Kann jüdisch sein 'verloren' gehen?

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6 Antworten

Wenn Person 1 nachweisen kann, dass die Urururoma mütterlicherseits jüdisch ist, dann ist er auch Jude - egal ob sich die Nachkommen an die Gebote halten oder nicht. Selbst wenn sie zum Christentum konvertiert sind, gelten sie und ihre Nachkommen nach jüdischem Verständnis als Juden.

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Wenn du es nachweisen kannst, dass du in rein mütterlicher Linie von der Person abstammst und nachweisen kannst, dass die Person jüdisch ist, dann kannst du in eine jüdische Gemeinde aufgenommen werden, allerdings wird der Rabbiner dir sagen, dass du einen "Giur le chumra", einen Uebertritt zur Sicherheit machen musst.

Insofern wäre dein Weg auch nicht viel anders als der von einem Menschen, der nicht jüdisch ist und zum Judentum konvertiert.

Vor allem musst du wissen, dass es ein bisschen schwierig ist, wenn man im fortgeschrittenen Alter in eine Gemeinde kommt, die meisten dort kennen sich seit Kindheit und sind nicht immer übertrieben offen für "Neue". Kommt hinzu, dass du dann wahrscheinlich keine Familienmitglieder in der Gemeinde hast, und Familie ist im Gemeindeleben sehr wichtig, bzw. es könnte sein, dass man sich etwas einsam vorkommt, wenn alle irgendwie mit Familie da sind, nur man selbst ist alleine.

Also die Antwort ist: Ja, theoretisch ist man jüdisch, wenn eine Vorfahrin in rein mütterlicher Linie jüdisch ist, praktisch muss man es nachweisen, sonst wird es nicht anerkannt, und insgesamt ist der Weg ziemlich schwer, nicht viel anders als wenn jemand ohne jüdische Vorfahren zum Judentum übertritt. Das unterschätzen die Leute, die begeistert ausrufen "Ja, dann bist du jüdisch".

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Shalom, es gibt sogenannte "Kryptojuden" (1), die zwar anderen Religionen angehören aber sich der jüdischen Religion zugehörig fühlen. Umgekehrt ist das Judentum ja nicht nur eine Religion, sondern auch eine Ethnie (2) - insofern kann die Zugehörigkeit dazu nicht verloren gehen, höchstens die emotionale.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Kryptojuden
(2) siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Israeliten

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Kommentar von LucasLae
03.06.2016, 15:46

Danke!

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Es gibt den Cherem (Bann), das ist ein offizieller Ausschluss aus der jüdischen Gemeinschaft. Aber der wird ganz sicher nicht verhängt, nur weil jemand nicht in die Synagoge geht. Da braucht es schon mehr. 

Spinoza ist das passiert, weil seine Lehren der jüdischen Gemeinde damals zu extrem waren.

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juden werden nur von jüdinnen geboren, egal ob sie wollen oder nicht, sie sind juden. wenn die jüdinnen nur buben gebären geht das judentum "verloren"

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Kommentar von Zarebrius
02.06.2016, 23:40

Das war früher der Fall. Mittlerweile wird teilweise auch akzeptiert, wenn nur der Vater Jude ist. Genetische Tests können die Abstammung heute zweifelsfrei nachweisen. Früher war ja nur sicher, wer die Mutter ist, aber nicht wer der Vater. Daswegen das Gesetz mit der Abstammung von der Mutter. Natürlich akzeptieren die konservativen Strömungen im Judentum diese moderne Entwicklung nicht.

Zum Fragesteller selber: Geh doch zu einem Rabi. Wenn du bzw. die Person1  den Wunsch hast das Judentum zu leben, wird sicherlich keiner was dagegen haben, wenn man sich auf seine Wurzeln besinnen möchte

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ja, es kann "verloren"gehen, wenn man nicht mehr nachweisen kann, dass die Vorfahrin in mütterlicher Linie jüdisch war oder nicht lückenlos nachweisen kann, dass man von ihr abstammt.

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