Frage von sahnekuchen96, 50

kann ich so kündigen?

hallo ihr lieben, vielleicht kennt sich ja der ein oder andere mit Kündigungsfristen aus und dem Stundenkonto
also ich arbeite als Aushilfe (10 Stunden /Woche) im Einzelhandel, gestartet bin ich bei null Stunden und konnte somit plusstunden oder minusstunden bekommen, je nachdem ob ich arbeiten musste oder nicht... habe jetzt aber um die 40 minusstunden weil ich die vergangenen Monate so selten eingeplant war  und soll diese jz so schnell wie möglich abbauen... nun ist aber meine Frage muss ich diese Stunden vor meiner Kündigungsfrist abarbeiten oder kann ich einfach mit ihnen kündigen ohne was zurückzuzahlen oder muss ich was zurückzahlen, obwohl ich nicht in meinen sollstunden eingeplant wurde? habe übrigens noch 14 Tage resturlaub !

Antwort
von Familiengerd, 15

Wenn Du eine vertragliche Vereinbarung über 10 Wochenstunden hast, dann bist Du für diese Zeit zu bezahlen, unabhängig davon, ob Dich Dein Arbeitgeber für diese Zeit einsetzt oder nicht!

Wenn er Dich für weniger als die vereinbarte Stundenzahl beschäftigt, gerät er in den sogenannten Annahmeverzug nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko"; dort heißt es in Satz 1:

Kommt der Dienstberechtigte [Anmerk.: der Arbeitgeber] mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete [Anmerk.: der Arbeitnehmer] für die infolge des Verzugs nicht geleisteten Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein.

Das heißt also, dass Du auch dann, wenn Dich der Arbeitgeber für weniger als 10 Stunden einsetzt, so zu bezahlen hat, als hättest Du tatsächlich 10 Stunden gearbeitet, und Du musst die nicht gearbeiteten Stunden auch nicht nacharbeiten. Dir darf deswegen also auch nichts vom Lohn abgezogen werden!

Die diesbezügliche Antwort von TorDerSchatten ist also falsch!

Das gilt selbstverständlich aber nur dann, wenn Du dem Arbeitgeber nicht ausdrücklich erklärt hast, dass Du mit dem Nichteinsatz (oder der Weniger-Beschäftigung) einverstanden bist.

Die diesbezügliche Antwort von TorDerSchatten ist also falsch!

Im Übrigen können Minusstunden überhaupt nur dann entstehen, wenn es ein vertraglich vereinbartes Arbeitszeitkonto gibt und in der Vereinbarung auch geklärt ist, wie mit entstandenen Minusstunden umgegangen wird.

habe übrigens noch 14 Tage resturlaub !

Wenn Du noch einen Urlaubsanspruch hast und den Urlaub innerhalb der Kündigungsfrist nicht mehr nehmen kannst, muss er abgegolten werden - Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4:

Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten.

Antwort
von viomio82, 24

Du wurdest selten eingeplant deshalb hast du minusstunden.....ist also nicht dein Problem.
Hatte das bei meinem damaligen Arbeitgeber das ich jeden Monat ins Minus geplant wurde....als ich gekündigt habe wurden mir die Minusstunden vom Gehalt abgezogen. Habe dann gleich mit Anwalt gedroht denn die Minusstunden waren nicht mein eigenes Verschulden. Bin ja nicht tgl früher gegangen oder so.. .tja und schwupps wurden mir mein komplettes Gehalt vergütet.

Kommentar von sahnekuchen96 ,

und wie ist es wann man sich krankgemeldet hat und der Arbeitgeber schon sauer war? 😳

Kommentar von Familiengerd ,

und der Arbeitgeber schon sauer war? 😳

Da kann der Arbeitgeber so "sauer" sein, wie er will - seine schlechte Laune oder Stimmung setzt nicht das Gesetz oder die Arbeitnehmerrechte außer Kraft!

Kommentar von viomio82 ,

Du hattest doch eine AU oder nicht?

Kommentar von sahnekuchen96 ,

immer, dann können sie mir also nichts?

Kommentar von viomio82 ,

Nein, krank ist krank

Kommentar von Familiengerd ,

@ viomio82:

Du wurdest selten eingeplant deshalb hast du minusstunden.....ist also nicht dein Problem

Das ist richtig - das hat sich der Arbeitgeber selbst anzulasten (siehe BGB § 615)!

Antwort
von TorDerSchatten, 20

Die Minusstunden werden in der Endabrechnung verrechnet, notfalls mit dem Resturlaub. Kündigen kannst du selbstverständlich - Kündiungsfrist beachten. Und nur schriftlich.

Kommentar von sahnekuchen96 ,

heißt quasi es ist möglich dass ich noch etwas vom
letzten Gehalt zurückzahlen muss
?

Kommentar von TorDerSchatten ,

Von dem letzten, das du nach Ablauf der Kündigungsfrist erhältst, also von der Endabrechnung, wo auch der Urlaubsanspruch verrechnet wird.

Kommentar von Familiengerd ,

@ TorDerSchatten:

Deine Antwort ist bezüglich der Minusstunden falsch!

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