Frage von DerNutzlose, 69

Kann jemand mal beschreiben, wie er die Gesellschaft, den Menschen, die Welt, die Politik unter LSD-Wirkung einschätzt?

Und denkt ihr, dass es eine Seele wirklich gibt? Das unsere Seelen nach dem Tod in neue Menschen, Pflanzen, Tiere verteilt werden? Oder denkt ihr nach dem Tod ist alles dunkel, wie schlafen, nur ohne Träume. Ich möchte wissen ob andere auch das intensive in sich verschachtelte Denken feiern oder nur auf die Optik abgehen, ob andere auch das Gefühl der allumfassenden Liebe und die Verbundenheit mit allem was es auf der Welt gibt fühlen und wie sie darüber denken. Ihr könnt auch eure Halluzinationen beschreiben. Was ihr in eurem Leben nach dem ersten LSD-Konsum verändert habt, ob ihr euch vom Charakter her geändert habt ect. Wie denkt ihr über Drogengesetze an sich? Sollte ein freier Mensch, nicht selbst wissen, was er seinem Körper zuführt ohne dabei in irgendeiner Form einem anderen Menschen zu schaden? Sollte man nicht alle Drogen legalisieren? Warum ja? Warum nein?

Ich hoffe auf ernste und sachliche Unterhaltungen mit Gleich bzw. Ähnlichgesinnten. Bitte ohne Verteufelung von Nichtkonsumenten, weil ihr es vom Staat und der Gesellschaft nicht anderes eingetrichtert bekommen habt. Wer keine Erfahrung mit LSD hat, brauch am besten gar nicht zu Schreiben. Kann auch ein längerer Text werden.

Antwort
von IsiGoing1337, 23

Wie unten beschrieben, hatte ich eine ziemlich heftige Erfahrung mit LSD. Ich habe eine ganze Pappe genommen, die scheinbar ziemlich stark war, habe ziemlich viel Alkohol getrunken und konnte danach eine Woche lange nicht schlafen. Zu dem war ich zu der Zeit in Israel mitten im Sommer deswegen bin ich mir ziemlich sicher, dass ich dazu einen Hitzeschlag hatte und unter Wassermangel litt.

Ich konnte Phantasie nicht mehr von Realität unterscheiden. Eine Freundin hatte mir von Indigo-Kindern erzählt (ob die nun existieren weiß ich nicht aber im Grunde genommen geht es dabei um Menschen die sehr empathisch sind und nicht mit Autoritäten und starren Regeln und Gesetzen klar kommen. Sie sind rebellisch und versuchen alte und überholte Systeme zu durchbrechen. Sie lieben die Freiheit). Auf jeden Fall meinte sie ich wäre ein Indigo Kind. Ich glaube das tatsächlich nicht mehr. Damals dachte ich so "wow cool ja normal bist du das!". Ich habe mich näher mit dem Thema befasst und letzten Endes ist jeder Mensch ein Indigo Mensch. Jeder Mensch kann seine Empathie trainieren und manche Menschen haben dabei schon vorgegebene bessere Veranlagungen als andere.

Zurück zum Trip. Ich musste in die geschlossene, weil ich mich auf der Straße wie eine Verrückte verhalten hatte. Ich habe die Welt in gut und böse, in Indigos und Nicht-Indigos unterteilt. Ich dachte höhere Mächte sind im Spiel, darunter böse Mächte die meine Familie töten wollen.

In der geschlossenen halluzinierte ich, dass ich vor Gott und dem Teufel stehen würde und als ich den Einweisungszettel unterschrieb, dachte ich dass ich jetzt sterben würde. Zu dem Zeitpunkt hatte ich sehr viel Angst davor, da ich mit mir Selbst nicht im Reinen war. Ich fand, dass ich es nicht verdient hätte ins Paradies zu kommen. Ich dachte das die ganze Welt gerade gerichtet wird und ich eben auch. 

Die Klinik tat mir wirklich gut. Dort herrscht Ruhe und ich konnte schlafen. Endlich schlafen. Endlich ausruhen. Selbstverständlich habe ich Medikamente genommen aber die wurden innerhalb einer Woche ziemlich stark reduziert. Da ich mich selbst eingeschrieben habe, konnte ich nach einer Woche wieder raus. Ich habe einen Antrag gestellt und es wurde überprüft, ob ich den stabil war. Ich kam raus.

Damit hat der ganze Spuk aber erst angefangen. Ich habe sämtliche Phobien auf und wieder abgebaut die man sich ungefähr vorstellen kann. Diagnose akute Psycho/ Schizophrenie. Ich dachte, dass Radio sendet mir geheime Botschaften, ich habe mit allen möglichen Wesen geredet und litt unter Zwängen z.B. dachte ich ich müsste meine Zigaretten an meiner Hand ausdrücken.

In dem ganzen Spuk ging es um eine neue Weltordnung an der ich aktiv mit meinen Gedanken und Gefühlen beteiligt bin.

Das ganze dauerte ca. ein Jahr bis ich mich vollständig erholt habe und wieder selbstbewusst in die Welt hinaus treten konnte, Fremden Menschen begegnen konnte, einen Job ausüben konnte.

Ich habe das Gefühl, dass ich eine Tür geöffnet habe, die normalerweise verschlossen bleiben sollte. Doch sie steht noch offen. Ist alles was ich spüre, was ich sehe, höre und meine zu verstehen nur meine eigene Phantasie?

Vielleicht hat mir mein Gehirn einen ziemlich großen Streich gespielt und ich bin freudig darauf eingegangen einfach nur aus dem Wunsch heraus, dass Magie, dass eine andere Welt existiert, die einem sonst verschlossen bleibt?

Wie auch immer. Selbstverständlich war meine Erfahrung schrecklich aber ich bin froh, dass es passiert ist.

Wie ihr seht, kämpfe ich immer noch mit mir Selbst und den Erfahrungen denen ich mache. Kann ich ihnen trauen? Kann ich mir trauen?

Doch tief in meinem Herzen, weiß ich dass Mutter Natur lebt. Ist mir jetzt egal was alle anderen von mir denken aber vor ein paar Tagen saß ich auf der Terasse und habe in meinen Gedanken geredet (das tue ich gerne, am liebsten rede ich mit dem Wind, das habe ich schon getan seitdem ich ein Kind gewesen bin und mich erinnern kann) und eine Stimme in meinen Kopf kam und sagte mir "Deine Mutter hört dich" und ich fühlte wieder das, was ich so häufig spüre. Das dort etwas ist. Das wir ein Organismus sind. Das jeder Mensch, jedes Wesen mein Bruder und meine Schwester ist, wie schwer das auch manchmal sein mag. Das wir alle miteinander verbunden sind.

P.S. ich hatte lange Auseinandersetzungen mit mir selbst ob die Stimmen die ich höre meine Stimmen sind oder die von anderen. Im Allgemeinen bin ich zu dem Punkt gekommen, dass das alles meine Stimmen sind. Doch diese Stimme war nicht meine Stimme. Sie war auch meine Stimme aber sie war auch die Stimme eines gemeinsamen Bewusstseins.

Kommentar von DerNutzlose ,

Wow. Echt gut geschrieben. Ich hoffe für dich, dass du irgendwann keine Stimmen mehr hörst. Aber man sieht, dass es auch viele Positive Dinge vorallem bei der Selbstfindung bei dir gibt. Was würdest du sagen, war das ungefähr für eine Dosis?

Antwort
von WasSollHierhin, 22

Alles was ich gleich schreibe ist meine persönliche Meinung und meine Erfahrungen. Nicht das gleich irgendjemand ankommt mit "Das stimmt doch garnicht mimimi", nur um das vorab schonmal klarzustellen...

"Und denkt ihr, dass es eine Seele wirklich gibt?"

Ich denke schon das jedes Lebewesen so eine Art Seele hat und diese nach dem Tod entweder im ewigen Frieden weiterleben wird, sozusagen ein wundervoller Traum, Trip o.ä. der niemals endet (Religiös gesehen = Paradies) oder als Bestrafung wiedergeboren wird (wenn man z.B. jemanden getötet hat etc., es heißt ja oft das man dann nie wiederfroh werden kann, man immer daran denken muss und es einen extrem belastet.) Dieses Gefühl würde man nach dem Tod dann immernoch haben. Das wäre dann sozusagen die "Hölle" aus religiöser Sicht gesehen. Daran
glaube ich aber eher nicht, da es ja immer überall heißt das jeder noch
eine Chance verdient. Daraus resultiert dann die Wiedergeburt.
Viele Nahtoderfahrungsberichte (teilweise auch durch Drogen herbeigeführt) berichten ja auch oft davon eine "andere Welt" gesehen-, und erkannt zu haben das das Leben nur eine Vorbereitung auf den Tod sei und ihnen daher die Angst zu sterben genommen wurde.

"Das unsere Seelen nach dem Tod in neue Menschen, Pflanzen, Tiere verteilt werden?"

Wo man genau nach der Wiedergeburt landen könnte habe ich mir noch nicht genau überlegt und habe ehrlich gesagt auch keine Idee dazu ^^

"Was ihr in eurem Leben nach dem ersten LSD-Konsum verändert habt, ob ihr euch vom Charakter her geändert habt ect"

Es hat mir verständlich gemacht, wie das Leben funktioniert, was ich bei dem Trip meinen Kollegen die dabei waren die ganze Zeit versucht hab zu erklären. Allerdings habe ich keine Worte dafür finden können und bin daran fast durchgedreht. Ein Beispiel ist, das Neutronen, Protonen usw. nicht die kleinsten Teilchen sein können, da es kein kleinstes Teilchen geben kann! In ihnen muss sich ja auch noch was befinden und darin auch noch etwas und darin wiederum noch etwas. Wenn man dieses Prinizip immer weiter führt hat man unendlich Möglichkeiten was darin sein könnte und unendlich = alles. Das bedeutet in allem was wir kennen ist alles drin und somit existiert alles. Das lässt sich auch noch in die gegenteilige Richtung erklären, aber dafür bin ich jetzt zu müde...Diese verwirrende Konstelation führt im Endeffekt dann dazu das wir zu dem Entschluss kommen ---> Es existiert alles, aber auch nichts O_o An meinem Charakter hat sich eigentlich nichts geändert, nur wie zu erkennen an meinen Denkmustern.

"Wie denkt ihr über Drogengesetze an sich?"
Man sollte jede Droge genauer untersuchen lassen um genau herauszufinden welche, wieviel und zu welchem Zeitpunkt sie in der Medizin verwendbar ist. Einige Substanzen zu einem stark kontrollierten Verkauf freigeben und eine vernünftige Drogenaufklärung im Jugendalter sollte ebenfalls vorgenommen werden.

"Sollte ein freier Mensch, nicht selbst wissen, was er seinem Körper
zuführt ohne dabei in irgendeiner Form einem anderen Menschen zu
schaden?"

Das sehe ich genauso, allerings wäre eine Aufklärung extrem wichtig, damit die die sich für Drogen entscheiden diese nicht unterschätzen und an Psychosen oder einer Sucht erkranken.

"Sollte man nicht alle Drogen legalisieren? Warum ja? Warum nein?"

Jede Droge hat seine Vor- und Nachteile. Ich glaube kaum das es auch nur eine gibt die bei sachgemäßem Gebrauch dem Menschen schaden kann. Das man alle Drogen legalisieren sollte ist wenn man sich genug mit dem Thema befasst und Erfahrungen gesammelt hat die einzige logische Schlussfolgerung. Nur leider gibt es immer wieder welche die einfach nicht in der Lage sind damit umzugehen, dann als Drogenopfer in einer Doku landen und den Zuschauern nur die Schattenseiten des Rausches zeigen.

Genauer gehe ich hier jetzt nicht mehr auf deine Fragen ein, aber ich denke ich habe alles schon ziemlich ausführlich beantwortet. Ich hoffe ich habe dir helfen können dir genauere Meinungen über das Thema Drogen bilden zu können :)

Kommentar von DerNutzlose ,

Danke für die Antwort. Genau. Drogengesetze sollten mit Fakten erstellt werden und nicht mit Verunglimpfung!

Kommentar von Madmoisele ,

Hallo!

Mit sehr grossem Interesse habe ich Ihre Antwort gelesen und stimme auch grösstenteils zu. Nur Ihre Ansicht des Suchtpotentiales kann ich nicht teilen.
Als Beispiel möchte ich eine heutige Droge nehmen (Name fällt mir nicht ein), deren erstmaliger Gebrauch schon süchtig machen kann. Der Konsument hat in diesem Falle absolut keine Wahl. Und nicht die Chance "damit umzugehen". Von daher ist das staatliche Verbot schon richtig. Nur bezweifle ich die heheren Ziele des Staates.

Nach vielen Lebensjahren möchte ich den Umgang mit jedweder (!) Droge als "Russisches Roulette" bezeichnen, bei dem niemand weiss, in welchem Joint, welchem Sniff, welcher Spritze oder welchem Glas, der böse Geist steckt, der ab dann immer mehr haben will.

Dem zu entgehen gibt es nur eine Chance: Den Revolver liegen zu lassen und die Welt so zu ertragen, wie sie leider nunmal ist.

LG

MADMOISELE

Antwort
von seife23, 20

Also ich muss vorher sagen, dass ich noch kein LSD konsumiert habe und dies auch nicht auf meiner Liste steht. Hoffe du kannst aber trotzdem etwas mit meiner Antwort anfangen, wenn nicht "I'm sorry", allerdings kenne ich mich ein wenig mit Psilocybin, 2C-B, LSA, DMT und Salvia Divinorum aus und muss das Resume ziehen, dass ich einer der Menschen bin die hauptsächlich auf die Optiken stehen. Wenn ich Psychedelika konsumiere, entsteht in meinem Kopf meist ein Chaos in dem ich alle Gesetze der Existenz vergesse und nur das wahrnehme, was im Moment geschieht. Ich kann über nichts anderes nachdenken als das, was ich gerade erlebe und wenn ich mir Fragen über die höheren Dinge stelle, verliere ich mich in endlosen Konstrukten aus Möglichkeiten und das macht mir meistens Angst.

Die Fragen die du zum Thema "Tod" stellst, wird die Menschheit vermutlich nie ganz beantworten können, aber mein Gedanke ist, dass Energie laut den Gesetzen der Physik nicht verloren geht und irgendetwas muss nach dem Tod kommen. Das Gedächtnis und die Wahrnehmung sind so Komplex, dass es meiner Meinung nach zu einfach ist, sie nur als einen Mischmasch aus neuronalen Funktionen und Übertragungen abzustempeln. Ich selber zweifle eher an der Realität und dem Universum an sich, da mir das was ist als viel zu glücklich und Perfekt erscheint. Das gerade wir hier sind und die Chance haben ein Leben wie dieses so zu genießen erscheint unmöglich, wenn man sich die allgemeinen Bedingungen im Weltall anschaut. Das das Zufall sein soll - daran glaube ich nicht, aber jedem ist das ja selber überlassen.

Zu der anderen Frage: Ja ein Mensch sollte sowas selber entscheiden dürfen ohne Frage. Ich finde ein Nein in dieser Fragestellung nicht akzeptabel, wenn man sich die Freiheit des Menschen anschaut.

Kommentar von seife23 ,

Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass ich bei meinen Salvia-Trips oft das Gefühl hatte, es würden mehrere Ebenen mit mehreren Achsen (mehr als X/Y/Z) in einem Raum existieren. Das ganze ging so in Richtung Multiversum und Paralleluniversen. Es wäre doch denkbar, dass solche Ebenen existieren und es so z.B. Ebenen gibt, auf die die Energie des Lebens nach dem Tod schwindet und dort eine neue Existenz ergründet.

Kommentar von DerNutzlose ,

Auf LSD seh ich manchmal eine Scheibe, die sich durch die Welt zu bewegen scheint. Also so wie beim Saturn, nur das die Scheibe aus unterschiedlichen Farben besteht, wie Laser durch Wände geht, dass die Scheibe aus Netze besteht, die die Welt umfassen und um alles kreist. Wie ein Seelennetz oder so ähnlich. Aber meistens sehen viele Leute unterschiedliche Dinge. Wer kann schon sagen, dass die eine Vorstellung richtig ist und die andere Falsch. Genauso wie das, was bis jetzt bewiesen wurde, kann durch andere Verfahren immer noch später widerlegt werden. Ist dann die Wahrheit nicht nur ein lächerlicher Konsens herrschender Mehrheit?

Kommentar von seife23 ,

Ja davon kann man wohl ausgehen. Selbst Dinge die wir zu 100% bestätigen (mittels Wissenschaft) müssen letztlich nicht so sein, denn Fakt ist nur, dass wir selber gar nicht wissen, was real und was unreal ist, denn wir kennen ja auch nur diesen einen (unseren Lebens-)Zustand. Gingen wir davon aus, dass unser Leben ein einziger Traum wäre, würden vielleicht damit auch alle wissenschaftlichen Errungenschaften in der tatsächlichen "Wirklichkeit" an Wert verlieren. Wir wissen viel und letztlich doch gar nichts!

Kommentar von DerNutzlose ,

Jo stimmt eigentlich :D

Antwort
von BigQually, 27

Ich versuche jetzt mal so viel wie möglich zu beantworten:

"Gibt es eine Seele?" - Ich denke schon, jedoch nicht das "Seelenbild" wie etwa aus verschiedenen Religionen, sondern die Seele ist einfach nur der jeweilige Mensch in der Ursprungsform.

"Werden unsere Seelen neu verteilt nach dem Tod?" - Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es macht eigentlich nicht wirklich einen unterschied da man nichts vor der Geburt weiß. Vielleicht erwartet uns etwas nach dem Tod und erklärt uns, dass wir wiedergeboren werden - oder eben nicht.

"Was kommt nach dem Tod?" Ich weiß nicht was kommt, aber ich weiß, dass wir es nicht zu fürchten haben.

"Abgehen auf LSD" - Ich benutze es zum Lernen, aber auch um die Visuals zu genießen und mit Freunden in tiefe Gespräche zu versinken. Es ist schwierig das genau in Worte zu fassen :D

"Was habt ihr in eurem Leben nach dem 1. mal LSD verändert?" - Gar nichts. Grosse Veränderungen kamen erst nach dem 3. mal was eine Psychose von mir geheilt hat und gleichzeitig mir gezeigt hat, dass ich mit den falschen "Freunden" rumhänge.

"Grundlegende Charakterveränderungen?" - Ich habe gemerkt wie ich immer mehr objektiver wurde, gelassener und auch weniger Probleme habe mich zu äußern. Ich bin viel ehelicher geworden und bin allgemein ein "besserer" Mensch geworden.

"Drogengesetze ja nein?" - Drogengesetze gehören komplett abgeschafft. Es soll jedem freistehen, sich selbst zu schädigen solange er keinem anderen schädigt. Die Forschung soll nicht behindert werden, genauso wie der freie Willen jedes einzelnen Menschen.

"Alle Drogen legalisieren?" - Ja! Auch Heroin, auch Methamphetamin und auch all die anderen "noch so bösen" Drogen.

Hoffe ich konnte dir wenigstens ein paar Fragen beantworten :)

Kommentar von IsiGoing1337 ,

Es ist schwierig zu diskutieren wenn du alles schon so schön beantwortet hast. Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich die Angst vor dem Tod durch LSD verloren haben und ich mich darauf freuen kann. Doch meine Zeit ist noch nicht gekommen.

Ich hatte ein ziemlich heftiges Erlebnis wegen LSD. Ich bin durch den Himmel und die Hölle gleichzeitig gegangen. Ich bin übrigens der Meinung, dass es keine Hölle gibt. Die Formulierung also nur zur Versinnbildlichung meiner Erfahrung. 

Ich habe mich danach oft gefragt "Was ist der Sinn meines Lebens?" "Was ist der Plan des Universums? Gibt es überhaupt einen?" Ich bin sehr spirituell und habe Fragen auf die es keine Antwort gibt. Beziehungsweise gibt es ganz unterschiedliche spirituelle Erklärungen die Welt zu betrachten. Ich bin auch der Meinung das Spiritualität und Wissenschaft zusammen passen. Zum Beispiel Energie. Schwingungen, Biochemische Stoffe, Gefühle all diese Dinge existieren. Wir können sie vielleicht nur noch nicht messen weil wir nicht die Instrumente dafür haben. Tiere spüren Dinge, die wir meiner Meinung nach größtenteils verlernt haben zu spüren.

Ich bin zu der Auffassung gekommen, dass das Paradies von dem viele Religionen sprechen hier auf der Erde ist und das wir aus dem Paradies gefallen sind als wir uns vom Affen zum Menschen entwickelt haben und daher die Verbindung zur Natur verloren haben (Erich Fromm). Einen Weg dem wir immer noch folgen. 

Vielleicht schaffen wir es irgendwann in Harmonie mit uns Selbst, allen Lebewesen und der Erde zu leben. Ich wünsche es mir von ganzem Herzen.

Kommentar von BigQually ,

Ich habe nicht durch LSD die Angst vor dem Tod verloren sondern durch Ketamin, aber LSD hat mir erst die Chance für Ketamin gegeben :)

Kommentar von DerNutzlose ,

Danke für die Antwort. Gute Ansichten meines Erachtens. Auch ich finde, dass ich seit dem Konsum von LSD viel gelassener bin und einfach auch glücklicher, aktiver und mich selbst mehr akzeptiere. Bei mir haben sie auch eine (drogeninduzierte) Psychose festgestellt, als ich auf Entzug war. (verschiedene Substanzen) Wie merkst du, dass die Psychose vollkommen vorbei ist? Zur Zeit fühl ich mich eigentlich ganz wohl und bin weitestgehend zufrieden mit allem. Kann es sein, dass die Psychose schon vollkommen vorbei ist? Kann man sie überhaupt richtig wegbekommen? (Diagnose Psychose vor einem Jahr) Ich finde es auch krass, dass die ganzen Medikamente gegen die Psychose kaum Effekte hatten und dann nimmt man LSD und fühlt sich nachhaltig besser. Ich finde seit ich LSD nehme, dass ich immer mehr die Person werde, die ich war, bevor ich mit den ganzen Substanzen angefangen hab. Nehme es zur Zeit in Form von Microdosing und ab und an auch als Peak. Nimmst du auch nur die Mikrodosis wenn es ums lernen geht? Oder lernst du auf nem richtigen Trip? Falls du beides schon probiert hast, welche Aktion bringt bessere Effekte? Also ich Konsumiere alle 3-4 Tage. Also zum Beispiel Montag ein Stückchen und Donnerstag eins (1/5 von einer 100ug Pappe) und komm damit sehr gut klar. Da leider noch zu wenig über Microdosing bekannt ist, ist es schon riskant denke ich, weil man eventuelle Langzeitfolgen für die Psyche nicht kennt. (durch das Verbot) Wie dosisierst du? Beim Lernen/Arbeiten? Beim tripen? Ich finde auch das man alle Drogen legalisieren sollte, dafür könnte ich wer weiß wie viele Gründe finden. Alleine keine Streckmittel mehr, man wird nicht in kriminelle Machenschaften mit reingezogen. Mafia und Dealern wird der Markt genommen und vorallem JUGENDSCHUTZ. Ich will mir gar nicht ausmalen, was ich hätte erreichen können, hätte ich nicht mit 13 angefangen mit kiffen und dann das und das :D Alleine schon die Lebensjahre die ich durch Streckmittel verschenkt habe, will ich mir nicht ausrechnen und das alles nur, weil es die da oben nicht war haben wollen oder dürfen, wer weiß schon wer in Wirklichkeit die Fäden zieht. (Pharma, andere profitgeile Konzerne)

Kommentar von BigQually ,

Ich habe seit Februar keine Symptome der Psychose mehr, bin offiziell gesund und auch sonst merke ich davon nichts mehr (kann aber sein, dass es bei übermäßigen Graskonsum und schlechten Setting nochmal zurückkommt).

Microdosing wollte ich auch mal ausprobieren, aber ich bin noch nicht dazu gekommen.

Und wegen Jugendschutz: Meine erste Erfahrung waren 2 unbekannte LSD-Pappen mit 15 in schlechtem Setting. Ist nicht schief gelaufen, aber das sollte zu denken geben was das Verbot macht..

Kommentar von DerNutzlose ,

@BigQually

Kommentar von DerNutzlose ,

@IsiGoing1337 Das hoffe ich auch! Einfach das dieser Neid, Hass, die Profitgeilheit, das Ausgrenzen von anderen und dieses "ich hab was, ich bin was" (wer hat, der kann Prinzip, dass uns ja in der Kita bzw. Schule schon vorgelebt wird verschwindet. (Noten, Bildungsgrad) Bevor das jedoch jemals dazu kommt, wird sich der Mensch wahrscheinlich samt Planeten selbst vernichten. Als Kind/Jugendlicher war ich zwar auch nicht der netteste aber jetzt verstehe ich, dass es am Ende auch nichts bringt, wenn man sich über andere zu stellen, nur um besser dazustehen.

Kommentar von IsiGoing1337 ,

Ich muss erst einmal verarbeiten was du da geschrieben hast. (Woooottt? oO) Ziemlich interessant, dass Experiment was du gerade durchführst. 

Da ich in meinem "Unfall" das Gefühl habe, dass ich wie Obelix in einen Topf voll Zaubertrank gefallen bin, habe ich seitdem kein LSD mehr zu mir genommen. Ich frage mich halt wie ich auf dem Trip damit umgehe. Im Grunde genommen glaube ich, dass ich es gut vertragen werde aber ich glaube es ist berechtigt kleine Ängste zu haben. Ich würde es glaube ich nur wieder nehmen wenn ich draußen in der Natur bin, mit meinen Freunden, mich wohlfühle und mir denke "Ja man... der Zeitpunkt ist gekommen".

Zurück zu deinem Experiment. Ich weiß nur, dass beim LSD Konsum deine natürlichen Filter vom Gehirn ausgeschaltet werden und du viel mehr aufnimmst als normaler weise. In einem Experiment mit Ratten wo sie ihnen täglich LSD gegeben haben (Dosis keine Ahnung) sind alle psychisch krank geworden. Paranoid, unheimlich gestresst und ungesellig.

Ich finde es ziemlich interessant, dass du mit microeinheiten arbeitest. Du solltest dir unbedingt ein Instrument holen / erarbeiten indem du deinen Geisteszustand beurteilen kannst. Ich will nicht, dass du verrückt wirst. 

Ich bin gerade hin- und her gerissen ob ich es ultra geil finden soll was du tust oder ob ich Angst um dich haben soll aber du scheinst mir dich gut reflektieren zu können. Ich weiß, dass geht mich einen feuchten Dreck an.

Kommentar von BigQually ,

Wegen den Ratten: Set & Setting spielt eine Rolle. Man dachte anfangs Sucht kommt wegen der Substanz, aber man hat bei den Experimenten die Ratte alleine in den Käfig getan, statt sie mit Partnern in ein Ratten-Paradies zu stecken. ;) 

Kommentar von DerNutzlose ,

Ich finde es erstaunlich, dass ein Wildfremder sich um mich sorgen macht, dafür bin ich dir dankbar, weil in Drogenkreisen kann man sowas nicht leicht finden.(bzw. nur geheuchelt) Aber keine Sorge, ich habe mit 13 Angefangen mit kiffen (bis heute), mit 16 ein Jahr lang regelmäßig Meth genommen und eigentlich so gut wie alles ausprobiert, außer Heroin. Habe wahrscheinlich durch meth eine Psychose bekommen. (Also ähnlich dem, was die Ratten nach häufig LSD hatten nur noch mit Halluzinationen) Und ich finde, seit ich LSD nehme (hatte vor Diagnose Psychose keine Erfahrung mit LSD) das es mir einfach besser geht als so. Die Tabletten vom Arzt hatten kaum einen Effekt gegen die Psychose. Auf jeden Fall muss ich sagen, dass es mir deutlich die Lebensfreude zurückbringt.

Kommentar von DerNutzlose ,

Zum Rattenexperiment: Klar haben sie die alleine in Gefangenschaft gehalten, um wieder mal zu zeigen, wie schlimm doch die ganzen Drogen sind. Man brauch sich nur Vorstellen, was mit einem Menschen passiert, wenn er auf einer hohen Dosis LSD in einen kleinen Käfig gesteckt wird und von riesigen Monstern die ganze Zeit beobachtet wird. Logisch, dass da nur schlechte Effekte bei rauskommen. Einfach nur dämlich. Und das sage ich als Hauptschüler. Da waren bestimmt Studierte und Professoren am Werk.

Kommentar von IsiGoing1337 ,

Ihr habt Recht. Kopf -> Tisch. Hätte ich auch drauf kommen können...

Kommentar von IsiGoing1337 ,

Als ich mit Drogen angefangen habe, war ich mit Menschen unterwegs die mir gezeigt haben, dass es dazu gehört sich um die Menschen um dich herum zu kümmern. Egal ob du sie kennst oder nicht.

Kommentar von DerNutzlose ,

Bei mir in der Gegend ist das leider ein bisschen anders. Viele Ichmenschen. :D

Antwort
von Madmoisele, 5

Wieso LSD oder sonstige Schönfärber? Wenn der Kick rum ist, ist alles genau so besch...ssen wie zuvor und dazu hat man einen ordentlichen Brummschädel. Also am besten gleich alles so nehmen wie es ist, es bleibt einem sowieso nichts anderes übrig.

Kommentar von DerNutzlose ,

Bei LSD hat man danach keinen Brummschädel, außer vielleicht wenn man Alkohol dazu konsumiert. Und es bleibt eben nicht alles wie vorher. Man versteht die Welt einfach besser (hat mehr Bezug zur Natur), man wird toleranter und weltoffener und man macht eine tiefe Reise in sein Innerstes und versteht sich selbst einfach besser. Ich kann nur sagen, wenn man was nicht selber ausprobiert, kann man sich keine Meinung dazu machen. Wenn jeder ein paar mal LSD nehmen würde, wäre die Welt schon viel besser. Ich würde LSD aber auch nicht jedem entfehlen, grade Leuten, die gern die Kontrolle behalten würde ich davon abraten. Ich akzeptiere diese Leute, die keine Drogen nehmen auch, warum wird man als Drogenkonsument im Jahr 2016 immer noch verurteilt? Bildet euch selbst eine Meinung und hört nicht darauf, was Vater Staat oder überhaupt andere Menschen sagen. Man muss seinen Weg für sich selbst finden, weil man im Endeffekt ja auch alleine stirbt.

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