Frage von eyekona, 59

Kann ich Unterhalt für meinen Ehemann von der Steuer absetzen?

Hallo, mein Ehemann studiert noch und sein BaFöG Antrag wurde mit der Begründung abgelehnt dass ich jetzt unterhaltspflichtig wäre. Ich verdiene ja nicht schlecht aber soooo viel, dass wir auf 600€ im Monat komplett verzichten können nun auch wieder nicht. Bekommt man da vielleicht bei der Steuererklärung Geld wieder für Unterhalt? Dann müsste ich die dieses Jahr nämlich das erste Mal machen (lassen?)...

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von ichweisnix, 30

Sofern keine gemeinsame Veranlagung erfolgt ja, das nennt sich Realsplitting. Es bringt natürlich steuerlich weniger Vorteile als die gemeinsame Veranlagung. Sofern sie nicht das ganze Jahr getrennt gelebt haben, ist die gemeinsame Veranlagung hier die bessere Alternative.

Bekommt man da vielleicht bei der Steuererklärung Geld wieder für Unterhalt? Dann müsste ich die dieses Jahr nämlich das erste Mal machen (lassen?)

Als Ehepaar müssen sie ohnehin ein Steuererklärung machen, es sei denn, sie verdienen gleich viel. Entweder sie haben Steuerklasse 3/5 dann ist es verpflichtend oder sie haben 4/4 dann verschenken sie ohne Steuererklärung Geld.

Dann müsste ich die dieses Jahr nämlich das erste Mal machen (lassen?)...

Kann man über einen Lohnsteuerhilfeverein machen lassen. Das ist günstiger als ein Steuerberater. Man kann es natürlich auch selbst machen.

Antwort
von MenschMitPlan, 42

Ihr habt als Ehegatten ja schon den steuerlichen Vorteil des Ehegattensplittings. Deshalb kannst du die "Unterhalts"zahlungen nicht nochmal steuermindernd einbringen.

Antwort
von rasperling1, 40

Du bist Deinem Ehemann unterhaltspflichtig. Als "Gegenleistung" des Staates bist Du nicht in der Steuerklasse Eins, sondern in der günstigeren Steuerklasse Drei. Du hast also bereits einen steuerlichen Vorteil.

Falls Du Dich von Deinem Man trennen würdest, kämst Du wieder in die Steuerlasse Eins. Nur in diesem Fall könntest Du dann den Ehegattenunterhalt bei der Steuer geltend machen.   

Kommentar von eyekona ,

Ja aber wir bekommen ca 400€ mehr Nettogehalt und ca 600€ weniger Bafög... Was ist mit der Differenz? Müsste man nach der Hochzeit nicht irgendwie mehr haben und nicht weniger?

Kommentar von MenschMitPlan ,

Du hast ziemlich merkwürdige Vorstellungen. Warum sollte der Splittingvorteil in irgendeinem Zusammenhang mit Bafögleistungen stehen?? Warum sollte man überhaupt mehr Geld zur Verfügung haben, nur weil man heiratet? Wenn beide Ehepartener gleiches Einkommen haben, ist der Splittingeffekt gleich 0. 
Habt ihr nicht geheiratet, um für einander (auch finanziell) zu sorgen?

Kommentar von petrapetra64 ,

wie kommst du denn darauf, dass man bei Heirat mehr Geld zur Verfuegung haben sollte?

Da ist man doch dann zu zweit und spart bei Wohnung und Co. Vorteile hat man durch Splitting, du bekommst ja ca. 400 Euro mehr raus, Nachteile hat man bei der Ehe, weil man fuer den anderen (und ggf. dessen Kinder bei H4) aufkommen muss.

Das sollte man sich halt vorher ueberlegen, was finanziell besser ist.

Absetzen kann man da nicht noch extra was.

Kommentar von NickgF ,

Ja aber wir bekommen ca 400€ mehr Nettogehalt und ca 600€ weniger Bafög...

M.E. hinkt dein "Vergleich" auch etwas, weil Bafög i.d.R. zur Hälfte nur als Darlehen gewährt wird und später zurückzuzahlen ist...

Antwort
von HansderVader, 50

Als "Unterhalt" deklariert denke ich nicht- wohnt er in einer anderen Stadt würde ich  mir eher doppelten haushalt ansehen. ich nutz für die steuer das programm wiso - wenn man zusammen wohnt denke ich das da nix geht

Kommentar von eyekona ,

Ja wir wohnen zusammen. Die vom Bafög schreiben doch dass ich Unterhalt zahlen muss - und für die Steuererklärung ist dass dann trotzdem keiner?

Kommentar von HansderVader ,

Ja "Unterhalt" ist so ein nettes Wort... in eine Ehe(ähnlichen) Gemeinschaft ist der eine für den anderen Unterhaltspflichtig soweit das seine/ihre Leistungsfähigekeit zulässt. Das ist aber nicht Steuerrelevant - Deine Leistungsfähigkeit scheint gegeben zu sein daher gibt es kein Geld. Kosten für das Studium, können dagegen Steuermindert wirken.

Kommentar von eyekona ,

Aha und wie? Du meinst die Semestergebühren? Wiso werde ich mir mal ansehen. Klingt gut ;-)

Kommentar von HansderVader ,

Ich denke alle Kosten die mit dem Studium zu tun haben sind absetzbar evtl als aussergewöhnliche belastung  oder als kosten der Ausbildung. das müsste man mal im detail prüfen aber ich bin mir sicher da geht was (bei den aussergewöhlichen Belastungen muss man erst über die sog. Belastungsgranze alles was darüber geht ist steuer mindernt die höhe richtet isch nach dem einkommen. ich würde ggffs in einen lohsteuerverein eintreten wenn ich das selber nicht auf die reihe bringen könnte - oder gleich den steuerberater (meist sind die Kosten  fast so hoch wie die Erstattung oder gar ein minus geschäft...)

Kommentar von Helefant ,

Ausbildungskosten sind grundsätzlich nicht außergewöhnlich.

Antwort
von Hexe121967, 59

ich glaube, du bist sogar verpflichtet eine steuererklärung ab zu geben. lass dich mal von einem steuerberater beraten.

Kommentar von eyekona ,

Echt? oO Ich arbeite seit 5 Jahren und hab bisher noch nie eine abgegeben und aber auch noch keine Mahnung oder sowas bekommen...Ich dachte man muss das nur machen wenn man denkt man hätte zu viel bezahlt

Kommentar von Hexe121967 ,

ab einem gewissen einkommen ist man dazu verpflichtet. genaues kann die der steuerberater sagen. er kann dir auch tips geben...

Kommentar von eyekona ,

Und will Geld dafür - dass ich natürlich nur ausgeben will wenn es sich lohnt...

Kommentar von Hexe121967 ,

dann musst du dich mal durchs internet lesen.

Kommentar von eyekona ,

Womit wir wieder am Anfang wären. Wenn ich im Netz was verständliches gefunden hätte würde ich hier keine doofen Fragen stellen...

Kommentar von Hexe121967 ,

lohnsteuerhilfeverein, gibt es fast in jeder stadt. sind auch günstiger als steuerberater. evtl. können die dir helfen. nebenbei: mit einem steuerberater kann man auch zuerstmal nur einen beratungstermin mit festpreis machen  ;-)

Kommentar von eyekona ,

Wisste nicht dass es sowas wie Lohnsteuerhilfevereine gibt. Klingt gut. Werde ich mir mal angucken. Danke. 

Kommentar von kevin1905 ,

ab einem gewissen einkommen ist man dazu verpflichtet.

Das ist falsch!

§§ 149 AO, 25, 46 EStG, 56 EStDV

Erst lesen, dann posten!

Kommentar von kevin1905 ,

Nur wenn beide Einkünfte haben und über die Klassen V oder VI Lohn abgerechner würde.

Andernfalls wenn es Nebeneinkünfte gebe, die keinem Quellensteuerabzug unterliegen oder Entgeltersatzleistungen bezogen werden.

BAFöG ist steuerfinanziert und keine Entgeltersatzleistung i.S.d. § 32b EStG.

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