Frage von Stony159, 82

Kann ich nach Inhaftierung Entschädigung verlangen?

Hallo, ich hoffe hier auf ein paar Ratschläge, denn auf diesem Gebiet kenne ich mich nur sehr schlecht aus!

Folgendes Problem: Ich habe 2010 Körperverletzung begangen und wurde am 15.01.2013 zu einer Schmerzensgeldzahlung von monatlich 100 Euro und drei Jahre Bewährung verurteilt. Bei Nichteinhaltung der Zahlung drohte mir ein Jahr Haft. Im September 2015 wurde meine Bewährung widerrufen, weil ich versäumt hatte die letzte Rate zu bezahlen, oder besser gesagt, ich habe mich um einen Monat vertan und dachte, ich sei fertig. Mein Fehler! Am 12.11.2015 wurde ich dann verhaftet und kam in die JVA.

Beim Zugangsgespräch in der JVA wurde mir dann gesagt, dass ich nicht zum Anhörungstermin erschienen sei und auch den Stellungsbefehl zum Haftantritt nicht wahrgenommen habe. Das machte mich stutzig, weil ich keinen der beiden Briefe erhalten habe. Ich habe daraufhin meinen Anwalt eingeschaltet, der mich in der Sache vertreten hat. Meinem Anwalt wurde dann von der Staatsanwaltschaft innerhalb von zwei Wochen zweimal eine falsche Akte zugeschickt, die richtige Akte dann erst nach weiteren sechs Wochen.

Es stellte sich heraus, dass die beiden Briefe an meine damalige Adresse von 2010 geschickt wurden, wo meine Ex-Frau heute noch lebt, daher stand mein Nachname auch noch an dem Briefkasten, obwohl ich in der Hauptverhandlung 2013 bekannt gegeben habe, dass ich dort seit dem 02.01.2012 nicht mehr wohne.

Mein Anwalt hatte mich daraufhin am 03.02.2016 in der JVA besucht und mir den Fehler geschildert. Er hat noch am selben Tag einen schönen, zweiseitigen Brief an die Staatsanwaltschaft geschickt mit der Forderung der sofortigen Freilassung aus der Haft. Das ging komischerweise sehr, sehr schnell, am 05.02.2016 wurde ich dann förmlich aus der JVA rausgeworfen.

Jetzt kommt meine Frage: Kann ich in irgendeiner Hinsicht auf Entschädigung klagen? War 87 Tage in Haft, konnte in der Zeit meine Arbeit nicht nachgehen, sprich kein Gehalt, die Rechnungen türmen sich bei mir von den letzten 2 Monaten. Ich konnte zwar den meisten den Sachverhalt schildern und und es wurde mir Ratenzahlung eingeräumt, was mir aber nichts bringt, weil ich am 06.02.2016 meine Kündigung von der Arbeit per Post bekommen habe, geschrieben am 04.02.2016. Jetzt bin ich zwar frei, hab aber keine Arbeit mehr und überall Rückstände, nur weil die Anwaltschaft zu blöd ist, Briefe an die richtige Adresse zu schicken.

Kann mir jemand Tipps geben, ob ich klagen kann, worauf ich klagen kann oder ob mir wegen deren Fehlern überhaupt was zusteht. Ich hoffe, ich habe den Sachverhalt einigermaßen verständlich erklärt und hoffe auf hilfreiche Antworten! Danke schon mal im Voraus!!!!!

Gruß

Antwort
von beangato, 20

Das sollte doch wohl Dein Anwalt wissen.

Antwort
von miboki, 27

Das wird schwierig. Zwar ist da offenbar ein Fehler passiert bei der Ladung zum Haftantritt. Aber der Widerruf der Bewährung, weil eine Rate nicht gezahlt wurde, war ja letzendlich von Dir zu verantworten. Ist denn die letzte Rate schon bezahlt worden? Und wann? Du solltest unbedingt mit Deinem Anwalt reden, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht.

Kommentar von Stony159 ,

Das ich die letzte Rate nicht bezahlt habe geht ganz klar auf meine Kappe. Allerdings, hätte ich den Brief zu dem Anhörungstermin bekommen hätte ich dort hingehen können und die Sache klären können und ggf. die letzte Rate direkt noch am selben Tag bezahlen und den Beleg an die Anwaltschaft faxen können.

Antwort
von Daguett, 26

Sprich mit deinem Anwalt darüber, der kann dir da sicherlich besser helfen.

Kommentar von Stony159 ,

Mach ich auch noch, allerdings erst Ende der Woche. ich möchte mich aber im Vorfeld schon mal ein bißchen erkundigen. 

Kommentar von Daguett ,

Ich würde jetzt erstmal sagen ja, dir steht Entschädigung zu, aber genau weiß ich es nicht.

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