächenerwärmung.

Auch sollte die Wohnung gleichmäßig durchgeheizt werden, denn jede Temperaturabsenkung (Nachtabsenkung, etc.) lässt die Wände auskühlen und beim Anheizen ist die Temperaturdifferenz zwischen der thermisch trägen Wand und der schnell erwärmten Luft sehr groß, was zur Befeuchtung der Wände beitragen kann.

Tägliche 2-3malige Stoßlüftung sollte für geringere Luftfeuchtewerte in der Wohnung sorgen, die sich jedoch wegen der hohen Wasserspeicherfähigkeit der Wände nicht sofort einstellt.

Antwort
von dietar, 26

Das hängt davon ab, auf welchen Untergrund der Lehmputz aufgetragen wurde. Kann die Wand aus irgendwelchen Gründen mich atmen, kann durchaus Schimmel entstehen.

Antwort
von Leisewolke, 26

hilft das hier: http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/schimmel-lehm-15467.html  weiter ?

Antwort
von pharao1961, 23

Tja die vielgelobten Naturprodukte...

Es kommt zunächst einmal drauf an, ob es ein Baumangel oder ein Lüftungsproblem ist. Leider schreibst du nix über dein Heiz- und Lüftungsverhalten. Nur mit der Info dass der Luftentfeuchter nach einer Woche voll ist, kann man nix anfangen.

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