Frage von Wahchintonka, 177

kann jeder mensch sagen und denken "ich bin ok - du bist ok"?

Antwort
von Prante, 42

Von den Vorraussetzungen her wäre das wohl theoretisch möglich. Es ist aber nicht so und ich habe nicht viel Hoffnung, dass es dazu kommen wird, dass einmal wirklich jeder jeden aktzepiert...

Wenn ich länger darüber nachdenke, kann ich selber das auch nicht...Einen Mörder, Attentäter, .... der keine Reue zeigt zu aktzepieren würde mir besipielsweise doch sehr schwer fallen....

Aber das ist ein groooooßes Thema, was nicht so einfach beantwortet werden kann. Für jeden einzelnen wäre es einfacher zu ebtrachten,w enn man diese Akzeptanz vielleicht noch auf ein bestimmtes Gebiet eingrenzen würde...

Kommentar von Wahchintonka ,

reue zeigen können wurde wohl niemanden in die wiege gelegt. wer kann, der kann

Kommentar von Prante ,

das ist als Zusatz zu Mördern etc gemeint und differenziert meine Aussage: einen Mörder, der Reue zeigt könnte ich leichter aktezptieren, als einen Mörder der keine Reue zeigt....

Kommentar von Wahchintonka ,

ok. es geht ja meistens nicht um Mörder, sondern um Leute, die wir aus den verschiedensten gründen nicht leiden können. umgekehrt mögen uns einige auch nicht. Dann gilt meistens: "Ich bin ok - du bist nicht ok"

Kommentar von Prante ,

Okay, wenn es um Leute gehen soll, die "wir aus den verschiedensten Gründen nicht leiden können", dann war die Fragestellung vielleicht ein wenig missverständlich oder zu allgemein formuliert...

Ich habe es eben nun so aufgefasst, dass es erstmal grundsätzlich um alle gehen soll...

Viel Erfolg beim Weiterforschen!

Antwort
von Barney123, 16

Hallo Wahchintonka,

Im Prinzip glaube ich, dass das geht. Aber:

Die meisten Menschen lernen in ihrer Erziehung, dass sie schlecht und böse sind, wenn sie bestimmte Erwartungen nicht erfüllen. Sie verinnerlichen diese Erwartungen und wenn ihnen dann im Leben jemand begegnet, der diesen Erwartungen nicht entspricht, dann können sie das in der Regel nicht mehr sagen. Das gelernte Verhaltensmuster verhindert das.

Aber so einfach ist das dann auch wieder nicht. Es gibt Menschen, die können das zumindest lernen. Anderen (nur gasnz wenige) wurde das von ihren Eltern vorgelebt, die haben das natürlich von Kindesbein an gelernt.

Ich gehöre zu denen, die das zuerst gelesen und in der Schue gelernt haben, jedenfalls war ich am Ende meiner Schulzeit da viel näher dran als Heute. Die Aussage kommt ja von einem Schüler von Dr. Eric Berne, thomas A. Harris. Er hat ein Buch so getitelt und das geht auf die Transaktionsanalyse zurück. Im Prinzip die gleiche Forderung kommt ja aus der Richtung der Gewaltfreien Kommunikation, dort wird es Empathie geben" genannt. Lydia Benecke beschreibt, wie sie mit dieser Einstellung Zugang zu Straftätern bekommt um diese dann zu therapieren. Ich glaube, diese Einstellung ist die Grundlage, um die Menschen überhaupt zu erreichen und um Veränderung zu ermöglichen.

Aber ich muss Dir sagen, durch meine Erfahrungen bin ich von dieser Einstellung heute weiter weg, denn je. Ich habe verstanden, dass diese Einstellung richtig ist. Ich glaube aber nicht, dass sie bedeutet, dass ich deshalb jedes Verhalten eines anderen gut und richtig finden muss. Es geht darum, zu verstehen, wie jemand zu seinen Einstellungen und seinem Verhalten kommt, nicht darum, dieses gut und richtig zu finden. Diese Einstellung ist die Basis für Respekt und toleranz. Mir hilft dabei, mich mit den Sozialwissenschaften beschäftigt zu haben, und nun intellektuell verstehen zu können, wie und warum die einzelnen Menschen so sind und werden wie sie individuell nun einmal sind. Das hilft verstehen, und dann ist es nicht mehr notwendig zu verurteilen oder überhaupt zu urteilen. Ich bin überzeugt davon, dass das richtig ist. Intellektuell habe ich das absolut verstanden. Aber aufgrund meiner Erfahrungen bin ich gefühlsmäßig davon Heute Lichtjahrtausende weg.

Leider führt das dann dazu, dass ein Gespräch auf Augenhöhe nahezu unmöglich wird. Wenn mir jemand auf Augenhöhe begegnet, also mit Achtung und Respekt, habe ich damit überhaupt kein Problem. Leider meinen die meisten Menschen, sie wären etwas Besseres und müssten mir sagen, was ich zu tun und zu lassen habe. In der Transaktionsanalyse bedeutet das, dass sie aus dem Eltern-Ich mein Kind-Ich ansprechen. Wenn ich dann als erwachsener Mensch aus dem Ich antworte, ist da schon ein Konflikt. Das erklärt die Transaktionsanalyse ganz genau. Das ist ihre ursprünglichste Aussage. Wie ich Andere dazu bringe, mich als erwachsenen Menschen zu sehen? Wie ich sie dazu bringe, aus dem Erwachsenen-Ich zu mir zu sprechen? Ob sie das überhaupt jemans gelernt haben? Ob sie das wollen? Ob sie die Überlegenheit der Gemeinschaft und die Sicherheit, die das Eltern-Ich ihnen vermittelt brauchen, um nicht selbst für ihr Verhalten und ihre Einstellungen gerade stehen zu müssen? Kann alles sein. Es scheint sogar eher so zu sein, es ist wohl sogar die Erklärung. Um das Dilemma zu lösen, müsste ich wohl eine Lehranalyse machen. Leider fehlt mir dazu die Begabung.

Also Du siehst, allein zu wissen, dass diese Einstellung richtig ist, ja noch nicht einmal die feste Überzeugung, reichen bei weitem nicht aus, sie auch leben zu können. Dass dies einmal alle Menschen so leben zu können, halte ich für eine Utopie. Aber ich bin ganz sicher, dass das immer mehr werden, denn mittlerweile ist Gewalt, und zwar psychische, wie auch physische in der Erziehung verboten, und damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschen in Zukunft weniger Ballast aus der Kindheit mit ins Erwachsenenalter aufgepackt bekommen. Es ist schon viel besser geworden, und ich bin sicher, das wird so weitergehen.

Der Gedanke ist übrigens schon uralt: Die christliche Nächstenliebe. Sie wurde nur immer autoritär gefordert. Und dann kann es nicht funktionieren. Nur das Verständnis der Zusammenhänge kann dies ermöglichen. und dieses Verständnis liefern die modernen Sozialwissenschaften. Aber wie viele schimpfen über den Psychokram und die _Sozialwissenschaftler überhaupt? Wie viele , oder besser warum haben so wenig Lehrer das verstanden, obwohl sie das studiert haben? Ganz einfach, es ist ein Paradigma zur Autoritären Erziehung.

LG

Kommentar von Wahchintonka ,

ja, meine frage stellte ich aufgrund des Buchtitels von harris: "Du bis ok - ich bin ok"....Utopie?...Aber selbstverständlich!....Denn weder du, barney 123 noch ich, wahchintonka sind ok! Und der Rest der Welt kann es natürlich auch nicht sein. Das ist die logische Schlussfolgerung. Alles andere bleibt Utopie.

Kommentar von Barney123 ,

Doch Wahchintonka,

Die Grundeinstellung ist nämlich, dass nur wenige Menschen, Psychopathen z.B. wirklich böse sind. Psychopathie deshalb, weil noch nicht klar ist, woher die kommt. Jedenfalls ist mein Wissensstand, dass das noch nicht genau geklärt ist. Es gibt Ansatzpunkte.

Und der Rest der Menschen handeelt nach einem meist unbewussten Programm. Es ist Heute möglich, sich damit auseinanderzusetzen und dazuzulernen, wie man selbst tickt. Und damit kann jeder immer mehr Verantwortung für sein Leben übernehmen. Unsere Christliche Tradition geht aber von den Kindern Gottes aus, und da ist eigenverantwortung erst einmal nicht vorgesehen. Und deshalb haben die wenigsten Menschen das gelernt. Und natürlich machen sie Fehler und viele ordnen sich lieber einem Führer unter, als dass sie selbst Verantwortung übernehmen. Weil sie es nicht anders gelernt haben. Aber seit die alten Strukturen des Feudalsystems aufgebrochen sind, ist es möglich, dass jeder selbst Verantwortung übernimmt. Aber die Menschen müssen das noch lernen.

Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Menschen nicht von Natur aus böse sind. Sie machen viele Dinge die falsch sind, grottenfalsch. Und sie tun anderen Menschen grob unrecht und machen vielen Menschen das Leben zur Hölle. Und dabei denken sie auch noch, sie würden etwas Gutes tun. Dieser Mechanismus ist durchaus bekannt. Das nennt sich Rationalisieren - es gibt noch weitere Möglichkeiten die Realität  nicht zu sehen und die Verantwortung für sein Leben nicht zu übernehmen. 

Aber es gibt letzen Endes nur eine Möglichkeit damit umzugehen:

Jeder muss erkennen, dass niemand in böser Absicht handelt. Nur dann ist es möglich genau hnzusehen was geschieht. Nur dann ist es möglich zuzugeben, dass da ein Fehler passiert ist. Und nur wenn jemand zugegeben hat, dass er einen Fehler gemacht hat, kann er einsehen, dass er etwas falsch gemacht hat, kann sich entschuldigen und in Zukunft besser handeln und die Fehler vermeiden. Es ist eine grundlegende menschliche Eigenschaft, dass kein Mensch perfekt ist und Fehler macht. Aber nur die Menschen, die immer wieder mit voller Absicht, in vollem Bewusstsein anderen Menschen schaden, nur die sind wirklich schlecht!

Ich habe meine Fehler, genauso wie jeder andere auch. Aber ich gebe mir große Mühe, anderen Menschen nicht zu schaden. Und ich bin überzeugt, das gelingt mir sehr gut. Deshalb bin ich OK. Und in diesem Bewusstsein, kann ich jeden Morgen mit ruhigem Gewissen in den Spielgel schauen - mein Aussehen spielt dabei nicht die geringste Rolle! Mehr kann man von einem Menschen nicht erwarten -aber das erwarte ich auch von Anderen!

LG

Kommentar von Wahchintonka ,

sei froh, dass du in der lage bist, dir mühe zu geben, anderen nicht zu schaden. doch auch der, der sich aus den verschiedensten gründen in dieser komfortablen  lage nicht befindet, ist auch ok., selbst wenn er einen ganz anderen eindruck hinterlässt. Denn, wer weiß, was alles dahintersteckt! Was du, barny 123 von anderen auch erwartest, mag ganz selbstverständlich und gerechtfertigt zu sein, ist aber bei genauerer Betrachtung nicht weniger Utopie wie die aussage "du bist ok. - ich bin ok."

Kommentar von Wahchintonka ,

... und dann gibt es ja noch die 3 anderen varianten, die da lauten: "ich bin ok - du bist nicht ok........ich bin nicht ok - du bist ok........du bist nicht ok. - ich bin nicht ok."   Welche Behauptung, barny 123, gefällt dir von allen vieren nun am besten?

Kommentar von Wahchintonka ,

Oder anders gefragt: Welche von an allen vieren ist die realistischste?

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Wahchintonka,

So wie Du das hier angehst, hast Du es wohl nicht verstanden!

Es geht hier nicht darum, ob das, was die Menchen machen, auch immer richtig und moralisch ist. Das ist ganz sicher nicht der Fall. Wie geschrieben, Menschen machen Fehler, Menschen werden sogar kriminell. Menschen begehen aus Hass Morde. Aber darum geht es nicht!

Die Transaktionsanalyse meint das ganz anders! Und eigentlich gehört das ja mittlerweile zum Grundwissen der Psychologie. Wie geschrieben kommt das aus ganz verschiedenen Richtungen und Denkmodellen. Und nein, ich muss mir keine Mühe geben, anderen nicht zu schaden, ich müsste mir Mühe geben und mich selbst überwinden, wenn ich Anderen schaden wollte. Und das ist gut so!

Die Psychologie meint das ganz, ganz anders: Wenn jemand genug von Psychologie und Soziologie versteht und genügend darüber weiß (BEIDES!), dann versteht er, wie das menschliche Verhalten und seine Einstellungen entstanden sind! So wissen die Psychologen und Psychiater ganz genau um die Ursachen z.B. des Verhaltens von Serienmördern. Das wird Heute durchaus verstanden und ist erklärbar! Damit ist es aber noch lange nicht akzeptabel und überhaupt gar nicht in Ordnung und überhaupt nicht tolerierbar! Verstehst Du den Unterschied? Irgendwann im Leben haben die meisten Serienmörder schreckliches erlebt und müssen nun das schreckliche was sie erlebt haben auf diese unsägliche Weise ausleben. Sie können ersteinmal nicht anders! Ob sie das lernen können ist eine andere Frage. Das ist damit gemeint.

Wenn Harris titelt "Ich bin OK - Du bist OK" dann geht er nicht vom Serienmörder aus, sondern von einem ganz normalen durchschnittlichen Menschen und wie wir aufeinander zugehen sollen, wenn wir uns das erste mal treffen und auch, wie wir weiter miteinander umgehen sollen.

Ich habe am eigenen Leib erfahren, was passiert, wenn die Menschen vollbeladen mit primitivsten Voruteilen auf mich  zugingen. Jedwedige Beziehung war vonn vorneherein gestört und es gab nie Hoffnung, daran irgendetwas zu ändern. Diese Menschen spielten eine Rolle, waren nicht Echt. Sie reagierten nicht auf mich, sondern so, wie ihnen aufgetragen war! Das machen normalerweise nur Psychopathen, die ihr eigenes Ziel verfolgen und denen andere Menschen völlig egal sind! Es bedeutet nichts anderes, als dass wir dem Anderen eine Chance geben, ihn kennenzulernen, und zwar so, wie er wirklich ist. Und im nächsten Schritt kommt nämlich weiteres: Wir Menschen sind nicht perfekt. Etwas Anderes wäre unmenschlich! Und wenn dann aus irgendwelchen Gründen Schwierigkeiten auftauchen, ist es hilfreich, erst einmal davon auszugehen, dass der Andere das nicht mit böser Absicht gemacht hat. Das ist durchaus die Regel in unserer Gesellschaft. Und dann macht das auch Sinn! Und es ist durchaus richtig!

Ich selbst habe da etwas ganz anderes erlebt. Und das hat mit der allgemeinen Realität in der Welt nichts zu tun. Das was ich erlebt habe, war eine vollkommene Scheinwelt. Früher hätte ich nie geglaubt, dass so etwas überhaupt möglich ist! Diese Menschen haben durchaus, genauso wie Psychopathen eigene Ziele verfolgt. Es gibt da mehrere Möglichkeiten. Aber eines ist sicher: Edle Motive hatten die garantiert nicht!

LG

Kommentar von Wahchintonka ,

vielleicht habe ich es in vieler hinsicht nicht verstanden. trotzdem: welche von den 4 varianten gefällt dir am besten (ohne es zu begründen) oder käme für dich persönlich am ehesten in betracht. 

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Wahchintonka,

Diese Frage ist bereits eindeutig beantwortet. Lies einfach noch einmal meine Antwort durch.

LG

Antwort
von michi57319, 61

Jetzt wird es kompliziert:

Ich kann sagen "du bist okay", aber deshalb mag ich dich trotzdem nicht.

Kommentar von Wahchintonka ,

ich mag keinen kamillentee, trotzdem finde ich ihn ok

Kommentar von michi57319 ,

So war es gemeint ^^

Antwort
von SLS197, 17

Nein das kann nicht jeder Mensch sagen 

Kommentar von Wahchintonka ,

kann es jeder wenigsten lesen (mit Ausnahme von Analphabeten)?

Antwort
von Wahchintonka, 3

diejenigen, die gerade mitten im hass stehen, können natürlich nicht  sagen, geschweige denn denken "ich ok. - du ok." Sie denken nur: "ich, ich, ich ok."....oder irre ich mich da?

Antwort
von Lavendelelf, 110

Ich kann beides sagen seit meinem zweiten Lebensjahr.

Kommentar von Wahchintonka ,

stark

Kommentar von Lavendelelf ,

Zumindest stärker als deine Fragestellung.

Kommentar von Wahchintonka ,

wie hätte ich sie stärker formulieren können?

Kommentar von Lavendelelf ,

Es geht dir wohl darum, dass jeder Mensch sich selber und andere so akzeptiert wie er/sie ist.

Wenn du das so meinst finde ich das super. Aus deiner Frage ist das aber wirklich sehr schwer zu verstehen.

Wenn du dich klarer ausdrücken möchtest in deiner Fragestellung, denke einfach mal darüber nach wie du das machen könntest, wie du besser verständlich fragen könntest. 

Das wirst du schaffen, denn dumm bist du ja nicht.

Kommentar von Wahchintonka ,

meinst du, dass es möglich ist, dass jeder jeden so akzeptiert, wie er ist?

Kommentar von Lavendelelf ,

Möglich ja, aber sehr unrealistisch.

Kommentar von Jumik85 ,

Mit zwei konntest du schon sprechen? Wow ein Wunder. Das konnte bisher nur Jesus und das sogar direkt nach der Geburt. Respekt.

Kommentar von Jumik85 ,

Zur Frage: ist unmöglich. Akzeptanz und Tolleranz kann man jmd nicht einbläuen. Menschen können sich ändern. Aber nur von selbst (Einsicht)

Kommentar von Wahchintonka ,

durch Konditionierung kann man vielleicht doch jemanden allmählich an etwas heranführen

Kommentar von Lavendelelf ,

Durch Konditionierung ... - Damit überforderst du Jumik85

Kommentar von Wahchintonka ,

er erhält eine Belohnung, dann könnte es klappen

Antwort
von FelinasDemons, 40

Bist du ein Troll oder warum stellst du hier so hohle Fragen?

Kommentar von Wahchintonka ,

hausaufgabe für dich

Kommentar von FelinasDemons ,

Okay, ja bist du...

Kommentar von Wahchintonka ,

bin ich auch ok für dich? guten morgen!

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