Frage von Alburnus, 562

Kann ich trotz Schulden beim alten Stromanbieter zu einem neuen Stromanbieter wechseln?

`Hallo liebe Community,

ich bin vor kurzem von einem günstigen neuen Stromanbieter B von meinem alten Stromanbieter A abgeworben worden. Ich habe bei B gesagt, dass ich bei A noch Schulden von 250 € habe, aber die meinten, dass sei kein Problem und haben den Vertrag trotzdem mit mir gemacht. Dann erhielt ich zwei Schreiben von B, dass ich nun Kundin von B sei und ab dem 01.03. den Strom von B geliefert bekomme. - Dann erhielt ich von A ein Schreiben, dass sie die Kündigung zum 29.02. akzeptieren. Heute nun erhalte ich ein Schreiben von A, nach welchem ich nun plötzlich 450 € Schulden bei A habe und sofort zahlen soll, sonst würde der Strom am 06.02. abgestellt.- Da sich A erfahrungsgemäß nicht auf Ratenzahlungen einlässt und ich den vollen Betrag zurzeit nicht habe, wird der Strom wohl wirklich abgestellt werden. - Aber 24 Tage ohne Strom leben zu müssen, ist nicht das Schlimmste für mich, ich frage mich lediglich, kann dies nun nicht trotzdem meinen Vertrag bei A negativ beeinflussen? Da der Strom ja dann abgestellt sein wird, und der Zähler verplompt sein wird, also die Kette unterbrochen sein wird und der Strom neu angestellt werden muss - ich weiß ja nicht, inwieweit da Dinge bezüglich der einzelnen Energielieferanten zusammenhängen. - Und wird es zusätzlich etwas kosten, wenn B den Strom neu anstellt? - Weiß jemand da näher Bescheid und kann mir Auskunft geben? Vielen Dank!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mepeisen, 475

Eine Stromsperre muss mindestens 4 Wochen vorher angekündigt werden. Insofern ist so eine knappe Frist sowieso nicht ernst zu nehmen. Ich würde dem Stromanbieter A schreiben, dass man einer so knappen Frist wegen Verstoßes gegen §19 StromGVV (4 Wochen Vorankündigungsfrist) widerspricht und gleichzeitig eine Ratenzahlung anbietet. Sollte der Anbieter die Ratenzahlung verweigern, würde man sofort zu einem Anwalt gehen, der via Gericht die Stromsperre auf deren Kosten verhindert, zudem würde man Strafanzeige wegen Nötigung einreichen, wenn trotzdem in so knapper Frist der Strom abgestellt wird.

Übrigens steht auch in §19 StromGVV, dass der Anbieter eine vernünftige Ratenzahlung durchaus akzeptieren muss. Insofern: Wenn die nicht einlenken direkt zu einem Anwalt.

Erst ab März bist du gewissermaßen aus der Schusslinie. Theoretisch kann, wenn die Fristen in den Gesetzen eingehalten werden, der alte Anbieter noch den Strom abstellen. Danach nicht mehr.

Kommentar von Alburnus ,

Vielen Dank für Ihre Hoffnung machende Superantwort! Vielleicht können Sie mir noch folgendes beantworten:

Nach diesem Drohbrief von Stromanbieter A, habe ich meinen neuen Anbieter B sofort kontaktiert und die meinten ebenfalls, A könne nichts machen und sie würden das für mich regeln, und mich innerhalb der nächsten Tage dann zurückrufen. Ich solle selbst nicht tätig werden. Nun habe ich aber von B drei Tage nichts gehört, jetzt ist Wochenende, und am Montag will A den Strom abstellen. Falls die jetzt wirklich den Strom abstellen, kann ich dann noch rückwirkend zum Anwalt gehen wg. §19 StromGVV? Würde ich trotzdem noch Recht erhalten? Ich hatte wie gesagt nur ein paar Tage zur Verfügung um alles zu klären, und B hat mich jetzt irgendwie auch hängen lassen...

Kommentar von Alburnus ,

Noch eine Anmerkung: Völlig verrückt ist zudem, dass Stromanbieter A, der übrigens der Grundversorger in unserer Stadt ist, mir telefonisch sagte, Anbieter B könne mir den Strom problemlos selbst wieder anstellen und sei darin nicht von A abhängig, während B mir jetzt plötzlich sagt, sie könnten mir den Strom nicht selbst wieder anstellen, sondern seien darin von A abhängig.

Kommentar von mepeisen ,

Falls die jetzt wirklich den Strom abstellen, kann ich dann noch rückwirkend zum Anwalt gehen wg. §19 StromGVV? Würde ich trotzdem noch Recht erhalten?

Ja. Sofern möglich würde ich übrigens den Zugang zum Stromzähler verweigern. Dann müssten sie die Stromsperre einklagen und das würde normalerweise nicht funktionieren. Wie gesagt: Es gibt im StromGVV auch so etwas wie Billigkeitsprüfungen und wenn die Stromsperre nicht vernünftig 4 Wochen zuvor angedroht wurde, wenn man eine Ratenzahlung anbietet, muss er es normalerweise annehmen.

Die Kosten für die dann erfolglose Stromsperre dürfen nicht dir auferlegt werden. Trotzdem unbedingt heute noch zur Post und ein Einschreiben losschicken zum Versorger A. Wie gesagt der Sperre widersprechen und eine Ratenzahlung anbieten. Auch wenn B das für dich regeln will, verlasse dich nicht darauf.

Noch eine Anmerkung: Völlig verrückt ist zudem, dass Stromanbieter A, der übrigens der Grundversorger in unserer Stadt ist, mir telefonisch sagte, Anbieter B könne mir den Strom problemlos selbst wieder anstellen und sei darin nicht von A abhängig, während B mir jetzt plötzlich sagt, sie könnten mir den Strom nicht selbst wieder anstellen, sondern seien darin von A abhängig.

Es gibt mittlerweile eine Trennung zwischen Stromlieferant und Netzbetreiber. Auch wenn vielleicht bei beiden ein fast gleicher Name draufpappt, ist eine Stromsperre durch Lieferant A nicht gleichbedeutend damit, dass dir der Netzbetreiber A' den Strom wieder anstellen könnte.

Mag sein, dass dem B das etwas untergegangen ist.

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