Frage von nuceptenderII, 96

Kann ich noch was rechtlich machen?

Hallo habe mir vor einen Zeitraum von einem Jahr eine Kette gekauft (Versace). Der Verkäufer sagte ausdrücklich zu mir dem Opfer das es eine originale Kette von Versace wäre privat Person. Als ich dann mein Paket gekriegt habe war sein Name schwarz bemalt und ich konnte es nicht mehr lesen. Dachte mir nichts böses als auf einmal ich beim Verkaufen der Kette bemerkt habe das es Fake ist und mann es für 20€ kaufen kann. Kann ich jetzt was machen per § das ich mein Geld zurück bekomme!

Lohnt sich das für 260€ die ich bezahlt habe ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Jurasuppe, 21

Hallo,

also ich versuche das ganze mal meiner Rechtsauffassung nach zu beantworten. Die folgenden Ausführungen erheben natürlich keinerlei Anspruch auf Richtigkeit/Vollständigkeit. Außerdem ist es spät und ich bin nicht fit in dem Gebiet. :-)

I. Gewährleistungsrecht §§ 434 ff BGB

Wenn mit dem Verkäufer einen Kaufvertrag über eine originale Versace Kette geschlossen hast und er nun ein billiges Duplikat verschickt, entspricht die Sache zunächst mal nicht der vereinbarten Beschaffenheit. Sie ist daher sachmangelhaft i.S.d. § 434 I 1 BGB.

Rechtsfolge: Sind die Gewährleistungsrechte, aufgezählt in § 437 BGB. Zunächst kannst du den Verkäufer auffordern eine original Versace Kette zu liefern (dein Modell). Andernfalls käme nach fruchtlosem Fristablauf Rücktritt/Minderung und Schadensersatz in Betracht.

II. Anfechtung § 123 I BGB

Soweit die Voraussetzungen vorliegen, kann der Vertrag angefochten werden. Das sollte nach herrschender Meinung auch möglich sein, wenn ein Gewährleistungsfall vorliegt (Argument u.A.: Schutzzweck). In diesem Fall wäre der Vertrag ex tunc (von Anfang an) nichtig. Das Anfechtungsrecht besteht 1 Jahr ab dem Zeitpunkt, in dem du die Täuschung entdeckst § 124 I, II 1 BGB.

Folge: Der Vertrag ist ex tunc nichtig, die bereits erbrachten Leistungen sind nach Bereicherungsrecht zurückzugewähren § 812 I 1 F1 BGB.

III. Schadensersatz aus unerlaubter Handlung

Unterstellt, es liegt ein Betrug vor, so dürfte ein Anspruch aus § 823 II BGB i.V.m. § 263 StGB bestehen. Dieser wäre nach § 249 I BGB darauf gerichtet, den Zustand herzustellen, der ohne die Täuschung bestünde ... etwa könnte bewiesen werden, dass der Vertrag dann nicht geschlossen worden wäre und die Rückzahlung des Kaufpreises Zug um Zug gegen Rückübereignung der Kaufsache verlangt werden. Wenn die Kette für 20€ gekauft worden wäre könnte die Differenz von 240 € verlangt werden.

Andere Ansprüche möchte ich gerade nicht ansprechen... auch für das taktisch beste Vorgehen ist es mir gerade etwas zu spät :P wenn großes Interesse besteht, schaue ich mir das morgen eventuell nochmal an.

Hoffentlich konnte ich trotzdem etwas helfen einen ersten Überblick zu erhalten.

Gute Nacht & viele Grüße, JS       


Antwort
von hunos, 25

Strafrechtlich Betrug. Zivilrechtlich liegt ein Sachmangel vor, zudem eine Täuschung. Sofern der Verkäufer Kenntnis von der Fälschung hatte und verkürzt bewusst gehandelt hat. Anzeige bei der Polizei, Rechtsanwalt für den zivilrechtlichen Teil.

Antwort
von Lavendelelf, 55

Du kannst ihn wegen Betrug anzeigen. Betrug verjährt frühestens nach 3 Jahre. Zur Anzeige brauchst du den Chatverlauf aus dem ersichtlich wird, dass er dir ein Original versprochen hat.

Kommentar von nuceptenderII ,

Danke für deine Antwort

Kommentar von Lavendelelf ,

Gerne und viel Glück

Kommentar von TorDerSchatten ,

Davon bekommt der Fragesteller aber sein Geld nicht wieder, und darum geht es. Eine Anzeige bringt kein Geld zurück.

Kommentar von Lavendelelf ,

Das habe ich oft genug anders erlebt. Schwierig, oder unmöglich wird es lediglich dann, wenn der Anbieter bereits eine eidesstattliche Versicherung abgelegt hat.

Kommentar von nuceptenderII ,

Lohnt sich der Stress und das hin und her für 260 Euro?

Kommentar von Lavendelelf ,

@nuceptenderII - Ich finde es lohnt sich. Es kommt auch vor, dass solche Anbieter bereits wegen Betrug vorbestraft sind und immer weiter machen. Eine Anzeige ist da schon der richtige Weg. Wenn es aber wirklich "nur" um das Geld geht musst du das natürlich alleine entscheiden. Die Anzeige und alles weitere ist jedenfalls für dich kostenlos.

Antwort
von TorDerSchatten, 32

nach einem Jahr kannst du nichts mehr reklamieren

Kommentar von Lavendelelf ,

Falsch

Antwort
von vonPB, 35

Ich glaube du hättest das recht die Person wegen Betruges anzuklagen

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