Frage von Kunstfreak99, 56

Kann ich mit 17 meine Krankheiten noch besiegen, bevor sich was verfestigt?

Mit 9 hat meine Essstörung angefangen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon Einschlafstörungen. Da ich als hochbegabt getestet wurde (ich will hier NICHT angeben) , rattert mein kopf den ganzen tag. Mit 11 hatte ich ein halbes jahr lang zwänge und verbale Aggressionen. Mit 13 hat es angefangen, dass ich mich dann 2 jahre lang geritzt habe. 1 jahr pause. Dann rückfall für mehrere monate. Mit 15 / 16 war ich fast 1 jahr richtig mahersüchtig. Habe seit über 1 jahr soziale ängste und angst zu früh zu sterben. Bin seit mehreren wochen wieder rückfällig mit der ES und hatte am Samstag einen tiefpunkt, wo ich mich wieder geschnitten habe. Einschlafstörungen sind seit kurzem weg. So, alles kurz und knapp. Ich versuche seit jahren, gesund zu werden. Ich bin bereit, zu kämpfen und jeder tag ist ein teil dieses Kampfes.

Habe ich eine minimale Chance als Erwachsene besser da zu stehen? Wenn ich noch mehr kämpfe und noch mehr Hilfe annehme? Ich will nicht ewig krank bleiben, ich will mein leben leben und verdammt nochmal gesund werden!

Bitte nur sensible, hilfreiche und ernst gemeinte Antworten.

Vielen Dank im voraus!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Kunstfreak99,

Schau mal bitte hier:
Psyche Magersucht

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von BertRollmops, 39

Es gibt immer eine Chance. Dazu muss man aber primär am Leben bleiben. Die besten Chancen hast Du meiner Meinung nach mit einem stationären Psychiatrieqaufenthalt. In der KJPP sind Jugendliche wie Du nichts schockierendes, das ist dort Alltag. Trau Dich, das ist keine Schande, wenns mal nicht läuft. Aufstehen, weitergehen, leben. Alles Gute!

Kommentar von Kunstfreak99 ,

ich war schon mehr als 2mal in der kjpp

Kommentar von Kunstfreak99 ,

hab x ambulante Therapien gemacht

Kommentar von BertRollmops ,

Macht nichts. Das solltest Du dort sagen, ebenso Deine Erwartunggshaltung an einen Erfolg der stationären Behandlung. Das ist wichtig, um einen Fokus zu setzen. Du bist motiviert, das könnte den Ausschlag geben. Mach Dir Deinen Lebensplan und arbeite für Deine Ziele, als wärst Du gesund. Den Rest machen die Leute vor Ort. Du schaffst das!

Kommentar von Kunstfreak99 ,

sag mal, weißt du überhaupt wie es in den meisten kjpps abläuft? als ich dort war, wurde alles nur schlimmer, ich war ein Versuchskaninchen für Psychopharmaka, an mir wurde alles mögliche ausprobiert und sämtliche symptome, svv, lebensmüdigkeit und Magersucht haben sich verschlimmert

Kommentar von Kunstfreak99 ,

vorgestern hatte ich ein Vorgespräch in der psychosomatik der kjpp und die behandeln auch mit Pillen und man kriegt so gut wie keine fachtherapien (war in der kjpp nicht so) und der Aufenthalt geht gerade mal ein paar Wochen

Kommentar von BertRollmops ,

Was willst Du? Eine kleine Fee, die ihren Zauberstab schwenkt und alles ist gut? Oder einen Schamanen, der Deinen bösen Geist aussaugt und verbannt? Du sagst, Du bist bereit, etwas zu tun. Und ohne medikamentöse Unterstützung wird das echt schwer werden, mein Freund. Aber ist Dein Leben. Dann zieh auf die Alm oder mach ne Weltreise, das ist auch ne Alternative. Alles so lassen wie es ist und auf die Schuld den bösen Ärzten oder Pillen geben ist sinnlos. Die wollen helfen. Deine Wahl.

Kommentar von Kunstfreak99 ,

ich vertrage nicht mal schmerzmittel oder andere medikamente richtig. und schließlich bin ich auch ohne pillen krank geworden

Kommentar von Kunstfreak99 ,

und dann vorallem ärzte, die mir Vorwürfe machen, weil ich nicht pro woche mind 2 kilo zunehme

Kommentar von Kunstfreak99 ,

sondern 500 - 1000 kilogramm

Kommentar von Kunstfreak99 ,

gramm

Kommentar von BertRollmops ,

Schneller solltest Du nicht zunehmen, 500 bis 1000g sind genau richtig, um nachhaltig zuzunehmen. Und die Tabletten sollen helfen, die Stoffe, die Dein Körper nicht ausreichend zur Verfügung stellt, länger im Blut zu behalten, so dass sie Deinem Hirn zur Verfügung stehen und Deine Stimmung stabilisieren. Ich frage mich, in welcher merkwürdigen Klinik Du warst. Bei uns läuft das anders. 

Kommentar von Kunstfreak99 ,

in einer kinder und jugendpsychiatrie in bayern. wo arbeitest du?

Kommentar von BertRollmops ,

ND, klein, aber fein ;)

Kommentar von Kunstfreak99 ,

nd?

Kommentar von BertRollmops ,

Hilft wer wirklich Hilfe will

Kind/Jugend-Psych.

11.11.2013

 

  | 

 

Reikon

 

berichtet als Patient   |   Jahr der Behandlung: 2013

Gesamtzufriedenheit:
sehr zufrieden
Qualität der Beratung:
sehr zufrieden
Medizinische Behandlung:
sehr zufrieden
Verwaltung und Abläufe:
zufrieden
Pro:
Betreuung, Aktivitäten, Therapie
Kontra:
Essen
Krankheitsbild:
Depressionen
Erfahrungsbericht:

Ich war dieses Jahr in der Klinik, habe mich dort freiwillig einweisen lassen. 
Es war eine gute Entscheidung.

Die Betreuung war gut, man hat zwei PED's die alleine für einen zuständig sind. Natürlich kann man mit jedem anderen dort auch reden wenn es ist.
Therapieangebote waren zahlreich, Aktivitäten waren unterhaltsam (Außer die Erlebnisstunde davon war ich nicht so der Fan). Am meisten hat mir das Gestalten der Wände gefallen (Auch wenn das nicht zum üblichen Ablauf zählt)

Es war ein eher familiäres Umfeld. Was wirklich gut getan hat.
Fernsehen durften wir nur zweimal in der Woche , verständlich. Dafür war singstar der große Hit (Und ich denke zur Grundausstattung der PED's gehören Ohrenstöpsel) 
Manchmal wurde es schon langweilig , aber das wird's zuhause auch. 
Kochen war immer was worauf ich mich.gefreut habe, trotz meiner Probleme mit dem Essen.

Allgemein war es sehr gut, es hat mich enorm entlastet. 
Natürlich war ich nicht plötzlich ein Sonnenschein und bin es immernoch nicht.

Manchmal waren die regeln streng, aber man darf ja nicht vergessen wo man ist . 

Nur das Klinikessen nunja davon bin ich kein Fan, aber das war ich bis jetzt in keinem Krankenhaus :D 

Liebe grüße an das Team der Station 11 und vielen dank für die Zeit, sie hat mir sicher geholfen.

Kommentar von BertRollmops ,

Wer gegen seinen Willen kommt und nicht mitarbeiten will, langweilt sich eben und macht Krawall. Jedem das Seine, böse sind wir deshalb keinem. Und ich kenne keinen Kollegen, der dort arbeitet, weil er Jugendliche hasst.

Und ja, eine Borderline Persönlichkeitsstörung kann frühestens mit 18 diagnostiziert werden. Sonst hiesse es Verdacht auf beginnende Persönlichkeitsstörung. LG!

Kommentar von Kunstfreak99 ,

tja dann sag das mal den "kompetenten" ärzten hier. bist du eigentlich Arzt oder Betreuer? ich bin im Kontakt mit 2 psychosomatischen kliniken, eine davon wird es wahrscheinlich bald sein. außerdem bemühe ich mich ambulant um mein Wohlergehen

Kommentar von BertRollmops ,

Sehr gut, geh Deinen Weg, Du machst das schon ganz richtig. Und sei nicht zu enttäuscht, wenn die Tage wieder mal lang werden, Du bist keine Diagnose, sondern ein wertvoller Mensch wie jeder andere auch. 

Ich war bis zum Frühjahr Sozialdienst, davor PED, insgesamt 9 Jahre. Jetzt leite ich nen Jugendtreff. Schöne Zeit!

Kommentar von Kunstfreak99 ,

danke! sehr geile Karriere!

Kommentar von BertRollmops ,

Dankeschön! 

Kommentar von Kunstfreak99 ,

weißt du zufällig auch wie mit Essgestörten im normalen Krankenhaus verfahren wird?

Kommentar von BertRollmops ,

Da es sich um eine somatische Abteilung handelt, stehen die körperlichen Beschwerden im Vordergrund. Dort gibt es normaler Weise kein Programm, das den Alltag strukturiert, keine Psychoedukation, keine Therapie. Je nach BMI und Folgeerscheinungen für den Körper wird behandelt. Bettruhe, 3 x Essen, schlafen. Schlimmere Fälle werden sondiert. Das ist nicht sehr toll. Lebensbedrohliche Zustände werden dort per Monitor überwacht, meist erfolgt danach aber eine (Rück)überweisung an die Psychiatrie/Psychosomatik. Ob das in anderen Kliniken anders läuft, kann ich leider nicht sagen.

Antwort
von LittleMistery, 19

Was hat das mit Borderline zu tun?

Kommentar von Kunstfreak99 ,

bei mir wurde mehrmals borderline diagnostiziert

Kommentar von LittleMistery ,

Du bist 17. Wie soll da bitte eine vernünftige  Diagnose bitte gestellt worden sein?

Kommentar von Kunstfreak99 ,

vernünftig und die ärzte hier liegen weit auseinander

Kommentar von LittleMistery ,

Du bist 17. Borderline darf frühestens ab 18 diagnostiziert werden.

Kommentar von Kunstfreak99 ,

ich weiß :(

Antwort
von zzz0912, 23

Interessant wäre auch das Geschlecht.

Falls M:

Ich würde dir ggf. Krafttraining empfehlen, du brauchst damit ca. 4-6 Wochen um den Stoffwechsel deines Körpers umzukrempeln danach wird sich auch dein Hungergefühl etc. auch entsprechend anpassen und sich deine Essstörung relativieren. Du solltest aber auf eine ausreichende Makro- und Mikronährstoffzufuhr, sowie eine gewisse Vitalstofffzufuhr achten. Damit sollte sich auch deine gesundheitliche Situation regulieren.

Du wirst dich evtl. in den ersten Wochen etwas damit rumschlagen, vorallem z.B ausreichend zu essen, aber dann wird das Routine. Und z.B 3x oder 2x 45 Minuten zu trainieren, ist ja bereits völlig ausreichend, also so viel Aufwand ist das m.A.n auch nicht.

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