Frage von apfel712, 25

kann ich während laufender Kündigungsschutzklage selbst (fristgerecht) kündigen wenn ich einen neuen Job habe?

ich befinde mich derzeit im Krankenstand, bis Ende des Monats zahlt noch der Arbeitgeber, dann nach 6 Wochen die Krankenkasse. Am vierten Tag meiner Arbeitsunfähigkeit erhielt ich die Kündigung meines Arbeitgebers (laut Datum geschrieben am Tag meiner telefonischen Krankmeldung, dem ersten Tag) Der Anwalt hat Kündigungsschutzklage eingereicht, ich wollte eine Weiterbeschäftigung, eventuell mit bezahlter Freistellung, bis zum Ende der Befristung am 31.12.16 erreichen. Eine weitere Arbeit dort kommt aufgrund von Mobbing für mich nicht in Frage. Der Gütetermin ist nun am 7.11.16. Jetzt habe ich durch einen Zufall ein Jobangebot bekommen, bei dem ich Ende Oktober zu Ende November mit der gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen müßte um am 1.12.16 dort anzufangen. Kann ich während eines laufenden Kündigungsschutzverfahrens, vor dem Gütetermin kündigen oder entstehen mir dadurch irgendwelche Nachteile, zum Beispiel vor allem finanzieller Art?? Ich möchte halt dort auf gar keinen Fall mehr arbeiten und würde ja auch die drohende Arbeitslosigkeit ab spätestens 01.01. 2017 vermeiden. Allerdings wäre der neue Job leider ein Job mit weniger Stunden, so zwischen 12 und 19 Stunden wöchentlich und ich müßte ergänzend erst mal noch Hartz 4 beantragen, da zu wenig Einkommen, aber das ist eine Firma wo ich dann eventuell auch zu einem späteren Zeitpunkt mehr eingesetzt werden kann und sonst auch wären dort die ganzen Rahmenbedingungen super, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, tarifliche Bezahlung, (ich habe fast 40 Jahre Berufserfahrung und würde endlich mal nicht nur 8,50 Euro bekommen, sondern den mir tariflichen Lohn von ca.14 Euro) ABER.... das Geld würde halt aufgrund der wenigen Stunden nicht reichen..... ich weiß halt nicht ob die mir die Hartz4 Zahlung auf dem Amt ablehnen mit der Begründung ich sollte mir einen Vollzeitjob suchen, um nicht aufstocken zu müßen......

Antwort
von schleudermaxe, 25

.... dann hat sich ja das Verfahren erledigt und worin liegt dann der Sinn, wenn Dein Anwalt auch noch die Hand aufhält?

Gute Besserung, ich fürchte, Kranke werden nicht eingestellt.

Antwort
von Samika68, 24

Es ist möglich, auch während der Kündigungsschutzklage ein neues Arbeitsverhältnis einzugehen - allerdings bringt Dir das den Nachteil, dass Dir ein Ersatz des Lohnausfalls dann nur für die Zeit zwischen der Entlassung und dem Beginn des neuen Arbeitsverhältnisses zusteht (falls Du den Prozess gewinnst).

Du musst auch umgehend nach Urteilsverkündung deutlich machen, dass Du auf eine Weiterbeschäftigung im alten Betrieb verzichtest - oder den neuen Job kündigen.

Bedenke bitte, dass die Aufstockung mit Hartz IV nicht abhängig von der Stundenzahl, sondern vom Einkommen ist.

Liegt Dein monatliches Einkommen mit dem optional zur Verfügung stehenden Job über einem bestimmten Betrag (dazu gehören auch Urlaubs- oder Weihnachtsgeld und andere Einkommensarten!), bekommst Du keine Zusatzleistungen vom Amt.

(Hierzu gibt es Infos vom JobCenter und diverse "HartzIV-Rechner" im Netz)

Es ist m. M. nach auch nicht erstrebenswert einer Beschäftigung nachzugehen und zusätzlich auf's Amt angewiesen zu sein.

Überlege Dir das genau und lasse Dich am besten vorher gut beraten!

Antwort
von Ernsterwin, 7

Nach Deinen Angaben hast Du ein befristetes Arbeitsverhältnis (bis 31.12.). Ein befristetes Arbeitsverhältnis kann von jedem Vertragspartner nur gekündigt werden, wenn dies ausdrücklich im Arbeitsvertrag vereinbart ist. Möglicherweise hat Dein Anwalt deshalb zur Kündigungsschutzklage geraten.

Sollte also eine Kündigungsmöglichkeit im Arbeitsvertrag vereinbart worden sein, kannst Du kündigen - sonst nicht.

Etwas anderes ist, ob sich dann die Kündigungsschutzklage noch lohnt, wie Samika68 schreibt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community