Frage von LucasDarmstadt, 47

Kann ich mir die Mehrwertsteuer vom Finanzamt wiederholen, wenn ich privat eine Tankstelle zur Verpachtung baue?

Ein bekannter baut eine Tankstelle, die er danach verpachten möchte. Sein Steuerberater hat ihm gesagt, er baut privat, wäre besser für einen späteren Verkauf. Trotzdem soll er sich die Mehrwertsteuer für die Baukosten vom Finanzamt wiederholen können, ohne ein Gewerbe anzumelden. Sprich er gibt trotzdem eine Umsatzsteuervoranmeldung ab. Kann mir jemand sagen auf welcher Grundlage das basiert, leider konnte mir der Bekannte es nicht genauer erklären. Wieso kann sich ein Privatmann für den Bau einer Gewerbeimmobilie die Mehrwersteuer wiederholen ohne eine Gewerbe anzumelden? Danke für eure Hilfe.

Antwort
von wurzlsepp668, 47

wozu sollte der Bekannte ein Gewerbe anmelden?

er betreibt doch keines, oder?

die umsatzsteuerpflichten Umsätze ergeben sich aus dem Umsatzsteuergesetz. Da die Vermietung einer Gewerblichen Immobilie könnte allerdings nach § 4 Nr. 12 UStG ustfrei erfolgen, was aber beim Bau einer Gewerbeimmobilien m.M.n. sinnfrei wäre.

Vorteil der Umsatzsteuerpflichten Vermietung:

der Bau wird um 15% günstiger (Umsatzsteuer). Aus künftigen Reparaturen usw. ist ebenfalls der Vorsteuerabzug zulässig.

"Nachteil":

die Pacht muß zuzüglich Umsatzsteuer vereinbart werden. für den Vermieter ändert sich nichts, da die Umsatzsteuer nur ein durchlaufender Posten ist.

Höchstens zum Jahresende hin ergibt sich eine Verschiebung von eingenommener USt zu abgeführter USt

Kommentar von LucasDarmstadt ,

Ich habe die Mehrwertsteuer auf die Baukosten der Tankstelle gemeint. Wieso kann er sich diese wiederholen? Er baut doch privat?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

durch die (geplante) Vermietung wird der Bekannte umsatzsteuerlicher Unternehmer.

soviel zu privat ....

Kommentar von NickgF ,

Einkommensteuerlich erzielt er so oder so Vermietungseinkünfte.

Durch den freiwilligen Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung (Bedingung > Vermietung an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen - nicht bei Nutzung für Wohnzwecke) verpflichtet er sich, während der Vermietung zusätzlich zur Miete stets 19% MWSt von seinem Mieter zu erheben und an das Finanzamt abzuführen. Er kann also nicht nur mal eben die Baukosten-Umsatzsteuer kassieren und sagen "Danke, das wars"...

Er macht sich freiwillig zum Unternehmer und kann deswegen auch die Vorteile daraus - hier der Vorsteuerabzug - in Anspruch nehmen. Er selber wird dadurch aber nicht zum Gewerbetreibenden. Den Begriff "privat" kennt das Umsatzsteuergesetz nicht.

Kommentar von Helmuthk ,

15 % Umsatzsteuer?

Doch wohl eher 19 %.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

die 15% sind vom brutto gerechnet .....

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