Frage von minaba, 55

Kann ich vom mündlich abgemachten Verkauf, bei geleisteter Anzahlung zurücktreten, wenn der Käufer sich weigert zu meinen Bedingungen zu kaufen?

Hallo,

ich habe mein Auto zum verkauf online inseriert. Ein potentieller Käufer hat sich gemeldet und sich das Auto angesehen. Wir hatten uns auf einen Preis geeinigt und er hat 50 € als Anzahlung dagelassen, damit ich ihm den Wagen reserviere. (Kaufpreis 1500€).

Leider können wir uns nicht wegen der Übergabe einigen. Ich möchte das Auto nur abgemeldet übergeben. Der Käufer will aber keine Kurzzeitkennzeichen beantragen, um das Auto in eine andere Stadt zu überführen.

Anfangs hatten wir uns, auf Vorschlag des Käufers geeinigt, dass ich ihm das Auto an den Zielort fahre und dann die Kennzeichen mitnehme zur eigenständigen Abmeldung. Jedoch ist dies ohne Fahrzeugpapiere in unserem Zulassungsbezirk nicht möglich. Das wusste ich vorher nicht. Und weil sich das mit ihm so kompliziert gestaltet, möchte ich vom Verkauf zurücktreten.

Zudem ist er Inhaber einer Wetkstatt und behauptet, keine roten Schilder zu haben. Egal, was ich ihm vorschlage, er geht nicht darauf ein.

Wie komme ich aus der Sache raus, ohne rechtliche Konsequenzen.

Danke für eure Hilfe!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Genesis82, 15

Also ein Fahrzeug abmelden kannst du in ganz Deutschland nur mit den Papieren, weil dort die Außerbetriebsetzung notiert wird.

Zurücktreten kannst du von dem Verkauf jetzt nicht, denn anscheinend habt ihr nicht vereinbart, dass du das Auto nur abgemeldet übergeben möchtest. Es ist auch ein Irrglaube, dass jede Werkstatt rote Kennzeichen hat. Die sind verdammt teuer und werden von vielen Werkstätten so selten genutzt, dass sich das für sie gar nicht lohnt.

Wie kommst du jetzt am saubersten da raus? Du kannst das Auto trotzdem zum Käufer fahren und bei seiner Zulassungsstelle abmelden. Oder du nimmst die Schilder und Papiere mit und schickst ihm nach der Abmeldung die Papiere per Post zu. Einfach abmelden und dem Käufer das Problem überlassen würde ich nicht, denn wenn das Auto beim Kauf angemeldet war und nichts anderes vereinbart wird, dann wird davon ausgegangen, dass das Auto auch angemeldet übergeben wird.

Bei einer Werkstatt hätte ich selbst auch kaum Bedenken, das Auto angemeldet zu übergeben. Die haben einen Ruf zu verlieren und sind auch von dir leicht zu erreichen, anders als ein "anonymer" Privatkäufer. Halte die Übergabe mit Uhrzeit und Datum schriftlich fest und lass dir schriftlich geben, dass das Auto innerhalb von z.B. 3 Tagen abgemeldet werden muss. Das Schriftstück schickst du dann an deine Zulassungsstelle und deine Versicherung.

Kommentar von minaba ,

Der Herr hat wahrscheinlich nur ne Garage. Er wohnt in der selben Stadt wie ich. Arbeitet in einer anderen Stadt. Und hat die Garage wiederum in einer anderen Stadt. Deshalb kommt mir alles so komisch vor. 

Und es war abgemacht das Fahrzeug abgemeldet zu übergeben. Nur wollte der Herr, dass ich ihm das Fahrzeug auf einen IKEA Parkplatz fahre, in die Stadt, wo er seine "Werkstatt" hat. Er möchte mir nämlich nicht die Anschrift dieser Werkstatt geben. 

Er wollte mir auch nicht seinen Ausweis am Anfang geben, um die Daten für den Kaufvertrag aufzuschreiben.  Er wollte mir sie nur über Whatsapp schicken. Gemeinsam zur Zulassungsstelle will er ja auch nicht. Auch nicht in der Stadt, wo er das Auto haben möchte. Reichen diese Gründe nicht, um von dieser Vereinbarung zurückzutreten?

Wie auch immer. Ich habe den Herrn angerufen und gesagt ich möchte von der Vereinbarung zurücktreten. Er wollte das nicht. Jetzt hat er zugestimmt, dass ich es abmelde und er holt es mit einem Abschleppwagen ab.

Antwort
von Blumenacker, 27

Man hat bei jedem Vertrag 14 Tage Widerrufsrecht. Ohne Angabe von Gründen.

Ich würde dem Kaufwilligen die 50,00 € zurückgeben und von diesem Geschäft die Finger weglassen. Wahrscheinlich ( wenn er zudem auch noch Werkstattbesitzer ist) will er das Auto unmittelbar teurer weiterverkaufen. Dann aber mußt Du aus der Zulassungsgeschichte nachweislich komplett raus sein.

Ich habe das mal erlebt, daß einer ein von mir gekauftes Auto gleich wieder teurer weiterverkauft hat, ohne das Fahrzeug umzumelden. Da hatte ich dann Komplikationen mit der Zulassungsstelle.

Wenn Du dem o. gen. Käufer das Auto trotzdem verkaufen willst:  Ihr müßt einen schriflichen Kaufvertrag machen. Du meldest das Fahrzeug bei Deiner Zulassungsstelle ab und meldest denen den Namen und die Adresse des Käufers.

Übergabe der Fahrzeugpapiere erst nach Eingang des Kaufpreises!

Laß´Dir nichts anderes aufquatschen!.

Kommentar von minaba ,

Danke, von sowas gehe ich auch aus. Er möchte den Wagen Instand stezen und direkt weiterverkaufen. Ich hatte nämlich auch angeboten, die Hälfte der Kosten für Kurzzeitkennzeichen zu übernehmen. Das wollte er auch nicht.

Ich trete lieber zurück.

Kommentar von yamahafighter ,

Ein allgemeines Rückgaberecht gibt es nicht.

Kommentar von Genesis82 ,

Nein, es gibt in Deutschland kein 14 tägiges Rücktrittsrecht von Verträgen! Nur bei besonderen Fällen, z.B. Kauf im Internet oder bei Finanzierungen, hat man dieses Recht. Ansonsten: Ist ein Vertrag geschlossen, mündlich oder schriftlich, ist er einzuhalten.

Kommentar von Blumenacker ,

Ok. Danke, Genesis. Wußte ich nicht.

Antwort
von troublemaker200, 26

Du hättest Dir bei der Anzahlung direkt den KV unterschreiben lasse sollen vom Käufer.

Du verkaufst das Auto abgemeldet. Fertig. Wenn er sich nicht darauf einlassen will, gib ihm die Anzahlung zurück und fertig.

Lass Dir nix erzählen....

Kommentar von minaba ,

Danke. Das werde ich so machen.

Antwort
von imager761, 5

Von einem durch Anzahlung wirksamen geschlossenen KV kann man nicht zurücktreten, schon garnicht, weil man sich über die nachträglichen Übergabemodalitäten nicht einigen kann :-O

G imager761

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